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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Auf die Aussagen von Politikern ist kein Verlass"
Zwischenüberschrift:
Anwohner der Blankenburg empört über geplante Ansiedlung eines Baumarkts: Nach unseren Wünschen fragt keiner
Artikel:
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Originaltext:
" Auf die Aussagen von Politikern ist kein Verlass"

Anwohner der Blankenburg empört über geplante Ansiedlung eines Baumarkts: Nach unseren Wünschen fragt keiner

Weststadt

Mit wütenden Attacken reagierten Anwohner auf die Pläne von Max Bahr, einen Bau- und Gartenmarkt an der Blankenburg zu bauen. In einer Informationsveranstaltung des Fachbereichs Städtebau machten sie deutlich, dass sie eine Durchfahrtsstraße mit noch mehr Verkehr nicht hinnehmen wollen. 80 Anwohner nahmen an der Versammlung in der Montessori-Schule teil.

" Die Anliegerschaft ist bestürzt darüber, dass auf die Aussagen von Politikern kein Verlass ist!" So und anders lauteten die Proteste, die dem Stadtplaner Eberhard Bartsch vom Fachbereich Städtebau entgegenschlugen. Schon vor vier Jahren hatten die Stadt und die Anwohner einen Kompromiss über den jetzigen Gewerbepark beschlossen.

Eine Teilnehmerin der Versammlung äußerte jetzt die Vermutung, die Stadt unterwerfe sich dem Willen der Firma Echterhoff, der das Grundstück gehört. " Nach unseren Wünschen fragt keiner", ärgerte sie sich.

Die Anlieger fürchten, dass der wachsende Verkehr sie um ihre Ruhe bringt. Empört reagierten sie auf Bartschs Erläuterung, dass Experten schon allein wegen des geplanten Ikea-Marktes von einem erhöhten Verkehrsaufkommen ausgehen. Bereits jetzt würden um halb fünf Uhr morgens Lastkraftwagen vor dem Aldi-Markt an der Blankenburg vorfahren, beschwerte sich ein Mann. " Da stehen sie senkrecht im Bett!" Wenn ein neuer Bau- und Gartenmarkt entstehe, würden doch noch mehr Lastwagen vorfahren, ärgerten sich die Zuhörer.

Ein Hausbesitzer fühlte sich auf den Arm genommen angesichts des wachsenden Lärms auf der Straße. Auf seinem Grundstück dürfe er in der Nähe der Straße nicht bauen, weil es dort nach der gesetzlichen Definition zu laut sei. " Ich darf dort wohnen, obwohl es zu laut ist, aber ich darf dort nicht bauen, weil es zu laut ist", schimpfte er.

Wegen des zunehmenden Autoverkehrs fürchtet eine Mutter um die Sicherheit ihrer Tochter. " Es kann doch nicht sein, dass jetzt die Durchfahrt unsere kleinen Kinder beim Fahrradfahren gefährdet", empörte sie sich. Applaus erntete eine Zuhörerin für ihre Bemerkung, sie habe gehört, dass einige Anwohner ernsthaft über den Verkauf ihrer Grundstücke nachdächten.

Die Entscheidung, ob ein Bau- und Gartenmarkt errichtet werden darf, ist aber noch nicht gefallen. Stadtplaner Bartsch bat die Anwesenden, ihre Anregungen schriftlich an ihn zu richten, damit er sie dem Stadtrat vorlegen könne.

Viel Vertrauen in die Entscheidung der Politiker zeigte sich nicht in der Aula der Montessori-Schule. Einige Anlieger äußerten Zweifel, dass auf ihre Wünsche überhaupt Rücksicht genommen werde.
Autor:
Anne Reinert


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