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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Wühlmaus vom Haseufer
Zwischenüberschrift:
Bisamfänger haben viel zu tun: Nagetiere auch in Osnabrück auf dem Vormarsch
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Das vergangene Jahr hatte ein ungewöhnliches Jubiläum zu bieten: Genau 100 Jahre zuvor hatte Fürst Colloredo-Mannsfeld drei Bisam-Paare von einer Jagdreise in Alaska nach Europa mitgebracht. Seitdem haben sich die Pelztiere auf dem alten Kontinent ausgebreitet.

Allerdings nicht unbedingt zur Freude von Landwirtschaftskammern und Unterhaltungsverbänden. Zusammen mit ehrenamtlichen Bisamjägern versuchen sie seit Jahren, weitere Schäden durch den Nager abzuwenden.

" Nachdem man die Tiere einmal mit ungeahntem Erfolg ausgesetzt hatte, wäre man sie heute fast überall gern wieder los", zitierte die Neue OZ im Oktober 1989 das Lexikon der Tiere. Denn die Nager graben sich in Böschungen, Uferschutzanlagen und wassernahe Verkehrswege.

Dadurch besteht die Gefahr, dass die Dämme einbrechen, gerade wenn sie von schweren Landwirtschaftsmaschinen befahren werden.

Ein weiteres Szenario, das zumindest nicht ausgeschlossen werden kann: Die Tiere könnten auch Eisenbahndämme aushöhlen.

In der Region Osnabrück ist das Problem noch vergleichsweise überschaubar. 2004 wurden vom Unterhaltungsverband knapp 900 Tiere gefangen, in Stadt und Landkreis Osnabrück insgesamt rund 6000.

Kein Vergleich etwa zu Leer oder der Wesermarsch, wo im gleichen Zeitraum jeweils über 30.000 Tiere in die Falle gingen. Der Unterhaltungsverband arbeitet derzeit mit 14 ehrenamtlichen Fängerru zusammen. Dazu gehören auch Egon Bode, Eugen Menke und Guido Litmann. Jeder von ihnen bearbeitet ganzjährig einen bestimmten Uferabschnitt. Denn der Verband betreut allein 350 Kilometer der Flüsse und Bäche. Dazu kommen mehrere hundert Kilometer an kleineren Gewässern.

Die Hauptarbeit fällt im Frühjahr und Herbst an, dann wenn die Tiere ihren Bau verlassen. Bisamjäger erkennen mit ihrer langjährigen Erfahrung schnell die Stellen, an denen Bisame zu finden sind, und stellen dort ihre Fallen mit Äpfeln als Köder auf. Alle Fallen sind mit Vogelschutzsicherungen ausgestattet, betont Lukas Hoffmann, hauptamtlicher Bisamjäger der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Am folgenden Morgen kontrollieren sie, ob sie Tiere gefangen haben.

Gestern waren die Bisamjäger an der Einmündung des Belmer Bachs in die Hase im Einsatz. Wie schnell sich die Tiere verbreiten können, hat Werner Fricke schon häufig erlebt. So wurden schon Exemplare am Westerberg gesichtet: Im Botanischen Garten hatten sie sich sogar unter eine Teichfolie gegraben.

Keine Ratten

Häufig wird der Bisam falsch als Bisamratte bezeichnet. Vielmehr gehört das Tier zur Familie der Wühlmäuse und wird bis zu 1, 7 Kilogramm schwer. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden wegen der Pelze zahlreiche Zuchtfarmen in Europa aufgebaut und später auch Tiere gezielt in der Natur ausgesetzt. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch wird geschätzt, dass der Bestand in Europa mittlerweile mehrere Millionen Exemplare umfasst. Die Nagetiere siedeln sich an Gewässern an und graben unterhalb der Wasserlinie Gangsysteme in die Ufer.

Apfel mag der Bisam gern: Bisamfallensteller Egon Bode mit einer beköderten Falle an der Hase.

Waidmannshell: Bisamjäger Eugen Menke mit einem erlegten Bisam und zum Trocknen aufgehängten Fellen an der Wand. Der Pelz wird auch heute noch zu Kleidung verarbeitet.

Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Henning Müller-Detert


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