User Online: 1 | Timeout: 14:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verrückt-fröhlicher Sturm auf das Möbelwunderland
Zwischenüberschrift:
26 000 wollten die Ersten bei Billy, Älgkalv und Poäng sein - Ikea-Start verlief trotz Massenansturms ohne Probleme
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück

" Ja spinnt ihr denn alle?" Der Radfahrer, der sich gestern Morgen um 5.50 Uhr auf der Rheiner Landstraße mühsam seinen Weg durch die zu Ikea strömenden Massen bahnte, verstand die Welt nicht mehr. Etwa 26 000 waren es bis zum Abend. Die ganz Harten standen schon am Mittwoch um 23 Uhr vor der Tür.

Bis zur offiziellen Eröffnung um 8 Uhr hatten sich dann 3500 Leute eingefunden. Und so war die Situation gestern Morgen: Die Rheiner Landstraße säumten Absperrungen, um regelwidriges Parken zu verhindern. An jeder Kreuzung hatte sich die Polizei postiert, um den Verkehr zu regeln. Das OS-Team überwachte in allen angrenzenden Straßen den ruhenden Verkehr. Um 6 Uhr stauten sich die Fahrzeuge bis zum Kreisel Große Schulstraße. Auf dem Ikea-Parkplatz war um diese Zeit bereits kein Platz mehr frei. Vor den Eingängen drängten sich die Menschen. Mit einem Unterhaltungsprogramm vertrieb der schwedische Möbelbauer schlechte Laune und kalte Temperaturen. Der Kampf um die 6000 Kaffeetassen, mit denen ein Jahr bei Ikea kostenlos Kaffee getrunken werden kann, nahm seinen Lauf.

Drinnen herrschte derweil ebenso gute Stimmung wie draußen. Die Prominenz traf sich zum gemeinsamen Eröffnungsfrühstück. Ralf Möller, Niederlassungsleiter, sprach von seinen Vorfahren, die vor 350 Jahren, erst nachdem sie 60000 Taler von den Osnabrücker kassiert hatten, die Stadt wieder verließen. " Jetzt haben wir 50 Millionen Euro investiert und werden dauerhaft hier bleiben." Hans-Jürgen Fip begrüßte das Engagement des schwedischen Möbelgiganten. Er hoffe, dass möglichst viele Kunden nach dem Ikea-Besuch auch noch den Weg in die Stadt fänden, so Osnabrücks Oberbürgermeister.

Steffanie Nyenhues und Luana Jatzlau aus Rheine haben ihm zumindest gestern diesen Gefallen nicht getan. " Wir waren um halb sechs hier, bleiben bis heute Nachmittag und fahren dann wieder nach Hause", so Mutter und Tochter. Der Reiz des Neuen hat sie in die Hasestadt gezogen - und der Wunsch nach passender Bettwäsche, die es im niederländischen Ikea um die Ecke in Enschede nicht gibt. Die beiden waren unter den ersten 50 Besuchern und wurden - wann passiert einem das schon mal beim Einkaufen - von den Ikea-Mitarbeitern mit frenetischem Beifall empfangen.

Die muntere Ikea-Schar (ein Mitarbeiter: " Ich habe eine richtige Gänsehaut.") war wohl ebenso aufgeregt wie ihre Kundschaft. Entsprechend euphorisch war denn auch der Empfang mit Musik, Gesang und viel Applaus. Die Kunden dankten es und griffen beherzt zu. Die Ersten schoben schon um kurz vor neun paketbeladene Wagen zu ihren Autos - gute Vorbereitung ist der halbe Einkauf.

Das blaugelbe Stimmungshoch nutzen wollte auch die FDP um Spitzenkandidat Carl-Ludwig Thiele (MdB). Junge Liberale klemmten liberales Werbematerial unter die Scheibenwischer - allerdings ohne die Ikea-Leute darüber in Kenntnis zu setzen. Die zeigten sich nicht begeistert über die blaugelbe Zwangsliebe. " Wir sind überparteilich, die Aktion ist mit uns nicht abgestimmt", stellte Peter Betzel, stellvertretender Geschäftsführer von Ikea-Deutschland, klar. Blau-Gelb ist eben doch nicht gleich Blau-Gelb. (Siehe auch Seite 28.)

" ICH HAB SIE!" Glücklich, wer im Gedränge um die heiß begehrten Kaffeetassen gleich zwei für sich kassieren konnte.

EIN BILLY-REGAL mussten sie aus dem Holz nicht bauen, den Stamm sägten OB Fip und Ralf Möller aber schon mal passend.

ÄLGKALV HEISST DER STOFFELCH, der gestern reißenden Absatz nicht nur bei kleinen Ikea-Besuchern fand.

MIT BEIFALL und einem fröhlichen Lachen empfingen die Ikea-Mitarbeiter gestern ihre ersten Kunden. Fotos: Michael Hehmann
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste