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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Anlieger-Protest: "Überstürzte Planung bringt Probleme"
Zwischenüberschrift:
Hasebrücke soll erneuert werden
Artikel:
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Originaltext:
Auf energischen Protest der Anlieger stößt die Absicht der Stadt, die Hasebrücke an der Georgstraße und einen Teil ,, Öwer de Hase" kurzfrist zu erneuern. In einer Versammlung verdeutlichten die betroffenen Geschäftsleute, von denen gleich drei mit ihren Rechtsvertretern gekommen waren, daß sie sich nicht gegen das aufwendige Millionenprojekt wenden, sondern lediglich gegen die ,, überstürzte Planung" opponieren, die ihnen starke Beeinträchtigungen bescheren würde. Auf den Kompromißvorschlag der Bauverwaltung gingen sie nicht ein, sondern plädieren für einen Baubeginn im nächsten Jahr.

Ob sich der Bauausschuß (Vergabe geplant am 27. Juni) darauf einläßt, erscheint fraglich, denn die Sanierungsförderungsmittel sind bereits zugesagt. Alles in allem kostet die Erneuerung der Brückenplatten rund eine Million DM, wovon die Stadt ein Drittel zu tragen hat.

Das Projekt Georgstraße / Öwer de Hase steht nicht in der Mittelfristigen Finanzplanung der Stadt. Doch mit der Finanzierung der rund 350 000 DM (städtischer Anteil) gibt es wohl keine Schwierigkeiten. Die werden aus dem Pauschaltopf für Projekte in Sanierungsgebieten genommen.

Während in der Anliegerversammlung anfangs als Hauptgrund der bauliche Zustand des Bauwerkes aus dem Jahre 1906 (renoviert vor 15 Jahren) genannt wurde, ließ der stellvertretende Leiter des Tiefbauamtes, Runge, später die Katze aus dem Sack: Die umfangreiche Sanierung der Brückenplatten dient der Stützung der Bauindustrie. Runge: ,, Sie müssen ins Kalkül ziehen, daß Bauunternehmen den Ratsherren die Bude einrennen." So konterte er auf Aussage der Anlieger, hier werden die Interessen der Betroffenen unzureichend berücksichtigt.

Bereits im Juli soll nach Willen der Bauverwaltung mit den Arbeiten begonnen werden; exakt zum Zeitpunkt des beginnenden Sommer-Schluß-Verkaufes, wie die anliegenden Textiler klagten.

Den betroffenen Geschäftsleuten werde die Möglichkeit genommen, sich auf die Bauphase einzustellen; die Läger sind gefüllt, weil sie einen reibungslosen Geschäftsverlauf in diesem Jahr eingeplant hatten.

Erst wenige Tage vor dem 23. Mai hatten Vermessungstrupps die Anlieger aufmerksam gemacht. Beharrliches Telefonieren mit der Bauverwaltung brachte es schließlich an den Tag. Die Stadt Osnabrück aber informierte ihre Absicht erst mit Datum 23. Mai, doch diese Briefe wurden erst am 28. Mai per Boten zugestellt. Zuvor, nämlich am 22. Mai. hatte die Bauverwaltung den Millionen-Auftrag bereits öffentlich ausgeschrieben.

Eine erste Anliegerversammlung verlief für beide Seiten am 4. Juni unbefriedigend. Die Geschäftsleute wollten sich mit den Vorstellungen der städtischen Brückenbauer nicht anfreunden. Daraus entwickelten die Tiefbauer schließlich eine Kompromißvorschlag mit dem Ziel, im Juli beginnen zu können. Und das, obwohl die Anlieger bereits auf 1986 als Bauzeit gedrängt hatten.

Für die Betroffenen stellt sich die Planung der Stadt als unausgereift dar. Wenn auch von einer Bauzeit von 90 Werktagen gesprochen wurde, konnten die Experten aus dem Tiefbauamt, Runge und Sack, in der zweiten Versammlung keine exakten Zeitabläufe nennen. Sie mußten sich auch vorhalten lassen, daß sie " heute noch nicht wissen, welche Brückenkonstruktion sie wählen".

Auch darauf konzentrieren sich die Bedenken der Anlieger: Als die Georgbrücke 1906 gebaut wurde, legte man die Brückenplatte auf Stützen, die mit den Fundamenten der Gebäude zusammenhängen. Ob die Statik dieser Verbundkonstruktion den sich ändernden Belastungen bei den Bauarbeiten gewachsen ist, will die Stadt nicht selbst berechnen, sondern dies den bauausführenden Firmen überlassen. Eine Gefährdung ihrer Häuser wollen die Anlieger allerdings gänzlich ausschließen. pr-
Autor:
pr-


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