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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Sieht komisch aus, heizt aber umweltfreundlich
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Und spart Kosten: Holzpellets als Alternative zu Gas und Öl
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Sieht komisch aus, heizt aber umweltfreundlich

Und spart Kosten: Holzpellets als Alternative zu Gas und Öl

Osnabrück

Ein Knopfdruck - und wenige Sekunden später flackert das Feuer im Ofen. Alles geht automatisch. Das Ehepaar Volker und Sandra Stumpenhorst ist vom Heizen mit Holzpellets begeistert. Anfangs waren sie zwar erst skeptisch, geben die beiden zu, doch nun kommt für sie nichts anderes mehr infrage.

Das Ehepaar ist erst vor kurzem in das Osnabrücker Land gezogen und wohnt zur Miete. Im Erdgeschoss des Niedrigenergiehauses, in dem es 160 Quadratmeter bewohnt, sucht man vergeblich nach Heizkörpern. Der Holzpelletofen strahlt ausreichend Wärme aus. Der Rest läuft über die Fußbodenheizungen, und auch das Wasser wird durch die im Ofen erzeugte Energie erwärmt. Im Keller steht ein großer Kessel. In Kombination mit der Solaranlage auf dem Dach wird das Haus ausschließlich durch alternative Energien versorgt.

Über einen Regler im Wohnzimmer kann das Ehepaar unter anderem eingeben, wie warm es im Haus sein soll, wann sich der Ofen an- und wieder ausschaltet. " Das ist so einfach wie eine Fernbedienung", sagt Volker Stumpenhorst. Die Rückstände bei der Verbrennung seien zudem gering. Nach einer Woche nur zwei Hand voll Asche, sagt der Polizeibeamte.

Die Holzpellets sind genormte, zylindrische Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz. " Wie Hühnerfutter", scherzt Sandra Stumpenhorst. Auf dem Dachboden befindet sich ein vier Quadratmeter großer Speicher, in dem die Pellets lagern. Außen am Haus gibt es zwei Rohre. Wenn der Lieferant kommt, werden zwei Schläuche angebracht und mit Über- und Unterdruck gearbeitet. Während auf der einen Seite die Holzpellets in die Kammer geblasen werden, wird auf der anderen Seite gleichzeitig Staub abgesaugt. 1500 Kilo fasst der Speicher. Damit kommt das Ehepaar voraussichtlich ein Jahr lang aus. Kosten: 290 Euro.

Unten an ihrem Ofen brauchen die Stumpenhorsts nur einen Knopf zu drücken. Die Pellets purzeln je nach Programmierung langsam in die Feuerstelle und entzünden sich. Der Vorteil: Holzpellets und auch ihre Herstellung sind umweltfreundlich. Sie sind im Gegensatz zu fossilen Energieträgem CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung nur die Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, die der Baum zuvor beim Wachsen aufgenommen hat.

Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wird dagegen deutlich mehr CO2 freigesetzt. Außerdem rentiert sich der Verbrauch von Pellets im Vergleich zu Gas und Öl langfristig. Der Deutsche Energie-Pellet-Verband (DEPV) hat ermittelt, dass die Kosten für Pellets heute im Durchschnitt bei etwa 71 Prozent der jährlichen Erdgas- und 85 Prozent der Heizölkosten liegen. Den Berechnungen wird ein Pelletpreis von 170 Euro pro Tonne zu Grunde gelegt. Bei einem durchschnittlichen Brennstoffbedarf von rund vier Tonnen für ein Einfamilienhaus und einem Mehrwertsteuersatz von nur sieben Prozent (Heizöl und Erdgas 16 Prozent) entspricht dies jährlichen Kosten von etwa 6 70 Euro (Flüssiggas 1300 Euro, Heizöl 680 Euro, Erdgas 800 Euro).

Die Investitionskosten liegen je nach Ofen zwar über denen von Öl- und Gasheizungen, sagt DirkSchötz, Diplomingenieur bei der Deutschen Bundesumweltstiftung. Sie machten sich jedoch über die Jahre bezahlt. Außerdem fördere der Bund das Heizen mit Holzpellets. (Siehe Infobox.)

Zur Sache: Hier gibt es Zuschüsse

Der Einbau von Pelletöfen wird gefördert. Wichtig ist, dass vor Antragstellung noch nicht mit dem Bau oder Tausch der Heizungsanlage begonnen worden ist. Der Antrag muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BA-FA) gestellt werden, Tel. 06196/ 908-625, www.ba-fa.de. Außerdem fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau, Palmengartenstr. 5-9, 60325 Frankfurt, Tel. 01801/ 335577. Alles rund um Holzpellets finden Sie außerdem im Internet unter www.depv.de. Infos zum Thema " Energiesparen in Haus und Heim" gibt es auch am Freitag, 3. Dezember, um 18 Uhr bei einem Vortrag im Zentrum für Umweltkommunikation, An der Bornau 2. (mho)

AM REGLER kann der Ofen nach Wunsch eingestellt werden. Dann läuft' s automatisch.

SIEHT AUS WIE " HUHNERFUTTER", finden Sandra und Volker Stumpenhorst. Die beiden beheizen ihr Mietshaus mit Holzpellets und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das lodernde Feuer sei außerdem " sehr beruhigend". Fotos: Egmont Seiler
Autor:
Meike Hohenbrink


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