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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Kupfer schmelzen, Hitze einlangen, Wärme spenden
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Energie sparen mit Fernwärme - LKH und KME als Vorbild
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Originaltext:
Kupfer schmelzen, Hitze einlangen, Wärme spenden

Energie sparen mit Fernwärme - LKH und KME als Vorbild

Osnabrück Der eine hat' s, der andere braucht' s. Vereinfacht ist die Kooperation zwischen KM Europa Metall (KME) und dem Niedersächsischen Landeskrankenhaus (LKH) an der Knollstraße so auf den Punkt zu bringen. Energie sparen und sinnvoll nutzen, das geht auch über den privaten Haushalt und die Grundstücksgrenze hinaus. KME und LKH machen es vor - mit Fernwärme.

Bei der Kupferschmelze entsteht Energie, die bis 1999 ungenutzt in die Fabrikhalle von KME entwich. Gelbblau schimmert der Abwärmestrahl, der nach oben schießt, weil unten im Kessel Kupfer bei rund 1300 Grad Hitze geschmolzen wird. Diese Energie kann nicht ungenutzt bleiben, befand damals der Osnabrücker Prof. Dr. Klaus Kuhnke, dem bei einer Betriebsbesichtigung die Idee für die Kooperation mit dem LKH kam. Die Idee wurde am damaligen so genannten runden Tisch, der sich mit der Emissionsbelastung in Osnabrück beschäftigte, erörtert und auf den Weg gebracht. Aus einer Idee wurde im Frühjahr 2000 Realität.

Heute befindet sich ein großer Trichter, die Rauchgasabsaughaube, oberhalb des Abwärmestrahls und fängt die Energie auf, die KME kostenlos zur Verfügung stellt. Die Wärme wird über ein Rohr in einen Wärmetauscher geleitet. Hier wird Wasser erwärmt und weiter über etwa 1000 Meter lange Rohre bis zum LKH gepresst. Dort wird die Energie schließlich in das Versorgungsnetz eingekoppelt, 48 Wochen im Jahr, von montags bis freitags. 1200 Megawattstunden Wärmeenergie spare das LKH damit ein, sagt Verwaltungsdirektor Günter Laaken. Das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Energiebedarfs des LKH und etwa 120.000 Liter Heizöl, womit man wiederum durchschnittlich 100 Wohnhäuser (Wohnfläche 120 Quadratmeter) mit Energie versorgen könnte.

Ein Erfolg, wie nicht nur Günter Laaken, sondern auch Richard W. Bitter, Leiter des Staatlichen Baumanagements Osnabrück, findet. Das Amt betreut unter anderem Landesliegenschaften - auch das LKH - und ist stets bemüht, Kosten zu sparen. " Wir haben hier ein Stück Neuland betreten und sind nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch technisches Risiko eingegangen", sagt Bitter. Ein Schritt, der sich bezahlt gemacht habe.

" Es ist eine Win-win-Situation", nennt es Bitter. KME sei nicht mehr der enormen Hitzebelastung in der Fabrikhalle ausgesetzt, das LKH spare Geld, weil Energie kostenlos zur Verfügung gestellt werde, und die Umwelt werde geschont, weil jährlich etwa 570 Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen werden. Auch ein Grund, warum die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein Auge auf die Kooperation geworfen hatte. " Das ist ein echter Beitrag zur Minderung von Umweltbelastungen, zum Klimaschutz und zur Schonung von Rohstoffen", lobt Franz-Georg Elpers, DBU-Pressesprecher. Das 1, 3 Millionen Mark teure Projekt, das aus den Mitteln des LKH finanziert wird, förderte die DBU darum mit 440.000 Mark.

Rückblickend ist auch KME mit der Kooperation sehr zufrieden, auch wenn das Unternehmen selbst so gut wie keine Vorteile aus dem Fernwärmeverbund hat. " Wir würden das jederzeit wieder machen. Die Zusammenarbeit mit dem LKH ist super", lobt Roelf-Evert Reins, KME-Pressesprecher. " Das gehört zur Nachbarschaftshilfe", fügt er schmunzelnd hinzu.

Nach anfänglichen kleinen technischen Schwierigkeiten wird die Anlage nun weiter optimiert. Doch Laaken ist zuversichtlich. Wenn die Energieeinspeisung weiterhin so gut laufe, rechneten sich die Investitionen in ein bis drei Jahren.

Hier gibt es noch mehr Infos

Über die Chancen und Einsatzmöglichkeiten von innovativen Heizsystemen geht es in einem Vortrag zum Thema " Alternativen zu Öl und Gas: Holzpellets, Solarenergie & Co.". Am Mittwoch, 8. Dezember, referiert Diplom-Ingenieur Steffen Hofmann von der Energieagentur NRW von 18 bis 19 Uhr im Zentrum für Umweltkommunikation, An der Bornau 2, Osnabrück. Vorher gibt es um 17.30 Uhr eine Führung durch die aktuelle Ausstellung " Energie®home". Die Ausstellung ist außerdem wochentags von Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung gibt viele anschauliche und nützliche Tipps zum Thema Energiesparen und zeigt zukunftsweisende Energietechnik auf. Info-Broschüren liegen kostenlos aus. Außerdem: Die Verbraucherzentrale berät rund ums Thema Energie am 10. Dezember in Wallenhorst. Anmeldung unter Tel. 05407/ 888601.

HEISSE ANGELEGENHEIT- Unten wird das Kupfer im KME-Ofen bei 1300 Grad geschmolzen. Der Abwärmestrahl schießt nach oben in die Rauchgasabsaughaube, die Energie wird weitergeleitet an das LKH. Ofenmann Udo Stumpe passt auf, dass alles reibungslos läuft. Foto. Gert Westdörp
Autor:
Meike Hohenbrink


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