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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Gute Sicht auf die Zukunft des Piesberges
 
Musik im tiefen Loch
Zwischenüberschrift:
Das 10. Bergfest: Dampflokfahrten, Konzerte, Exkursionen, Kleinkunst, Theater - "Wo kriegen die bloß die guten Leute her?"
 
Neuer Aussichtspunkt, sieben Ginkgo-Bäume und die Kunst: "Mosaiksteinchen für die Buga"
 
Piesberger Experimente: Guckkästen und Treibholz
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Originaltext:
Das 10. Bergfest: Dampflokfahrten, Konzerte, Exkursionen, Kleinkunst, Theater - " Wo kriegen die bloß die guten Leute her?"

Gute Sicht auf die Zukunft des Piesberges

Neuer Aussichtspunkt, sieben Ginkgo-Bäume und die Kunst: " Mosaiksteinchen für die Buga"

Osnabrück mlb Dampflokfahrten, Konzerte, Fledermausexkursionen, Theater oder Basteln - bunt gemischt war gestern das Programm zum zehnten Bergfest am Piesberg. Im Mittelpunkt stand außerdem eine zukünftige Veranstaltung: die Bundesgartenschau 2015 (Buga).

Dem Berg die Spitze zurückgeben

" Wenn Menschen Bäume pflanzen, glauben sie an die Zukunft", mit diesem Satz eröffnet Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip das zehnte Bergfest. Sieben Ginkgos stehen nun an der Kreuzung Süberstraße/ Fürstenauer Weg. Sie sollen zusammen mit der Skulptur " Dem Berg seine Spitze zurückgeben" und zahlreichen Felsbrocken auf die Buga hinweisen.

Gert Lindemann, der Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, betont die große Unterstützung, die die Buga bei der Landesregierung habe. Ihn beeindrucke vor allem die Geschichte des Piesbergs, der sich " vom Berg der Maloche zum Berg der Kultur und Erholung", entwickelt habe.

Der Ratsvorsitzende Josef Thöle zieht künstlerische Vergleiche: " Ich sehe die Buga als fertiges Mosaik und das Bergfest als ein Steinchen darin", sagt er. Gleiches gelte auch für alle anderen Aktionen im Vorfeld, wie den Bau der Plattform " Nordblick" an der Nordrandhalde.

Dr. Fritz Brickwedde, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Osnabrück (WO), eröffnet später die Plattform und hat als Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt noch eine gute Nachricht: Die Stiftung beteiligt sich mit 100.000 Euro am Ausbau des Weges von der Aussichtsplattform Lechtingen bis zur Felsrippe.

Zwei " Hühner" treiben ihre Späße

An der Felsrippe, im Museum Industriekultur, an der Lechtinger Plattform und am Piesberger Gesellschaftshaus amüsieren sich die Besucher bei zahlreichen Aktionen: Ein Jongleur treibt seine Späße mit dem Publikum, Les Frites Foutues verzaubern als musikalische Hühner große und kleine Gäste, die gleichzeitig Kuchen und Torten genießen können. Beim Traumpfad gibt es fantasievolle Geschichten rund um den Piesberg zu entdecken. Seine 16 Stationen laden weiterhin zum Betrachten ein (siehe Bericht unten).

Ein gellender Pfiff lockt ein paar Schritte weiter: Wer will, kann die eigenen Kräfte bei einer Draisinenfahrt testen oder auch in der Lokomotive eines alten Zugs mitfahren. Einblicke in das Leben im 19. Jahrhundert geben Schauspieler am Zechenbahnhof. Das Kulturprogramm gefällt den Besuchern offensichtlich. Kommentar eines begeisterten Zuschauers: " Wo kriegen die bloß die guten Leute her?"

Musik im tiefen Loch

Piesberger Experimente: Guckkästen und Treibholz

Osnabrück andi

Ein paar Schritte nur vom Getümmel am alten Stellwerk, und man wähnt sich an einem ganz anderen Ort: Umringt von Bäumen, vor denen das Stimmengewirr draußen scheinbar Halt macht, ist die neue " KultURLAUBe" der perfekte Ort für eine kleine Ruhepause. Kaum vorstellbar, dass dies bis vor einer Woche noch ein unbeachteter Lagerplatz der Dampflokfreunde gewesen sein soll.

