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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wechsel zum Kleinwagen nicht zu erkennen
Zwischenüberschrift:
Die Ansprüche ans Auto sind nach wie vor hoch - und da bleibt Spritsparen oft auf der Strecke
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wechsel zum Kleinwagen nicht zu erkennen

Die Ansprüche ans Auto sind nach wie vor hoch - und da bleibt Spritsparen oft auf der Strecke

Von Holger Jansing

Osnabrück
Mal ehrlich: Haben Sie beim letzten Autokauf in erster Linie auf den Spritverbrauch geachtet? Oder waren ein großer Kofferraum und möglichst viel Power unter der Motorhaube wichtiger? " Langsam beginnt zwar ein Umdenken", berichten Verkäufer in Osnabrücker Autohäusern. Die Ansprüche an einen Neuwagen seien aber immer noch sehr hoch.

Der Preisschock an den Zapfsäulen hat alle Autofahrer kalt erwischt. An den schleichenden Anstieg in den vergangenen Monaten hatten wir uns ja gewöhnt. Doch dann kamen vorige Woche die beiden Preissprünge, und eine wirkliche Entspannung ist nicht in Sicht. An der Aral-Tankstelle am Berliner Platz zum Beispiel kostete gestern Nachmittag der Liter Superbenzin 1, 419 Euro und damit 34 Cent mehr als Anfang des Jahres. Wer mit einem Zehn-Liter-Verbrauch 14000 Kilometer fährt, zahlt aufs Jahr gerechnet 476 Euro mehr (siehe auch die Grafik).

Diese Entwicklung schreit förmlich nach dem Drei-Liter-Auto. Das allerdings lassen die Kunden links liegen. Zum Beispiel den Lupo 3 L TDI. " Davon haben wir vielleicht ein oder zwei Stück im Jahr verkauft", sagt Werner Heuping, Verkaufsleiter bei VW Starke. Inzwischen hat Volkswagen die Produktion des Öko-Kleinwagens wieder eingestellt. Er war einfach zu teuer, ist In der Branche immer wieder zu hören. Aber auch andere Hersteller sind gescheitert. So wurden etwa der von Greenpeace hoch gelobte Renault Twingo Smile und der Opel Corsa ECO erst gar nicht zur Serienreife gebracht.

Bei Starke ist übrigens auch das andere Extrem ein Ladenhüter. Den zweieinhalb Tonnen schweren Touareg-Geländewagen als Benziner, der 15 Liter und mehr verbraucht, will kaum einer haben.

Ist das schon das langsame Umdenken? Ein grundlegender Wechsel zu kleineren und damit spritsparenderen Autos sei nicht zu erkennen, sagt Knut Knüppe, Geschäftsführer von Opel Schiermeier. Es gebe bestimmte Anforderungen an einen Neuwagen. Er muss groß genug und soll auch flott sein. Eine Familie werde sich nicht für einen Corsa entscheiden, der in der sparsamsten Diesel-Varlante rund fünf Liter verbraucht. Viel mehr auf 100 Kilometer benötigt auch der Astra Kombi (80 PS, Diesel) nicht, der bei Schiermeier ein Verkaufsschlager ist. Die normalen Fahrzeuge seien heute alle relativ verbrauchsarm, erklärt Knut Knüppe, wobei auch er weiß, dass es trotz der hohen Spritpreise nach wie vor den Trend zu PS-starken Limousinen und Geländewagen gibt.

Statt einen Kleinwagen in Betracht zu ziehen, Informieren sich die Kunden in den Autohäusern intensiv über alternative Kraftstoffe. Der Opel Zafira zum Beispiel wird inzwischen zu fünf Prozent mit Erdgasantrieb verkauft. Die Mehrkosten rechnen sich (je nach Förderung) nach zwei bis vier Jahren.

Derweil hat VW-Starke-Verkaufsleiter Werner Heuping ein Rezept parat, wie Autofahrer zumindest gedanklich die hohen Benzinpreise besser verkraften können: " Ich tanke immer für 20 Euro, egal wie teuer der Sprit Ist."

Teurer Sprit: Ihr Ärger, Ihre Tipps im Leserforum bei www.neue-oz.de

Zur Sache: Fahrzeuge in Osnabrück

Die Osnabrücker fahren gerne große Autos. Das geht aus der Statistik der Stadt hervor. Insgesamt sind derzeit 78931 Pkw zugelassen. In der Oberklasse (Hubraum größer als 2000 Kubikzentimeter) gut 300 mehr als vor zwei Jahren. In der Mittelklasse (1400 bis 1999 Kubikzentimeter) 180 mehr, bei den Kleinwagen (weniger als 1400 Kubikzentimeter) 180 weniger. Einen deutlichen Sprung hat es bei den Diesel-Fahrzeugen gegeben: von knapp 15 000 (2003) auf jetzt gut 17 500.
Autor:
Holger Jansing


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