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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Benzol und andere Gifte im Boden
Zwischenüberschrift:
Baugebiet Bessemerstraße: Ergebnisse liegen vor - Kleinkinder gefährdet
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Originaltext:
Benzol und andere Gifte im Boden

Baugebiet Bessemerstraße: Ergebnisse liegen vor - Kleinkinder gefährdet

Osnabrück (jan) Der neu aufgefüllte Boden im Baugebiet Bessemerstraße ist mit Krebs erregenden Stoffen verseucht. Das ist das Ergebnis intensiver Untersuchungen, die in den vergangenen Wochen stattgefunden haben. Gegen den Verursacher, ein Osnabrücker Tiefbauunternehmen, läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren.

Auf dem ehemaligen Klöckner-Gelände im Stadtteil Schinkel war im April belastetes Erdreich einen Meter tief abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt worden. Anschließend beauftragten die Grundstückseigentümer die Erschließungsfirma damit, die einzelnen Parzellen mit " geeignetem Boden" wieder aufzufüllen.

Doch das neue Erdreich ist alles andere als " geeignet", wie sich jetzt herausstellte. Es ist mit Benzin und dem Lösungsmittel Benzol verunreinigt - außerdem mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs), von denen einige Vertreter Krebs erregend sind. Nach Angaben des städtischen Fachdienstes Ordnungsbehördlicher Umweltschutz entsprechen die bisher festgestellten Schadstoffgehalte nicht den gesetzlichen Auflagen für die Qualität von Gartenböden. Vor allem spielende Kleinkinder und Bewohner, die bei der Gartenarbeit direkt mit dem Erdreich in Berührung kommen, seien gefährdet.

Nach den polizeilichen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft rekonstruiert, dass der belastete Boden zum Teil von einer Abbruchbaustelle an der Tannenburgstraße stammt. Auf dem dortigen Gelände eines Einkaufszentrums befand sich früher eine Tankstelle. Die Erschließungsfirma hatte nach Anordnung eines Sachverständigen den Auftrag, das verunreinigte Material zu entsorgen. Für 2000 Tonnen liegen auch entsprechende Nachweise vor. Warum trotzdem mit Benzin und Benzol verseuchte Reste als Füllboden an der Bessemerstraße zum Einsatz kamen, ist derzeit noch unklar. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es sich um vorsätzliche umweltgefährdende Abfallbeseitigung handelt und sich die Erschließungsfirma damit strafbar gemacht hat.

Anderes Erdreich stammt den Ermittlungen zufolge von Autobahnbaustellen auf der A1 und A30 im Raum Osnabrück. Darin wurden die giftigen PAKs gefunden, die vermutlich bei Asphaltierungsarbeiten in den sandigen Untergrund eingedrungen sind. In fachlicher und ordnungsrechtlicher Hinsicht ist der städtische Fachbereich Grün und Umwelt für den Fall zuständig. Die Behörde geht davon aus, dass die Auffüllungen weitgehend wieder entfernt werden müssen. Eine abschließende Entscheidung gibt es aber auf Grund der andauernden Ermittlungen noch nicht. Um weitere Untersuchungen durchführen zu können, wurden erst vorigen Freitag neue Proben genommen und dafür Löcher in die Bodenplatte eines Hauses gebohrt.

An der Bessemerstraße sind sechs bis sieben Grundstücke und die westliche Erschließungsstraße von der Bodenverseuchung betroffen. Vier Häuslebauer haben sich inzwischen zusammengetan und gemeinsam einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um Schadensersatzansprüche geltend zu mache. Vor allem die Ungewissheit sei schlimm, sagte gestern Bauherr Johann Hoffmann, der durch seine Beobachtungen im Juli die Sache ins Rollen gebracht hatte. Die Arbeiten an seinem neuen Eigenheim sind schon weit fortgeschritten. Diese Woche wird der Estrich verlegt, dann kann der Innenausbau beginnen.

Derweil machen sich Johann Hoffmann und seine Nachbarn angesichts der erschreckenden Ergebnisse nicht nur Sorgen um die Gesundheit ihrer Familien, sondern auch um den Wertverlust ihrer Häuser. Unter den Fundamenten wird der verseuchte Boden nicht auszutauschen sein, dass die Gebäude auf einer Altlast stehen, wird wohl oder übel ins Grundbuch eingetragen. Genau das hatte an der Bessemerstraße eigentlich verhindert werden sollen.

STARK VERSEUCHT: Der Boden wird von einigen Grundstücken wahrscheinlich weitgehend wieder entfernt werden müssen.
Autor:
jan


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