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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Das "Schwarze Wasser" ist nicht schmutzig
Zwischenüberschrift:
Ein Lebensraum mit Geschichte - In den Gruben weichten Bauern die Flachsernte ein
 
Naturdenkmale in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Naturdenkmale in Osnabrück

Das " Schwarze Wasser" ist nicht schmutzig

Ein Lebensraum mit Geschichte - In den Gruben weichten Bauern die Flachsernte ein

Pye

Die Farbe eines Gewässers sagt nicht unbedingt etwas über die Verschmutzung aus. Das " Schwarze Wasser" in Pye ist nur durch Humus dunkel verfärbt. Das Naturdenkmal im Moor ist mit seinen ungezählten kleinen Tümpeln ein Lebensraum mit Geschichte.

Das ursprüngliche Niedermoor in Pye war ein alter Erdfall, indem sich durch Absenken des Bodens Grundwasser sammelte. Als große Teile davon vor mehreren Jahrzehnten kultiviert, also fast trockengelegt wurden, sparten die Verantwortlichen ein kleines Stück aus. Dieses Feuchtgebiet findet sich noch heute östlich der Straße Zum Pyer Moor, etwa 200 Meter südlich der Kreuzung mit dem Moorweg.

Mit flachen, rechteckigen Tümpeln, aus denen die Menschen früher Torf stachen und sie als Rötegruben nutzen, ist die Fläche übersät. In diesen Gruben weichten die benachbarten Bauern ihre Flachsernte ein. Bei der so genannten Wasserröste mussten die Leinpflanzen vollständig unter Wasser getaucht sein. Bakterien bewirkten dann eine Zersetzung des Stängels, so dass sich die Fasern später von Rinde und Holz trennen ließ.

Mit der Wasserfärbung hat die Flachsernte aus vergangenen Tagen nichts mehr zu tun. Der braune Farbton entsteht durch stickstoffreiche Huminsäuren, die sich aus abgestorbenen Pflanzen bilden. Auf dem Areal, das über die Grenzen des laut Akten 0, 6 Hektar großen Naturdenkmals hinausreicht, wachsen Erlen und Weiden. Auf dem trockeneren Boden finden sich vorrangig Kiefern. Das Gehölz sei aber erst im Laufe der vergangenen zwei Jahrhunderte gewachsen, sagt der frühere Naturschutzbeauftragte Prof. Hartmut Peucker.

Früher habe es dort sogar den Sonnentau, eine Insekten fangende Pflanze, gegeben. Nachdem dieser mittlerweile nicht mehr nachzuweisen sei, sind so skurrile Niedermoorpflanzen wie das Sumpfblutauge an seine Stelle getreten.

EIN KLEINER TEIL des einstigen Moores in Pye wurde bei der Kultivierung ausgespart. Hier wachsen Erlen und Weiden und das Sumpfblutauge. Die dunkles Farbe des Wassers entsteht durch Humus. Foto: Detlef Heese
Autor:
kgre


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