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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bessere Therapie - weniger Schutz
Zwischenüberschrift:
Die Zahl der mit Aids infizierten Heterosexuellen hat sich fast vervierfacht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück " Wenn wir noch einmal so eine Aufklärungskampagne wie Mitte der 80er jähre hätten, könnte viel vermieden werden", sagt Dr. Antonius Mutz von der Infektionsambulanz im Klinikum. Ein Problem sehen Fachleute wie er: Die Menschen gehen sorgloser mit dem Thema Aids um.

Die neuen Behandlungsmöglichkeiten haben die Sterberate für Infizierte drastisch reduziert. Die Infektion scheint behandelbar, deshalb bewege sich das Verhalten " mehr auf genitalem als auf genialem Niveau", wie es Mutz beschreibt. Aids sei nicht mehr tödlich, " macht aber empfänglich für andere Krankheiten", stellt der Arzt klar.

Jugendliche glauben, auch die Pille schützt

Außer in Afrika breite sich die Epidemie in Osteuropa am schnellsten aus. Durch Zuwanderer müsse sich Deutschland auf einen Anstieg der Erkrankten einstellen. Mitglieder eines neu gegründeten bundesweiten Kompetenzzentrums, dem sich bisher 30 Aids-Zentren angeschlossen haben, bemühten sich darum, deutsche Ärzte nach Osteuropa zu schicken, um dort die Präventionsarbeit zu verstärken. Vorbeugung ist nach Auskunft von Josef Mensen und Kristina Hesse von der Aidshilfe Osnabrück weiter ein Schwerpunkt der Arbeit. Jugendliche fühlen sich oft informiert, berichtet Kristina Hesse. Sie wissen, dass Kondome schützen, " manche glauben aber auch, dass die Pille vor Aids schützt".

Ungeschützter Geschlechtsverkehr sei weiter die Hauptursache für eine Infektion. Das gelte inzwischen sogar für Drogennutzer, die mit Angeboten zum Spritzentausch gute Möglichkeiten hätten, saubere Spritzen zu bekommen. 22 Prozent der Patienten in der Infektionsambulanz Osnabrück sind Drogenabhängige. Vor zehn Jahren waren es 30 Prozent.

Den größten Anteil stellen mit 40 Prozent nach wie vor Homosexuelle (vor zehn Jahren 51 Prozent). Der Anteil der Heterosexuellen hat sich seither von 5 auf 19 Prozent fast vervierfacht. Zurückzuführen sei das unter anderem auch auf bisexuelle Männer, die ihren gleichgeschlechtlichen Ehebruch verschwiegen.

Offenheit - auch wenn es noch so schwer fällt - sei hier der sicherste Weg, betont Mensen. Mit einem HIV-Antikörpertest könnten dann mögliche Folgen erkannt werden. Auch in diesem Bereich müsse die Aufklärung wieder verstärkt werden, denn die Zahl der Aids-Tests ist stark rückläufig: In diesem Jahr waren es bundesweit bisher gut 2500, 1993 mehr als 10200.

Zusammenarbeit bundesweit einmalig

Die medizinische und soziale Betreuung von bisher 510 Patienten durch die Infektionsambulanz am Klinikum und der angegliederten Aidshilfe sei optimal, lobt Dr. Mutz. Deutschlandweit sei diese Kooperation einmalig. Am Klinikum am Finkenhügel findet zum heutigen Welt-Aids-Tag um 18.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt. Mit der Lichtinstallation " light up my life" wird dabei an die Baumpflanzaktion von 1993 erinnert.

DIE BÄUME, die 1993 in Erinnerung an Aids-Tote vor dem Klinikum gepflanzt wurden, werden noch bis 6. Dezember durch eine Lichtinstallation beleuchtet. Dort findet heute um 18.30 Uhr die Cedenkveranstaltung zum Welt-Aids-Tag statt. Foto: K. Lindemann
Autor:
S.


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