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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Schwarzerde ist "Boden des Jahres"
Zwischenüberschrift:
Gefahr durch Erosion und Flächenversiegelung - Bedeutung bewusst machen
Artikel:
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Originaltext:
Schwarzerde ist " Boden des Jahres"

Gefahr durch Erosion und Flächenversiegelung - Bedeutung bewusst machen

Osnabrück (slx) Neben Baum, Wort und Vogel des Jahres gibt es jetzt auch einen " Boden des Jahres". Die Auswahl des Kuratoriums fiel für 2005 auf die Schwarzerde und wurde gestern in Osnabrück verkündet.

Warum die Wahl der Experten gerade auf die Schwarzerde fiel, erläuterte Prof. Martin Körschens. Der wertvolle Ackerboden sei sehr fruchtbar. Obwohl er zu den besten Böden gehöre, könne er aber nicht alle Belastungen kompensieren. Bei falscher Nutzung könnten die nicht erneuerbaren Böden unwiederbringlich verloren gehen, warnte der Wissenschaftler.

Risiken bestünden zum einen durch Flächenversiegelung, zum anderen durch Erosion. Das gelte allerdings nicht nur für die Schwarzerde, sondern für alle Böden. Den Böden werde weltweit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt kritisierte Körschens. Ein Hektar Schwarzerde sei so fruchtbar wie zehn Hektar Tropenboden. Allein aus diesem Grunde sei die Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzflächen in unseren Breiten " ökologisch wie moralisch unvernünftig."

Die Bedeutung des Bodens für die Menschen müsse ausreichend bewusst gemacht werden, forderte Prof. Monika Frielinghaus als Sprecherin des Kuratoriums " Boden des Jahres". Falscher Umgang könne schwere Auswirkungen wie Hungersnöte oder Überschwemmungen haben.
" Zwei Generationen haben mehr zerstört als alle vorherigen", forderte Fielinghaus mehr Verantwortungsbewusstsein ein.

Die Öffentlichkeit sensibilisieren möchte auch Niedersachsens Umwelt-Staatssekretär Christian Eberl: " Schon Jugendliche müssen wissen, dass das, was wir täglich mit den Füßen treten, geschützt werden muss", sagte er.

Oberbürgermeister Hansjürgen Fip betonte als Schirmherr der Veranstaltung die Anstrengungen Osnabrücks als " Bodenstadt". Derzeit bemühe sich Osnabrück in Brüssel um den Standort als europäisches Bodenkommunikationszentrum: " Das wäre das i-Tüpfelchen unseres Engagements."

Eventuell werde der " Boden des Jahres" nun alljährlich in Osnabrück gekürt, sagte Frielinghaus am Rande der Veranstaltung. Sie als Vorsitzende des entscheidenden Kuratoriums würde dies befürworten.

Zur Sache: Schwarzerde

Wertvollste Ackerböden

Schwarzerden (Tschernoseme) sind die wertvollsten Ackerböden Deutschlands und Maßstab für alle anderen Böden. Bei der noch heute gültigen Bodenschätzung von 1934 erhielt Schwarzerde die Bodenzahl 100. Alle anderen Böden wurden an dieser Zahl gemessen und gleich oder niedriger eingestuft. Schwarzerden kommen vor allem in Sachsen-Anhalt vor. Dort besteht mehr als ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus Schwarzerde. Die Böden entstanden vor etwa 12000 Jahren. Sie bieten sehr gute Bedingungen für Bodenorganismen. (slx)

VORHANG AUF! Die Schwarzerde wurde gestern zum Boden des Jahres ausgerufen. Bei der Vorstellung dabei waren Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip, die Sprecherin des Kuratoriums " Boden des Jahres", Prof. Dr. Monika Frielinghaus, der Staatssekretär des niedersächsischen Umweltministeriums, Dr. Christian Eberl, und Dr. Ines Merbach vom UFZ Leipzig-Halle. Foto: Gert Westdörp
Autor:
slx


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