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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Mit Sonnenschein zum wohlig warmen Badespaß
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Beim Brauchwasser bis zu 60 Prozent Energieersparnis
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Originaltext:
Mit Sonnenschein zum wohlig warmen Badespaß

Beim Brauchwasser bis zu 60 Prozent Energieersparnis

Von Meike Hohenbrink

Osnabrück
Wäre das schön und vor allem billig! Scheint die Sonne 20 Minuten lang, reicht das theoretisch aus, um den jährlichen Weltenergieverbrauch zu decken. Ganz so einfach ist das allerdings nicht, und somit verpuffen täglich riesige Energiemengen. Familie Lohmann aus Sutthausen möchte dem jedoch entgegenwirken und hat darum beim Bau ihres Hauses auf Solarkollektoren gesetzt.

7, 5 Quadratmeter ist die Kollektorfläche auf dem Dach groß. Sie ist nach Süden ausgerichtet und wandelt die Energie der Sonnenstrahlen um. Die Lohmanns heizen damit ihr Wasser und sparen rund 60 Prozent an herkömmlichen Energiekosten zur Aufbereitung des Warmwassers jährlich ein. " Wir bereuen es nicht", sagt Birgit Lohmann. " Man plant ja länger, und ein bisschen umweltbewusst möchte man auch sein." Darum haben sie und ihr Mann Uli sich für ein Niedrigenergiehaus entschieden - und nicht nur, weil es der Bebauungsplan vorsah. Die Solaranlage auf dem Dach gehört bei ihnen ebenso dazu wie eine gute Dämmung an Fenstern, Wänden und Decken.

Informationen zur Serie " Energie & Umwelt"
finden Sie im Internet: www.neue-oz.de

350 Liter fasst der Wasserspeicher, und im Sommer bringt die Sonne das Wasser fast zum Kochen. 90 Grad zeige das Thermometer schon mal an, erzählt Uli Lohmann. Auch jetzt, im Winter, erfüllt die Solaranlage ihren Zweck und sorgt bei den Kindern Lena (3) und Charlotte (8) für heiteren Badespaß. Denn: " Die Sonneneinstrahlung ist entscheidend, nicht die Umgebungstemperatur", sagt Dr. Roland Digel vom Referat für Energietechnik bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Er erklärt das System in wenigen Worten: " Der Kollektor ist eine gut absorbierende Platte, die Strahlung gut aufnimmt und dabei in Wärme umwandelt." Der Kollektor ist mit einer Glasscheibe abgedeckt. Dadurch entsteht eine Art Treibhaus-Effekt, denn die Wärme wird unter der Glasscheibe gespeichert. Der Absorber erwärmt sich und gibt die Wärme an die Wärmeträgerflüssigkeit (mit Frostschutz) in der Anlage weiter. Über einen Wärmeüberträger wird die Wärme schließlich an den Speicher abgegeben.

Um das Brauchwasser zu erhitzen, werden pro Person etwa 1, 5 Quadratmeter Kollektorfläche berechnet. Die Lohmanns sind zu viert. Die Töchter Charlotte und Lena finden die dunkle Fläche auf dem Dach interessant und sind neugierig. Darum erklärt Birgit Lohmann den Kleinen auch, was sich hinter den dunklen Flächen verbirgt, sagt sie.

11000 Mark hat die Anlage gekostet, als die Lohmanns sie vor drei Jahren angeschafft haben. 895 Mark Förderung gab es. " Das ist schon eine kostspielige Sache", gibt Uli Lohmann zu bedenken. Voraussichtlich dauere es zwölf bis 15 Jahre, bis sich die Anlage amortisiert habe. Doch das stört das Ehepaar nicht - weil es etwas für die Umwelt tut.

Außerdem zieht es einen weiteren Nutzen aus der Anlage. Das Warmwasser, das nicht benötigt wird, wird an einen Heizkörper im Keller abgegeben. Dadurch bleibt der Keller trocken, und Feuchtigkeit wird wirksam bekämpft. " Eine Osnabrücker Spezialität", wie Prof. Dr. Klaus Kuhnke vom Solarenergieverein betont. " Speziell, weil der Solarfachmann Michael Schrempel hier in Osnabrück das entdeckt hat."

SCHÖNE AUSSICHT: Birgit, Uli, Charlotte und Lena Lohmann sparen jedes Jahr Geld, weil sie ihr Wasser mithilfe einer Sonnenkollektoren-Anlage erwärmen. Damit tun sie außerdem etwas für die Umwelt.
Fotos: Detlef Heese

HAHN AUF, und das von der Sonne erwärmte Wasser strömt. Das Zähneputzen macht Lena und Charlotte dann gleich mehr Spaß. Mama Birgit Lohmann passt auf, dass nichts daneben geht.

Informationen
Es macht sich bezahlt, die Sonnenenergie zu nutzen; nicht nur für die Umwelt, auch für den Geldbeutel. Der Fördersatz je angefangenem Quadratmeter installierter Bruttokollektorfläche beträgt 110 Euro. Unter anderem gibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Auskunft unter Telefon 06196/ 909-0. Im Internet unter: www.bafa.de/ 1/ de/ aufgaben/ energie.htm, www. thema-energie.de/ bine/ handler.cfm oder www.sev.freepage.de.

Wer immer schon einmal in das Innere eines Flachkollektors blicken wollte, kommt in der Ausstellung Energie@ home im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), An der Bornau 2, zum Zug. Die Ausstellung gibt viele nützliche und anschauliche Hinweise. Öffnungszeiten: Mo.-Do. 9-17 Uhr, Fr. 9-13 Uhr. Eintritt frei. (mho)

Zur Sache: Rechenbeispiel

Der Solarexperte Prof. Dr. Klaus Kuhnke stellt folgende Beispielrechnung für eine vollständige Solarkollektor-Anlage zur Warmwasseraufbereitung auf: Die Anlage kostet schlüsselfertig vom Handwerker eingebaut pro Quadratmeter Kollektorfläche etwa 1000 Euro plus Mehrwertsteuer. Bei einer Anlage von fünf Quadratmetern und einem Speicher von 300 Litern kostet die Anschaffung demnach 5800 Euro. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert derzeit jeden Quadratmeter mit 110 Euro. Hinzu kommt ein Stadtwerkezuschuss von 500 Euro. Damit verbleibt

ein Preis von 4750 Euro. Diese Anlage spart etwa 2250 Kilowattstunden Wärmeenergie pro Jahr ein. Verrechnet mit einem Ölpreis von etwa 50 Cent pro Liter ergibt sich eine Einsparung von 225 Euro pro Jahr. Dann amortisiert sich rein statistisch gesehen die Solaranlage nach 21, 1 Jahren.
Autor:
Meike Hohenbrink


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