User Online: 1 | Timeout: 20:49Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lichten sich die Nebel um das Gewerkschaftshaus?
Zwischenüberschrift:
Betreiber aus Winterbach will ein Holiday-Inn-Hotel bauen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Lichten sich die Nebel um das Gewerkschaftshaus?

Betreiber aus Winterbach will ein Holiday-Inn-Hotel bauen

Von Dietmar Kröger

Osnabrück
Da war doch noch was? Ach ja, das alte Gewerkschaftshaus. Seit nunmehr drei Jahren steht die Immobilie am Neuen Graben leer. Ihre Zukunft schien lange Zeit ungewiss. Lichten sich demnächst die Nebel? Wenn es nach Gerhard Finster geht, dann ja. Der Hotelier aus Winterbach in Baden-Württemberg will neben der Stadthalle ein Kongresshotel bauen und betreiben.

" Innerhalb der nächsten zwei Monate wird sich entscheiden, was wird", so Finster gegenüber unserer Zeltung. Eine zeitliche Dimension, die auch Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip für realistisch hält. Auf alle Fälle, so der OB, wolle er gerne noch während seiner Dienstzeit den Grundstein für das Kongress- und Tagungshotel legen. Und die endet bekanntlich im Herbst 2006 nach der Kommunalwahl.

Vor der Grundsteinlegung aber steht die mühsame Suche nach Investoren. Die müssen die Grundstückskosten in nicht genannter Höhe sowie den Hotelneubau, den Finster mit etwa 12 bis 14 Millionen Euro beziffert, finanzieren. Zwar zeigt sich der derzeitige Eigentümer von Haus und Grund, die Vermögens- und Immobiliengesellschaft der IG Metall, IGMET, in Frankfurt verhandlungsbereit, zu verschenken haben die Gewerkschafter aber auch nichts.

Finster plant ein Drei-bis-Vier-Sterne-Haus unter dem Label der Holiday-Inn-Kette. Der Mann aus dem Süddeutschen, der auch als Hotel-Consulter, also als Berater im Bereich Hotelneubauten, arbeitet, ist sich seiner Sache sicher. Ein Kongresshotel neben der Stadthalle sei " eine Ergänzung zur bestehenden Hotellerie", mit der er sich konstruktive Zusammenarbeit wünscht.

Dass er mit diesem Wunsch bei den alteingesessenen Hotelbetreibern in der Hasestadt weit geöffnete Türen einrennt, ist zu bezweifeln. Hier macht sich eher Skepsis breit. Andreas Bernard, Chef des Romantik-Hotels Walhalla, fürchtet als Sprecher der Osnabrücker Hoteliers sogar, dass ein neues Hotel in der geplanten Größe von etwa 120 Zimmern (240 Betten) das Ende des einen oder anderen alteingesessenen Hauses einläuten könnte.

Zwar unterstützt Bernard die Bestrebungen der Stadt, auf dem Tagungs- und Kongresssektor besser Fuß zu fassen. Gleichzeitig wünscht er sich aber bis zum Bau eines neuen Hauses noch etwa fünf Jahre Zeit, um bei nahezu stagnierenden Übernachtungszahlen bei den bestehenden Betten eine möglichst große Auslastung zu erreichen.

Selbst bei einem Kongressboom, so Bernard, könne man davon ausgehen, dass alle Häuser nur an etwa 30 Tagen im Jahr ausgelastet seien. " Die restlichen 330 Tage streiten wir uns dann mit einem Hotel mehr um den Kuchen." Gleichzeitig warnt er vor versteckten Subventionen im Zuge eines Neubaus. Ein Vorwurf, den OB Fip weit von sich weist. So müsse zum Beispiel die geplante Tiefgarage unter dem Hotel natürlich vom Investor bezahlt werden.

BALD GESCHICHTE? Kommt ein neues Hotel, muss das alte Gewerkschaftshaus weichen.
Foto: Michael Hehmann

Hotel-Träume

Unwägbar

Von Dietmar Kröger
Auf die Plätze, fertig, los. Wer setzt sich durch: die Vision oder die Realität? OB Fip als erster Visionär der Stadt will den Standort Osnabrück als Tagungs- und Kongressstadt stärken. Er sieht hier einen Markt, der- richtig bearbeitet - dem gesamten Gemeinwesen neue wirtschaftliche Impulse geben kann. Dafür will er ein neues Hotel. Fip hat in der Vergangenheit oft richtig gelegen. Warum nicht auch in puncto Hotelneubau?

Dagegen stehen die realen Ängste der Hoteliers, die sich mühen, ihre Betten auszulasten. Die schwächelnde Konjunktur beschert ihnen weniger Firmenkunden, das Tourismusgeschäft erlebt derzeit nicht gerade einen Boom, während die Kosten steigen. Die Sorgen sind also berechtigt.

Aber halt. Vielleicht ist die ganze Aufregung ja umsonst. Denn augenscheinlich gibt es noch keinen Investor, der sich an das Gewerkschaftshaus herantraut.
In zwei Monaten wissen wir mehr - oder auch nicht.
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste