User Online: 1 | Timeout: 21:37Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zeichen des Fortschritts um 1900
Zwischenüberschrift:
Eine besondere Architektur für etwas ganz Neues - das Elektrizitätswerk
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeichen des Fortschritts um 1900

Eine besondere Architektur für etwas ganz Neues - das Elektrizitätswerk

Gartlage (kgre) Wie verführerisch muss ein Lichtschalter im Vergleich zu flackernden Kerzen und miefenden Öl-Lampen gewirkt haben! Um die Jahrhundertwende wandelten sich Lebensumstände und Gewohnheiten der Menschen. Damit eng verbunden war das elektrische Licht. Der Bau des Elektrizitätswerks an der Kreuzung von Liebig- und Sandbachstraße war nur noch eine Frage der Zeit.

18 Jahre nachdem Thomas Edison in New York das erste öffentliche Elektrizitätswerk der Welt in Betrieb genommen hatte, errichtete die AEG (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) um 1900 mithilfe von städtischen Geldgebern die erste Stromzentrale Osnabrücks. Während die Stadt lediglich für neue Räume sorgte, war es Aufgabe der Berliner Firma, Maschinen und Elektronik zu beschaffen. Am 1. September 1901 floss zum ersten Mal Strom durch das bis dahin recht kleine Netz der Stadt. Erzeugt wurde er von zwei Dampfmaschinen mit jeweils nur 120 Kilowatt Leistung. Vier Jahre später übernahm die Stadtverwaltung selbst den Betrieb. Bis 1909 war die Leistung der Strom erzeugenden Maschinen schon auf 1770 Kilowatt angestiegen.
Untergebracht waren diese in einem mittlerweile umgebauten Zweckbau, der für heutige Maßstäbe sehr aufwändig wirken würde. Mit seinem hoch liegenden Kellergeschoss, den Zwillingsfenstern mit Bögen und dem ausgebauten Dachboden unterschied er sich von einfachen Wohnhäusern jener Zeit. " Was damals große Bedeutung hatte, fand seine Architektonische Form", sagt Denkmalpfleger Bruno Switala über die bauliche Umsetzung, die hohe Wertschätzung ausdrücken sollte. Von dem Komplex, in dem sich vor mehr als hundert Jahren gotischer Baustil und Einflüsse der Renaissance-Zeit verbanden, ist heute nur noch ein Abschnitt an der Liebigstraße im ursprünglichen Zustand erhalten.

Bis zu den Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg stellte das E-Werk ein Beispiel für norddeutsche Backsteingotik dar. Die alte Fassade wurde in den 1930er Jahren zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1951 erfolgte ein Umbau des Südgiebels und damit eine Neugestaltung. Erhalten hat sich seit mehr als hundert Jahren außer dem Kopfbau nur das Treppenhaus. Die alten Steinstufen und das Metallgeländer mit verzierten Knäufen und Endstücken sind die wenigen Überreste. Heute nutzen die Stadtwerke das Gebäude.

MORGEN VOR GENAU 103 JAHREN floss zum ersten Mal Strom durch das Netz der Stadt. An der Liebigstraße entstand das Elektrizitätswerk. Vom alten Bau sind nur der Kopfbau und das Treppenhaus erhalten. Foto: Jörn Martens
Autor:
kgre


Anfang der Liste Ende der Liste