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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Smogsituation ist an Osnabrück vorbeigegangen"
 
"Werden nicht zögern"
 
Das geht aufs Gemüt
Zwischenüberschrift:
Aber im Monat Januar deutlich höhere Werte
 
Umweltminister Remmers nimmt Stellung
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
" Die Smogsituation ist an Osnabrück vorbeigegangen", erklärte der TÜV-Meteorologe Dr. Dieter Stein, als der Umweltschutzausschuß gestern die Meßstelle am Harderberg besichtigte. Nach der Empörung der vergangenen Tage über das Fehlen von aktuellen Werten (siehe untenstehenden Bericht) hatte Umweltminister Remmers den Technischen Überwachungsverein autorisiert, Auskunft über die Meßergebnisse in Osnabrück zu geben. Wichtigstes Ergebnis: Am Harderberg wurden die Grenzwerte für die Luftbelastung bei weitem nicht erreicht. Allerdings lagen die Werte Mitte Januar erheblich über denen der vergangenen Tage.

Noch nie war eine Sitzung des Umweltausschusses so gut besucht wie gestern. Der Stadtwerke-Bus reichte gerade aus, um das wißbegierige Publikum zum Harderberg zu fahren. Dabei war der Termin keineswegs aus aktuellem Anlaß, sondern schon vor einigen Wochen festgelegt worden. Nicht der Smog-Alarm, sondern die Sorge über gefährliche Luftfrachten aus Ibbenbüren hatte das Interesse des Ausschusses an der Meßstation geweckt.

Ein Stahlcontainer auf dem Parkplatz des Franziskus-Hospitals, nicht größer als eine Fertiggarage, enthält die empfindlichen Sensoren und Apparate, von denen sich die Osnabrücker Klarheit erhoffen, ob und in welchem Maße in der Stadt dicke Luft herrscht.

Kontinuierlich gemessen wird aber nicht nur für die Stadt, sondern auch für den Raum Georgsmarienhütte. Schon deshalb steht die Station abseits der potentiellen Luftverschmutzer im Grenzgebiet. Wenn sich der Nebel verzieht, ist der Blick frei bis Ibbenbüren.

Das neue Kohlekraftwerk, das nach dem Einbau der Teilentschwefelung seit Mitte Dezember wieder in Betrieb ist, war der Auslöser für das Umweltministerium, die Luftsituation im Osnabrücker Raum unter die Lupe zu nehmen.

Neben der kontinuierlich arbeitenden Meßstelle im Container gibt es einen Meßwagen, der nach einem festen Plan an verschiedenen Stellen seine " Fühler" ausstreckt. An drei Tagen in jeder Woche hält er sich in Osnabrück oder Georgsmarienhütte auf, jede halbe Stunde wechselt er seinen Standort.

Was an Staub, Ozon, Stickoxiden und Schwefeldioxid ermittelt wird, wandert zusammen mit Werten über Temperatur, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge in den Computer. Aus einer ungeheuren Datenflut wird dann voraussichtlich im Sommer dieses Jahres das Gutachten für den Umweltminister erstellt. ,. So dick wie zwei Telefonbücher", meint der TÜV-Spezialist Werner Cost, der gestern zusammen mit seinem Kollegen Dieter Stein nach Osnabrück gekommen war.

Aber das " großräumige Immissionsmeßprogramm" stieß im Ausschuß auf weit weniger Interesse als die aktuellen Werte. Die beiden Sachverständigen gaben bereitwillig Auskunft: Am Harderberg hat sich der Durchschnittswert an Schwefeldioxid bei 0, 03 Milligramm pro Kubikmeter Luft eingependelt, der Grenzwert für die Vorwarnstufe liegt 20mal höher, bei 0, 6 mg/ m³. Am 14. Januar um 7 Uhr morgens war der Wert allerdings auf über 0.4 mg/ geklettert.

Nach den Erfahrungen der Smog-Spezialisten gibt es keine wesentlichen Abweichungen zwischen den Meßwerten am Harderberg und denen in der Stadt. Allerdings war der Meßwagen an den entscheidenden Tagen gerade nicht verfügbar. Neben Osnabrück und Georgsmarienhütte muß er nämlich auch in Nienburg an der Weser seine Antennen ausfahren.

Am Meßplan gebe es nichts zu rütteln, erklärten die beiden TÜV-Sachverständigen gegenüber unserer Zeitung, denn der werde nach einem statistischen Zufallsprinzip langfristig im voraus aufgestellt. Es mag die Osnabrücker trösten: Im Augenblick ist der Meßwagen wieder für drei Tage hier.

" Werden nicht zögern"

Umweltminister Remmers nimmt Stellung

Ein starkes Echo löste unser gestriger Bericht über die fehlenden Smog-Messungen in Osnabrück nicht nur bei Osnabrücker Behörden, sondern auch im niedersächsischen Umweltministerium aus. Von zahlreichen Anrufern aus Osnabrück aufgeschreckt, reagierte der Minister gestern nachmittag mit einer Presseerklärung.

" Nach allem, was wir wissen, gehört Osnabrück nicht zu den besonders belasteten Gebieten. Darüber können wir alle froh sein", hielt Remmers fest. Unabhängig davon werde ein großräumiges Immissionsmeßprogramm durchgeführt. " Sollten wir wider Erwarten Probleme feststellen können, werden wir mit den nötigen Schritten nicht zögern", heißt es weiter.

Auflagen für den Smogfall bezeichnet Remmers als " letztlich unzureichend", solange nicht an der Quelle der Luftverschmutzung angesetzt werde. Es müsse alles getan werden, damit dieLuftreinigung schon in den Produktionsbetrieben auf den neuesten Stand der Technik und Wissenschaft gebracht werde. " Hier sind wir auch konsequent dabei", schreibt Remmers weiter.

Das geht aufs Gemüt

Till hatte sich offensichtlich zu früh darüber gefreut, daß die Osnabrücker in einen strahlend blauen Winterhimmel schauen durften. Während anderswo Smog-Warnungen die Bürger in den Wohnungen festhielten. Jetzt ist nach den schönen Tagen, die bereits einen Hauch von Frühling andeuteten, die Dunstsuppe auch über Osnabrück. Das drückt, unabhängig davon, ob mehr Schadstoffe in der Luft sind oder nicht, doch erheblich auf das Gemüt. Nach Tagen, die schon deshalb länger wurden, weil die Sonne vom Himmel lachte, ist es jetzt morgens wieder länger und abends früher duster. Wer Auto fährt, muß nicht nur höllisch aufpassen, well die Sicht nur wenige Meter beträgt, er bekommt obendrein wegen der Auspuffgase, die sich bei Nebel schwer verflüchtigen, ein schlechtes Gewissen. Da ist es auch kein Trost, daß offizielle Stellen entweder Nichtssagendes sagen oder abwiegeln. Bei so trüben Aussichten gibt' s wenigstens noch erfreuliche Ansichten, wie etwa das Riesenaufgebot an Frühlingsblumen, das nach dem Frost wieder überall zum Kauf animiert. Bismorgen
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Till


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