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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwölf Jahrhunderte Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Die neue Stadtgeschichte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Hermann Queckenstedt

OSNABRÜCK. Neun ausgewiesene Autoren beleuchten auf fast tausend Seiten die Geschichte der Stadt in zehn Kapiteln. Und sie schenken dabei den Strukturen verstärktes Augenmerk, die die Entwicklung geprägt haben. Das ist der wesentliche Fortschritt dieser neuen " Geschichte der Stadt Osnabrück".

Im ersten Kapitel über die mittelalterliche Siedlungsgeschichte legt der langjährige Stadt- und Kreisarchäologe Wolfgang Schlüter die Bilanz seiner fast drei Jahrzehnte währenden stadtarchäologischen Arbeit vor. Thomas Vogtherr beschreibt Osnabrück im Früh- und Hochmittelalter angesichts der ebenso dürftigen wie schwierigen Quellenlage mit der gebotenen Vorsicht. Und der Münsteraner Professor Dietrich W. Poeck kann im dritten Kapitel über das späte Mittelalter auf einer deutlich besseren Forschungsbasis aufbauen, wobei er in seiner sehr strukturgeschichtlich orientierten Darstellung zu neuen Überlegungen kommt.

Herausgeber Gerd Steinwascher beschreibt die Zeit von der Reformation (1543) bis zum Westfälischen Frieden (1648) als konfessionelles Zeitalter, in dem Glaube und Bekenntnis Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nachhaltig prägten. Der ehemalige Osnabrücker Geschichtsprofessor Ronald G. Asch . schildert die Zeit zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Siebenjährigen Krieg (1763).

Kunstdenkmäler

Als profunder Kenner von Zeit und Ort gibt der Münste-raner Kunsthistoriker Reinhard Karrenbrock einen Überblick über die Bau- und Kunstdenkmäler des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Die Archivarin Christine van den Heuvel aus Hannover untersucht den starken Einfluss, den die seit dem Westfälischen Frieden für das Hochstift Osnabrück festgeschriebene Gleichberechtigung der Konfessionen und vor allem die alternierende Sukzession mit dem Wechsel eines evangelischen Weifenprinzen und eines katholischen adeligen Kerikers im Amt des bischöflichen Landesherrn auf die Stadt hatte.

Bei der Industrialisierung und dem Ersten Weltkrieg richtet der Direktor des Muse-ims Industriekultur, Rolf Spilker, seinen Blick vor allem uif die enormen wirtschaftli-: hen und sozialen Herausforderungen, die das Gesicht der stadt nachhaltig veränderten.

Geschichte der Stach Osnabrück

Das Kapitel über die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus hat wieder Herausgeber Gerd Steinwascher übernommen. Auch hier spiegelt sich der in jüngster Zeit stark erweiterte neue Forschungsstand wider.

Frank Henrichvark hat das Schlusskapitel über die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts beigesteuert, die er selbst als Lokaljournalist in ihrem letzten Drittel begleitet hat. Wiederaufbau, wirtschaftliche Umbrüche und die Suche nach einem eigenen Profil dürften dabei manchem I> eser noch in Erinnerung sein.

Veränderungen

Die neue Stadtgeschichte , behandelt die politischen, wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen, konfessionellen und kulturellen Veränderungen über zwölf Jahrhunderte, wobei die stark variierenden Umfange der einzelnen Kapitel nicht zuletzt Ausdruck des sehr unterschiedlichen Quellen- und Forsch u ngsstandcs sind.

Eine chronologische Abfolge von Ereignissen kann und will die Stadtgeschichte nicht bieten. Zur Orientierung und für einen schnellen ereignisgeschichtlichen Zugriff wäre jedoch eine Zeittafel hilfreich gewesen. Die sorgfältig ausgewählten Fotos und Abbildungen wünscht man sich - unseren Sehgewohnheiten entsprechend - bisweilen in großzügigeren Formaten. Dies sollte den insgesamt ausgesprochen positiven Gesamteindruck der neuen " Geschichte der Stadt Osnabrück" nicht trüben. Die neueren Ergebnisse der Forschung sind nun in kompakter Form im neuen Werk greifbar. Gerd Steinwascher und seinen Mitstreitern ist ein insgesamt großer Wurf gelungen, der für lange Zeit Maßstäbe setzen und künftig " die" Quelle für das historische Selbstverständnis der Osnabrücker Bürgerschaft sein wird.

Geschichte der Stadt Osnabrück: Herausgegeben von Gerd Steinwascher. Verlag Meinders & Elstermann. 992 Seiten, 59 Euro.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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