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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Neben dem Eintrittsgeld auch ein Brikett
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Die alte Blumenhalle hielt sich 100 Jahre lang und gab dem Blumenhaller Weg seinen Namen
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Originaltext:
Neben dem Eintrittsgeld auch ein Brikett

Die alte Blumenhalle hielt sich 100 Jahre lang und gab dem Blumenhaller Weg seinen Namen

Wüste tos
Als großzügig angelegtes Restaurant mit Saalbetrieb und Gartenwirtschaft präsentiert sich die " Blumenhalle" auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1903. Dem Lokal verdankt der Blumenhaller Weg seinen Namen.

Bis Mitte der 60er Jahre erlebte die Blumenhalle wildbewegte Zeiten, dann rentierte sich der Betrieb des repräsentativen Saales nicht mehr. Am Blumenhaller Weg 86 hat sich im Laufe der Jahre zwar einiges verändert, aber noch heute wird hier ein Restaurant mit dem Namen " Blumenhalle" geführt

" Mit der Aufgabe der Blumenhalle geht ein Stück Osnabrücker Tradition verloren", schrieb im Jahr 1965 das Osnabrücker Tageblatt. Viele Osnabrücker lernten hier - unter Leitung der Tanzschulen Fink und Stiller - ihre ersten Tanzschritte, erlebten durchtanzte Nächte, rauschende Bälle und gesellige Veranstaltungen.

Dabei hatte der erste Besitzer des Betriebes einige Startschwierigkeiten. 1865 eröffnete er " eine Kaffee-, Wein-und Bierschänke, verbunden mit zwei neu angelegten Kegelbahnen", wie er in der Zeitung inserierte, und versicherte: " Um recht zahlreichen Zuspruch bittend, verspreche ich, die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste durch reelle und prompte Bedienung, gute Speisen und Getränke zu erfreuen." Die Gastwirtschaft lag damals noch vor den Toren der Stadt und musste um jeden zahlenden Gast werben.

Nach Jahren mit wechselnden Besitzern und wenig Publikum entwickelte sich die Blumenhalle nach der Jahrhundertwende zu einem beliebten Ausflugsziel und Treffpunkt für Tanzveranstaltungen. In den zwanziger Jahren lockte das Lokal mit einer außergewöhnlichen Attraktion: In jenen Jahren, in denen die Badekultur in Osnabrück einen Höhepunkt erreichte, baute der Schwimm- und Badeverein im Garten der Wirtschaft ein Freibad. Wenige Jahre später siedelte der Verein jedoch in das Gebiet der Martinsburg um.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Restaurant ohne große Verluste. Bevor die großen Bälle und Tanzabende wieder begannen, erlebte die Blumenhalle fünf Jahre lang großes Theater: Da das Stadttheater nach den Luftgangriffen von 1945 zerstört war, wurde die Bühne im großen Saal der Gastwirtschaft kurzerhand in eine Theaterbühne verwandelt. Von 1946 bis 1951 hatte das Osnabrücker Theater sein Domizil am Blumenhaller Weg. Egal ob Schauspiel, Operette oder Oper - der notdürftig mit Holz- und Gartenstühlen ausgestattete Saal war immer überfüllt. Damit der große Saal in den Nachkriegsjahren geheizt werden konnte, mussten die theaterfreudigen Osnabrücker neben dem Eintrittsgeld auch ein Brikett mitbringen.

Nach dem Auszug des Stadttheaters zog das tanzfreudige Volk wieder in die Blumenhalle ein. Unzählige Tanzturniere, große Bälle, Veranstaltungen der Vereine, Modenschauen, Versammlungen, Karnevalsfeiern und die Pumpernickelgarde fanden bis in die 60er Jahre in dem Lokal statt. 1965 gab Friedrich Schnitger, der als letzter Pächter die Blumenhalle 20 Jahre lang geführt hatte, den Saalbetrieb auf. Eine Firma nutzte anschließend den frei gewordenen Saal als Verkaufslager.

Inzwischen hat sich am Blumenhaller Weg einiges verändert. Noch heute lädt aber ein Restaurant mit dem Namen " Blumenhalle" in gemütlicher Atmosphäre zu abwechslungsreicher Küche ein. Mit der Blumenhalle von einst hat es nur den Namen gemeinsam.

SO ÄNDERN SICH DIE ZEITEN: die Blumenhalle heute. Foto: Klaus Lindemann

DIESEM LOKAL verdankt der Blumenhaller Weg seinen Namen. Die Ansichtskarte der Blumenhalle stammt aus der Sammlung von Dieter Mehring aus Moers.
Autor:
tos


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