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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Wir sitzen hier jetzt wie die Maus in einer Falle"
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"Zwangsenteignung" am Haller Willem - Anlieger geschockt - Verkehrsgesellschaft erklärt: Wir mussten loslegen
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Originaltext:
" Wir sitzen hier jetzt wie die Maus in einer Falle"

" Zwangsenteignung" am Haller Willem - Anlieger geschockt - Verkehrsgesellschaft erklärt: Wir mussten loslegen

Georgsmarienhütte Ende letzter Woche rückte an der Haller-Willem-Strecke beim Übergang Malberger Straße der Bagger an: Rodungsaktion, um nach erfolgter " vorzeitiger Besitzanweisung" durch die Bezirksregierung eine neue Zuwegung zum Hof Henke zu schaffen. Die Anwohner sind empört: " Hier werden ohne Not Fakten geschaffen."

" Ich habe nie für möglich gehalten, dass es so weit kommt, und verstehe die Welt nicht mehr. Wir sitzen hier jetzt wie die Maus in der Falle", regt sich die 78-jährige Gertrud Henke auf, deren zurzeit verpachteter Hof direkt an der Haller-Willlem-Strecke liegt. Für die Reaktivierung der Schienenverbindung zwischen Osnabrück und Bielefeld wird der direkte, rund 50 Meter vom komplett erneuerten Schiene-Straße-Knotenpunkt Malberger Straße entfernt liegende Übergang Hof Henke jetzt zwangsweise geschlossen.

Hintergrund: Die Haller-Willem-Züge müssten sonst künftig in diesem Bereich ihr Tempo abbremsen, da es sich bei Hof Henke um einen unbeschrankten Kreuzungspunkt handelt - und dadurch würde es für den vorgesehenen Stundentaktverkehr eng. Für Gertrud Henke völlig unverständlich: " Bei der Streckenerneuerung beruft sich die zuständige Verkehrsgesellschaft des Landkreises auf altes Recht. Für uns gilt das aber nicht."

Der direkte Anlieger Georg Plate, über dessen Grund und Boden die neue Henke-Anbindung führt, ist über die Art des Vorgehens " geschockt": " Das ist wie eine Zwangsenteignung, ohne dass es bisher ein Urteil gibt. Wir wurden noch nicht einmal informiert, dass angefangen wird."

Ihm geht es nicht ums Geld, sondern um Lebensqualität: " Erst wurden im Sommer an der Strecke ohne Rücksicht Hecken beseitigt, in denen Vögel brüteten, jetzt fällt man bei uns bis zu 30 Meter hohe Altbäume und nimmt uns damit das bisschen Lärmschutz, den wir hatten. Obwohl genug Zeit wäre, den Ausgang des laufenden Rechtsverfahrens abzuwarten." Rund 10.000 Kuro seien ihm von der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) für einen Verkauf geboten worden.

Sowohl für die Familie Plate als auch Nachbarin Henke unsinnig: Die neue Verbindung hat gerade einmal eine Breite von drei Metern. Gertrud Henke: " Der Hof ist zurzeit verpachtet. Aber was ist, wenn wir hier mal wieder Landwirtschaft betrieben wird? Für Begegnungsverkehr mit Maschinen ist die neue Zuwegung viel zu schmal." Zwei Verfahren sind derzeit bei Gericht anhängig: die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung beim Oberverwaltungsgericht (OLG) in Lüneburg und Rechtsmittel gegen die " Vorzeitige-Besitzanweisung"- Entscheidung der Bezirksregierung bei der Baulandkammer des Landgerichts in Oldenburg. Rechtsanwalt Karl Thedieck: " Wir sind guter Hoffnung, dass die von der VLO vorgetragenen Gründe nicht ausreichen." Dagegen macht VLO-Betriebsleiter Jürgen Werner klar: " Wir mussten loslegen, um die Streckenfertigstellung nicht zu gefährden."

ENDE DER BAUMPRACHT: Am Bahnübergang Malberger Straße wurden mit Bagger-Power zahlreiche Kastanienbäume und einige alte Pappeln gefällt. Links ist das Haller-Willem-Gleis und rechts der Hof Plate zu sehen. Foto: Westdörp
Autor:
we


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