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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Nur Dornen, Heide und krüppelige Tannen"
Zwischenüberschrift:
Eversburg in der Chronik: Die Anfänge eines Stadtteils
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Nur Dornen, Heide und krüppelige Tannen"

Eversburg in der Chronik: Die Anfänge eines Stadtteils

Eversburg Dieses Buch taucht ganz tief ein in die Geschichte: Zwischen den Buchdeckeln der " Chronik Eversburg" entwickeln die Autoren Folkert Klaaßen und Dr. Bernd Thober das feingezeichnete Bild eines Osnabrücker Stadtteils vom frühen Mittelalter bis zur heutigen Zeit.

Fotos, Zeichnungen, Flurkarten, Stadtpläne - reich ist das Buch illustriert und macht nicht nur dadurch die Geschichte von Eversburg anschaulich. Das gelingt vor allem im zweiten Teil, in dem anhand von Interviews mit Zeitzeugen Geschichte und Geschichten vermittelt werden. Die Befragten erzählen zum Teil von Erinnerungen ihrer Großeltern. Somit beginnt dieser Teil des Buchs um das Jahr 1850.

Das ist die Zeit, in der die Harzer Bergleute einwanderten. 1856/ 57 gründete die Stadt Osnabrück als Betreiberin des Kohlebergwerks Eversburg die Arbeiterkolonie. Damals gab es dort außer zwei Fachwerkhäusern nur " Dornen, Heide und krüppelige Tannen", wie Sofie Hammer sich als Tochter eines Einwanderers 1938 in einem Zeitungsbericht erinnert. Heute ist eine Straße des Stadtteils nach ihr benannt.

Nach einem Überblick zur neueren Geschichte folgt ein intensiver Einblick in die Zeit vor, während und nach den beiden Weltkriegen: Inflation, Armut, Bomben und Menschen, die bei lebendigem Leib verbrennen, sind ebenso Thema, wie der Aufschwung, das ausgelassene Spiel der Kinder oder die genüsslich geschmauchte Zigarre des Vaters.

Neben der Kriegszeit widmen sich die Autoren vier Schwerpunkten: Schule, Religion, Vereinen und Wirtschaftsleben. Einige Anekdoten scheinen direkt aus dem Nähkästchen zu stammen. Wie zum Beispiel die des Eversburgers, der sich an die Schulzeit in den 50er Jahren erinnert - vor allem an die Prügeleien der Mädchen: " Treten, Haare reißen, beißen. Das waren alles Dinge, die bei uns tabu waren" erzählt er. Prügelten sich die Mädchen, sahen er und seine Kameraden neugierig zu.

Und dann ist da die Geschichte des Mädchens, das nicht verstand, wieso seine Badekarte ebenso teuer war wie die für Jungs. Denn die durften an drei Tagen baden, Mädchen nur an zweien.

Der erste Teil des Buches beschreibt Eversburg auf der Basis historischer Quellen. Mit der Schilderung von Funden aus der Jungsteinzeit (2000 bis 3000 v. Chr.) beginnend führt die Chronik durch verschiedene Zeitabschnitte. An ihrem Beginn werden die Verhältnisse in der Stadt beschrieben. Geschichten rund um bedeutende Persönlichkeiten, Ereignisse und Gebäude füllen das Buch anschließend mit Leben. So wird geschildert wie sich die Eversburg vom bedeutenden Meierhof zur Schutzburg entwickelte oder aufgrund von Hexenprozessen im 17. Jahrhundert über 40 Menschen in Osnabrück den Tod fanden.

Die vielen Details, die die Autoren aufgreifen, erscheinen noch zahlreicher angesichts der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde: Ein Jahr hatten Klaaßen und Thober dafür Zeit. Dies im Hinterkopf wird ein Wermutstropfen kleiner: Leider fehlt dem Buch ein Glossar, der bei der gezielten Suche nach Ereignissen oder Personen hilft.

Die Chronik

Die Chronik gibt' s für 19, 80 Euro beim Vorstand des Bürgervereins Eversburg: Ingrid Arendt, Eichenstraße 18, und Friedhelm Groß, Landwehrstraße 16, sowie hier: Piesberger Gesellschaftshaus, Glückaufstraße 1; Sparkasse Osnabrück, Eversburger Platz; Gärtnerei Feldkamp, Triftstraße 23; Tapeten Altrup, Natruper Straße 232; Toto Lotto Schreiber, Atterstraße 28.

VOM MEIERHOF zur Schutzburg: Die Eversburg, hier das alte Herrenhaus, das wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

EINE STRASSE ist nach ihr benannt: Von Sofie Hammer stammen Schilderungen aus der Anfangszeit von Eversburg.
Autor:
mlb


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