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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Rot und Grün - was denn jetzt?
Zwischenüberschrift:
Wallkreuzungen: Fußgängerampeln zeigen gegensätzliche Signale
Artikel:
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Originaltext:
Rot und Grün - was denn jetzt?

Wallkreuzungen: Fußgängerampeln zeigen gegensätzliche Signale

OSNABRÜCK. An Fußgängerampeln des Walls tritt ein merkwürdiges Phänomen auf: Grün und Rot werden gleichzeitig für dasselbe Teilstück angezeigt. Während in der einen Richtung Fußgänger bei Grün loslaufen, sehen die gegenüber Wartenden Rot und müssen stehen bleiben. Manch einer von ihnen wundert sich, warum die Leute bei Rot über die Straße gehen.

" Die Ampel wurde grün, und ich bin losgegangen", berichtet der Osnabrücker Norbert Heitkarmp, der vor der Volkshochschule den Wall in Richtung Heger Tor überquerte. Ein Mann, der auf der Mittelinsel gegenüber auch auf Grün gewartet hatte, setzte sich nicht in Bewegung, sondern schaute ihn stattdessen vorwurfsvoll an: " Sie sind aber kein gutes Vorbild für Kinder, wenn Sie bei Rot über die Straße gehen", musste Heitkamp sich sagen lassen. Wieso Rot? Er hatte doch Grün! Als er sich umdrehte, sah er, dass tatsächlich die Ampel hinter ihm Rot zeigte. Erst später sprang sie auf Grün um.

Die widersprüchlichen Signale tauchen regelmäßig an dieser Kreuzung auf. Ähnlich am Rißmüllerplatz. Auch dort kann, wer vor dem Blumenladen steht, Leute beobachten, die vom Hotel Remarque in Richtung Altstadt gehen und dabei scheinbar das Rotsignal missachten. Dabei leuchtet aus deren Perspektive die Ampel grün.

Eine Erklärung für die verwirrende Situation gibt Arnold Nobbe vom Fachdienst Lichtsignalsteuerung und Verkehrstechnik der Stadt Osnabrück: Um den Verkehrsfluss an mehrspurigen Kreuzungen zu optimieren, gibt es auf den Überweg-Teilstücken versetzte Grünphasen.

Wenn Passanten, die vom Heger Tor Richtung Volkshochschule wollen, am Straßenrand stehen und Rot haben, sei es " psychologisch sinnvoll", auch für den zweiten Streckenabschnitt noch kein Grün zu zeigen, selbst wenn der Übergang dort schon freigeschaltet ist. " Bei vorne Rot und hinten Grün sind viele nicht bereit zu warten und laufen bei Rot los", berichtet er. Diese Gefahr solle vermieden werden.

Der geschilderte Problemfall trete selten ein, weil die Schaltungen so angelegt seien, dass die Leute normalerweise nicht auf der Mittelinsel warten müssten. " Die meisten kommen bei durchgängiger Grünzeit ganz rüber", so Nobbe. Am Rißmüllerplatz dürften Fußgänger bei Grün noch den Rest nach der Mittelinsel überqueren, aber die außen Stehenden sehen schon Rot, um auf die nächste Phase zu warten.

" Richtungsabhängige Untersrhiede bieten mehr Komfort für Fußgänger", resümiert er. Das Problem der vermeintlichen Rotsünder und deren Wirkung auf Kinder wird jedoch dadurch erzeugt.

Tödliche Ampelfallen

Im Dezember 2004 sind zwei Kinder auf dem Weg zum Unterricht auf einer vierspurigen Straße in Bielefeld von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. Verkehrsexperten analysierten eine mögliche Ursache: die zeitversetzte Schaltung zweier Fußgängerampeln. Die hintere Ampel zeigte schon Grün, während die vordere noch auf Rot stand. Solche tödlichen Ampelfallen waren keine Seltenheit, auch in Osnabrück. Sie kamen und kommen fast überall vor, wo je zwei Fahrstreifen durch einem Grünstreifen getrennt werden. Die zeitversetzte Schaltung der Fußgängerzeichen verkürzt nach Angaben der Experten die Räumzeiten, verleitet die Passanten aber dazu, zu früh zu starten.

Das soll vermieden werden: Wenn die hintere Ampel Grün zeigt, lassen sich viele Fußgänger vom Rotlicht im Vordergrund nicht mehr bremsen. Das wird mit einer anderen Schaltung verhindert - kann aber für Verwirrung sorgen.
Autor:
gil


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