" Wir versuchen immer neue Orte zu finden oder Orte neu zu sehen", erklärt Imke Wedemeyer vom Piesberger Gesellschaftsbaus. Und das gilt beim Kulturprogramm zum Bergfest nicht nur für die gerade erst entdeckte Erholungsnische.

Frisch eingeweiht bietet der " Piesberger Traumpfad", der in einem Projekt der Uni Osnabrück unter Federführung von Prof. Dr. Jutta Wermke entstand, Möglichkeiten, den Blickwinkel zu ändern. 17 Guckkästen auf dem ganzen Gelände lenken die Aufmerksamkeit auf ungewöhnliche Ausschnitte der Kulturlandschaft. Da gelangen eine verwitterte kleine Lok am Wegrand oder ein zugemauertes Fenster zu neuer Bedeutung. Zum Ankurbeln der Fantasie gibt es in jedem Kasten eine Geschichte.

Dass einfache Holzstücke ihren Charakter nach Sichtweise des Betrachters verändern können, zeigt die Ausstellung " Treibholz" im Waagehäuschen. Der Osnabrücker Künstler Gerd Wiehemeyer lässt hier die Besucher an seiner Sicht auf hölzerne Fundstücke teilhaben: Sie scheinen allein durch eine bestimmte Art der Präsentation oder leichte Bearbeitung zu märchenhaften Wesen geworden zu sein.

Diesem roten Faden der Neuentdeckungen folgend, präsentierte sich der Kessel des Piesbergs erstmalig als Konzertbühne: Weit, weit unten standen Robert Kretzschmar & Friends und schickten die Klänge von Tuba, Saxofon und Trompete hinauf zu den Zuschauern. Würden sie dort ankommen? Das war zuvor niemandem klar, aber Imke Wedemeyer bezeichnet das Experiment als geglückt. " Die Akustik des Berges ist sehr eigenwillig, und wir werden mit Sicherheit in Zukunft damit arbeiten", sagte sie.

Stimmen

Matthias Dupke ist zum Bergfest gekommen, weil ihn das künftige Buga-Gelände interessiert. " Außerdem will ich mit dem Allrad-Lkw durch den Steinbruch fahren", sagt er.

" Ich bin wegen der Schachteröffnung hier", erklärt Manuela Kersting, die zum ersten Mal ein Bergfest besucht. Sie fügt hinzu: " Und ich mag das Gelände um das Gesellschaftshaus."

Aus Fürstenau extra fürs Bergfest angereist ist Thomas Kaes. Er findet es klasse, mit der Dampflok vom Piesberg zum Hauptbahnhof fahren zu können.

" Die Mischung macht es", findet Barbara Sievers und kann sich nicht entscheiden, was ihr beim Bergfest am meisten Spaß macht. Sie freut sich, dass für Jung und Alt was dabei ist.

Ingo Sauer geht mit seiner Familie zum Zechenbahnhof. " Die Kinder haben Spaß am Bahnfahren und an der Technik - und wir haben einen entspannten Tag", freut er sich.

Sarah Herrmann freut sich auf den Pferdestall. " Weil man da schnuppem und basteln kann", erklärt sie. Aber auch das Grashüpfermobil gefällt ihr.

EIGENWILLIGE AKUSTIK: Robert Kretschmar & Friends musizieren im Talkessel, das Publikum steht horchend auf der Felsrippe.

VERRÜCKTE HÜHNER: Les Frites Foutues verwandelten den Kastaniengarten in einen Hühnerhof.

" NORDBUCK" heißt der neue Aussichtspunkt auf dem Piesberg. Er wurde gestern freigegeben. Zugleich bekam der Berg symbolisch seine Spitze zurück (kleines Foto). Fotos: Pentermann
Autor:
mlb, andi


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