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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Bergmann kritisiert "L+T-Dominanz" in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Hausbesitzer: Osnabrück leistet sich die teuerste Passage außerhalb Dubais - Neumarkt-lnvestoren werden ignoriert
Artikel:
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Originaltext:
Bergmann kritisiert " L+ T-Dominanz" in der Stadt

Hausbesitzer: Osnabrück leistet sich die teuerste Passage außerhalb Dubais - Neumarkt-lnvestoren werden ignoriert

Osnabrück

Dr. Theodor Bergmann übt scharfe Kritik an der Neumarkt-Politik der Stadt. Sie treibe mit Rekordtempo die " L+ T-Dominanz" voran und ignoriere Investoren, die am Neumarkt interessiert seien. Die neue Neumarkt-Passage bezeichnet er in unserem Interview als " teuerste Passage außerhalb Dubais". Bergmann hatte die Gespräche mit der Stadt im Rechtsstreit um den Tunnel abgebrochen. Wir erreichten Bergmann gestern auf einer Dienstreise. Wegen der besonderen Umstände auf der Reise beantwortete er die Fragen schriftlich.

Herr Bergmann, warum sind die Gespräche mit der Stadt gescheitert?

Bergmann: Die Kompensationsangebote der Stadt waren unzureichend angesichts der durch das Verwaltungsgericht bestätigten Rechtsverletzungen und vor dem Hintergrund der durch uns in der Vergangenheit investierten erheblichen Beträge. Die Stadt erkennt nicht an, dass das Grundstück des Hauses Sportarena von uns von der Stadt erworben und nur deswegen siebengeschossig als Kaufhaus bebaut wurde, weil der unterirdische Anschluss an ein belebtes Passagensystem gewährleistet war, das eine Querverbindung zum jetzigen Neumarkt-Carree garantierte.

Was haben Sie von der Stadt verlangt?

Bergmann: Mein Angebot zur Beilegung des Streits besteht darin, über eine oberirdische, intelligent und kostengünstig gestaltete Zwischenlösung konkrete und sofort umsetzbare Verbesserungen für den Standort zu erreichen. Gegen eine vernetzte, gestalterische und funktionale unter- und oberirdisch - also gesamtheitlich - geplante Neugestaltung des Platzes mit Aufenthaltsqualität für die Menschen würden wir auf weitere streitige Auseinandersetzungen verzichten, wenn wir an der Neuplanung beteiligt würden.

Ist der Rechtsstreit für Sie nur ein Mittel, um in der Neumarkt-Frage Einfluss auf die Politik zu nehmen? Bergmann: Primär geht es uns bei dem Rechtsstreit darum, dass die Rechte, für die mein Vater erhebliche finanzielle Mittel aufgebracht hat, nicht verletzt werden. Die Verträge laufen bis 2020, und die darin garantierten Rechte sind bereits im Voraus bis zu diesem Zeitpunkt vollständig bezahlt worden.

Wie stellen Sie sich die Zukunft des Neumarktes vor? Bergmann: Dass der geografische Mittelpunkt der Stadt, an dem die meisten Bewohner und Besucher ihren Aufenthalt und die Einkäufe beginnen und beenden, als größte städtebauliche Defizitfläche insgesamt begriffen wird und diesem Platz durch Aufwertung der Charakter eingeräumt wird, den Osnabrück und die Region verdienen.

Was haben die Kommunalpolitiker falsch gemacht?

Bergmann: Oberbürgermeister Fip, Frau Thiel und Herr Jasper rühmen sich nach jahrelangen, nervenaufreibenden Diskussionen dafür, mit Kosten von etwa 10 000 Euro je Quadratmeter die teuerste Einkaufspassage außerhalb Dubais und die kleinste Passage innerhalb Osnabrücks mit Investitionen von mehr als drei Millionen Euro geschaffen zu haben. Während also oberirdisch am Neumarkt tausende Quadratmeter leer stehen und ihrem Schicksal überlassen werden, peitscht die Stadt die Planung für eine Ausdehnung der L+ T-Dominanz mit Rekordtempo voran. Namhafte Investoren stehen für ein Engagement am Neumarkt im Sinne einer vernetzten Planung mit Geld in den Startlöchern und sind der Stadt angezeigt worden. Mit Blumenzwiebeln, Pinseln und Farbe kann man die oberirdischen Probleme des Neumarktes nicht lösen.

Wie wollen Sie von der Neumarktentwicklung profitieren?

Bergmann: Die Stadt, die Bürger und das regionale Ansehen, aber auch die fremden Inhaber der leer stehenden Häuser profitieren davon. Die Menschen, siehe Münster, genießen den Aufenthalt in einer Stadt mit Vielfalt und Flair - und davon profitieren natürlich auch wir.

Hand aufs Herz: Würden Sie tatsächlich auf den Bau des Tunnels im Tunnel bestehen, den wir - diese kleine Spitze sei erlaubt - in der Redaktion inzwischen den " Bergmann-Stollen" getauft haben?

Bergmann: Ja,... obwohl ich eigentlich gern konstruktiv und fundiert die Entwicklung meiner lebenswerten Heimatstadt vorwärts bringen möchte. Der Tunnel war von uns gar nicht beantragt, sondern ist eine Entscheidung des Gerichts gegen die Beschwerde der Stadt im einstweiligen Rechtsschutzverfahren.

DR. THEODOR BERGMANN liegt mit der Stadt im Streit.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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