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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Das Problem: Heimische Arten werden verdrängt
Zwischenüberschrift:
Neobiota - neues Leben in fremder Umgebung (1)
 
Nachtaktiv und gefräßig: Waschbär nur selten zu Gast
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Neobiota - neues Leben in fremder Umgebung (1)

Das Problem: Heimische Arten werden verdrängt

Nachtaktiv und gefräßig: Waschbär nur selten zu Gast

Osnabrück

Als Christoph Columbus 1492 mit seinem Schiff Santa Maria an den Antillen anlegte, taten sich nicht nur für die Europäer neue Möglichkeiten der Besiedlung auf. Durch die entstandenen weltweiten Transportmöglichkeiten konnten sich auch Pflanzen und Tiere neue Lebensräume erobern. Wie das vor sich ging und geht, zeigt das Museum am Schölerberg mit einer Ausstellung ab dem 10. September. In einer Reihe stellen wir einige der Tiere und Pflanzen vor.

" Neobiota" heißen die gebietsfremden Arten. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet " neues Leben". Die Neobiota sind nicht auf die Spielregeln ihrer neuen Lebensräume eingestellt - oft fehlen natürliche Feinde. Deshalb verdrängen sie häufig heimische Tier-und Pflanzenarten. In Australien beispielsweise fanden Kaninchen eine neue Lebenswelt und vermehrten sich explosionsartig.

Aliens im Vorgarten

Unter den Neobiota unserer Breitengrade sind einige bekannte Arten: der Staudenknöterich, der Damhirsch, die Regenbogenforelle, die Spätblühende Traubenkirsche oder auch der Waschbär.

Aus Nordamerika eingewandert, kommt er auch im Osnabrücker Raum vor, aber nur " dann und wann", sagt Kreisjägermeister Antonius Albers. Momentan ist ihm kein Fall bekannt. Vor etwa zwei Jahren lebte in Sutthausen ein Waschbär. Jedoch nur für kurze Zeit, denn er wurde alsbald von Jägern erlegt.

" Waschbären haben hier keine natürlichen Feinde", weiß Albers. So könne er sich ungehindert vermehren. Problematisch ist der Kleinbär, weil er sich von Niederwild wie Fasanen und Hasen ernährt. Außerdem gefährdet der Nesträuber auch den Bestand der Bodenbrüter. Ihn zu jagen sei nicht einfach, denn " das Tier ist nachtaktiv und arbeitet sowohl auf Bäumen als auch auf dem Boden", erklärt der Kreisjägermeister.

Wegen seines schönen und teuren Pelzes wurde der katzengroße Waschbär zur Bereicherung der Jagd Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt. Seither hat er weite Teile des Landes besiedelt. Der Waschbär bevorzugt Mischwälder und die Nähe von Gewässern. Den Tag verbringt er in Höhlen oder verlassenen Fuchsbauten. Hier zieht er auch seine Jungen groß und verbringt seine Winterruhe.

Die Ausstellung " Neobiota - Aliens im Vorgarten" zeigt das Museum am Schölerberg vom 10. September bis zum 29. Januar 2006. Anschließend geht die Wanderausstellung auf Reisen durch Deutschland.

NIEDLICHER NESTRÄUBER: Waschbären gefährden den Bestand an Bodenbrütern. In Osnabrück kommen sie nur dann und wann vor. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Marie-Luise Braun


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