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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Man spricht darüber
Zwischenüberschrift:
Diese Straße ist ein Skandal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit zehn Jahren ist die Autobahn " Hansa-Linie" in Betrieb, aber der Zubringer zur Auf- und Abfahrt ,, Osnabrück-Hafen" Ist immer noch nicht voll ausgebaut. Inzwischen ist das Hin und Her um diese Straße und das entsprechende Teilstück der Wersener Landstraße selbst zum Skandal geworden. Hier drängt sich auf einer Fahrbahn, die nur zwischen sechs und sechseinhalb Meter breit ist, ein Verkehrsstrom, der sich einmal gegenseitig behindert und zum anderen die Anlieger stark belästigt. Hier verkehren nicht nur Personenkraftwagen und schwere Laster, hier ist auch starker Panzerverkehr, der vom britischen Militärlager Eversburg nach Achmer und zurück donnert. Jetzt haben diese unhaltbaren Zustände eine Bürgerinitiative und eine Interessengemeinschaft auf die Palme getrieben. Ihre Sprecher: " Uns bleibt nur noch die Flucht in die Öffentlichkeit."

Die Bürgerinitiative ,, Wersener Landstraße/ Strothesiedlung" und die Interessengemeinschaft ,, Gewerbepark Atter" legen der Öffentlichkeit und dem Niedersachsischen Ministerin für Wirtschaft und Verkehr detaillierte Untersuchungen vor. Man hat Verkehrszählungen vorgenommen, die z. B. in einer Stunde folgende Verkehrsbewegungen auf der Wersener Landstraße ergaben: 516 Pkw, 67 Lkw bis 7, 5 t, 61 Schwerlaster (teilweise mit Anhänger) und 21 Zweiradfahrer. Dazu kommt noch der Öffentliche Nahverkehr, von dessen Endhaltestelle die Fahrgäste auf ihrem Fußweg diesen Belastungen ausgesetzt sind, denen sie oft nur wenn sich zwei Lkw begegnen durch einen Sprung in einen der neben der Fahrbahn verlaufenden Graben ausweichen können.

Die Anlieger des Gewerbeparks Atter fühlen sich darüber hinaus auch betrogen. Als sie Ihren Standort In diesem neuen Gewerbegebiet wählten, spielte die Zusage der Stadt hier des Amtes für Wirtschaftsförderung diesen Autobahnzubringer innerhalb von fünf bis sechs Jahren voll auszubauen, eine wesentliche Rolle. So entschied auch 1971 eine große internationale Spedition, sich an der Prof.-Porsche-Straße anzusiedeln, und zwar als erster Betrieb In dem neuen Gewerbegebiet, womit natürlich Pionierarbeit verbunden war. Inzwischen sind über neun Jahre vergangen. Das für dieses Unternehmen lebenswichtige Problem einer unmittelbaren und schnellen Verbindung zur Innenstadt ist immer noch nicht gelöst. Die Ausbaustrecke endet wie damals an der Wersener Straße/ EckeSchwenkestraße. Von hier bildet die Wersener Landstraße (L 88) bis zur Einmündung Prof.-Porsche-Straße ein ,, Nadelöhr". In dem allmählich unhaltbar gewordene Zustände herrschen.

Die Verkehrsbehinderungen auf dieser Strecke rühren aber auch von einem beschränkten Bahnübergang her, denn hier kreuzen Bundesbahngleise der Strecken " Löhne, Rheine. Emden, Norddeich und Löhne, Rheine, Bentheim, Niederlande" die Wersener Landstraße. Rund 125 Zuge blockieren immer wieder den Straßenverkehr, so daß es nicht selten zu einem Chaos kommt, denn vielfach reicht die Öffnungsphase der Schranken nicht einmal, aus den aufgestauten Fahrzeugen das Passieren des Bahnüberganges in einem Zuge zu ermöglichen.

Die Kritik der Bürgerinitiative und der Interessengemeinschaft ,, Gewerbepark Atter" ist nach Hannover gerichtet, denn am 10. September 1980 erklärte die Stadt Osnabrück, daß sie alle Mittel für die Beseitigung des Dilemmas zur Verfugung stelle, es fehlten jedoch die Landesmittel. Die neue Trasse für die Entlastungsfahrbahn liegt seit langem fest, aber was nutzt das, wenn die Verhandlungen mit der Landesregierung ganz offenbar festgefahren sind. Frau Minister Birgit Breuel würde mehr als ein gutes Werk tun, wenn sie dafür sorgen würde, daß diese Verhandlungen wieder flottgemacht werden.
Autor:
Rudolf Schachtebeck


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