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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die häufigste Reaktion: Interessante Idee von L+T
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Politiker befürchten aber schwere Folgen für südliche Innenstadt - ECE schmiedet auch Pläne für das Wöhrl-Viertel
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Die häufigste Reaktion: Interessante Idee von L+ T

Politiker befürchten aber schwere Folgen für südliche Innenstadt - ECE schmiedet auch Pläne für das Wöhrl-Viertel

Osnabrück (hin) Auf positive Reaktionen ist der Entwurf von L+ T-Chef Dieter Rauschen gestoßen, das Textilkaufhaus zu einem Einkaufszentrum auszubauen. " Interessante Idee" - das waren gestern die beiden am häufigsten benutzten Worte der Kommunalpolitiker. Auch die ECE-Projektentwickler halten den Plan " grundsätzlich nicht für abwegig".

ECE hat die Pläne von Dieter Rauschen bereits geprüft, wie der für Osnabrück zuständige Objektentwickler Jörg Wege bestätigte. Begeistert sind die Hamburger Planer nicht. Aber: " Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und man zu dem Ergebnis kommt, dass es so besser für Osnabrück wäre", sei dieser Weg nicht ausgeschlossen. Wege lässt aber keinen Zweifel, dass bei ECE das Justizviertel weiterhin auf Platz 1 steht. ECE verhandelt immer noch intensiv mit dem Land über die Immobilien. Dies gestalte sich als " schwierig", wie er einräumte.

Deshalb richten die Hamburger Projektentwickler auch ihren Blick auf die gegenüberliegende Seite, auf das so genannte " Wöhrl-Areal". ECE hat Hausbesitzern konkrete Kaufangebote unterbreitet.

Platz 3 in der ECE-Prioritätenliste nimmt der L+ T-Komplex ein. Die Hamburger wollen unbedingt in Osnabrück Fuß fassen, wie Jörg Wege gestern bekräftigte. Deshalb schließe sein Unternehmen alle denkbaren Standorte in die Betrachtung ein. Problematisch seien am L+ T-Standort die Zufahrt und das Parken. Die Stadt müsse sich darüber im Klaren sein, dass durch die Konzentration auf den Bereich Kamp-Promenade/ L+ T/ Große Straße die südliche Innenstadt mit der Johannisstraße endgültig abgekoppelt werde. " Die Innenstadt wird dadurch deutlich kleiner", sagt Wege.

Diese Sorge treibt auch die Politiker um. " Wenn Rauschen ein Center baut, löst das nicht das Problem Neumarkt und Johannisstraße", sagte gestern Irene Thiel, Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion. Die Idee sei " sicher interessant" und werde in der Politik " ernsthaft zu diskutieren sein". Allerdings hätte ein Center im Wöhrl-Areal den Charme, dass hier Flächen reaktiviert werden könnten, die heute " auf der Kippe stehen". Thiel hält Rauschen einen Widerspruch in der Argumentation vor: Bisher hätten die Kaufleute bestritten, dass Osnabrück neue Ladenflächen in größerem Umfang benötige.

" Interessant finde ich die Idee schon," sagt Ulrich Hus (SPD), " aber der Neumarkt hätte es dringender nötig."

Klar sei seit dem Gutachten über die möglichen Folgen eines Einkaufscenters, dass sich Osnabrück bewegen müsse, um nicht im Konkurrenzkampf der Städte den Anschluss zu verlieren. Ein Center müsse aber auch in die südliche Innenstadt ausstrahlen. Positiv sei, dass der Einzelhandel in die Offensive gehe und sich neuen Entwicklungen stelle, sagte Hus. Auch Michael Hagedorn (Grüne) gibt zu bedenken, dass die Südstadt nicht abgehängt werden dürfe. Mit großer Skepsis begegnet er dem Vorschlag, die Große Straße teilweise zu überdachen.

" Begeistert" reagierte einzig FPD-Fraktionschef Thomas Thiele. Der L+ T-Plan sei " gigantisch". Es sei sehr zu begrüßen, dass hier ein Kaufmann über Generationen hinweg nach vorn blicke und sich Gedanken nicht nur über den eigenen Laden, sondern über die Stadtentwicklung mache. Thiele begrüßte ausdrücklich diesen " Osnabrücker Weg".

FDP begrüßt den " Osnabrücker Weg

Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip sagte, der Plan sei " ernst zu nehmen" und genauso zu prüfen wie die anderen beiden Standorte. Auch er wies auf die Konsequenzen für die Südstadt hin.

Der L+ T-Entwurf sieht vor, auf dem Hinterhof zur Hase hin ein Einkaufszentrum zu bauen, das insgesamt mehr als 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten würde. Probleme wirft der Verkehr auf: Wie ist die Zufahrt zu gestalten, und wo sollen die Kunden parken? Der Herrenteich könnte den Kunden- und Lieferverkehr nicht aufnehmen.

L+ T-Center

Ein andere Stadt

Von Wilfried Hinrichs

Keine Frage: Die Idee, im Herzen der Fußgängerzone und in unmittelbarer Nähe zur Kamp-Promenade ein Einkaufscenter zu schaffen, hat etwas Bestechendes. Hier entstünde keine Einkaufsinsel, sondern ein Magnet, der gemeinsam mit dem Kamp und der Großen Straße eine starke Anziehungskraft auf Kundschaft aus dem Umland ausüben dürfte und Menschen in die City zöge. Außerdem: Der Trend zum Einkaufscenter ist unaufhaltsam. Immer mehr Kunden - und jeder prüfe sich selbst - schätzen das bequeme, sichere und saubere Einkaufen. Gut, dass der Einzelhandel sich dieser Herausforderung stellen will und den Kampf aufnimmt.

Wer diesen Vorteil will, muss den Mut zu einer klaren Entscheidung in der Stadtentwicklung haben, die da heißt: Die City endet am Neumarkt. Die Johannisstraße müsste eine neue Funktion bekommen - etwa als Büro- und Dienstleistungsstandort. Und der Neumarkt selbst? Der Masterplan könnte sich auf gestalterische Fragen und den Verkehr konzentrieren.

EINE ALTERNATIVE: ECE hat Interesse am so genannten Wöhrl-Areal und Immobilienbesitzern ein Kaufangebot gemacht. Der Bereich steht auf der Prioritätenliste aber klar hinter dem Justizviertel und vor dem L+ T-Komplex. Foto: Elvira Parton
Autor:
hin


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