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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Ein gemeinsames Hobby stärkt die Kollegialität
Zwischenüberschrift:
Chöre, Malergruppen und Sportvereine
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein gemeinsames Hobby stärkt die Kollegialität

Chöre, Malergruppen und Sportvereine

Von Michael Schwager

Osnabrück
Die Arbeit bei der Eisenbahn war hart. In ihrer knappen Freizeit suchten die Männer und Frauen schon vor über 100 Jahren Erholung beim Singen, Malen oder beim Sport. Susanne Haring hat diesen Aspekt für die Ausstellung " Vorsicht an der Bahnsteigkante" zum 150-jährigen der Eisenbahn in Osnabrück erforscht und im Ausstellungskatalog (Rasch Verlag Bramsche) beschrieben.

Ursula Hallmann zum Beispiel berichtete ihr von ihrer fast 28-jährigen Tätigkeit in der Osnabrücker Bahnbetriebsküche, die die vielen Mitarbeiter während der Arbeitspausen verpflegte. " Die Baracke war sehr primitiv: Jede Kanne Kaffee wurde aufgebrüht, das Gemüse mit der Hand geschält und der Herd mit Brikett beheizt."

Nebenwirkungen

Osnabrück
" Darum ausgezogen die Holzschuhe des Schlendrians und angetan die Stiefel der Gewerbsthätigkeit!" Wie die Eisenbahn Stadt und Menschen veränderte. Susanne Haring und Rolf Spilker, Museum Industriekultur, sprechen heute, 24. November, 19 Uhr, Haseschachtgebäude, Fürstenauer Weg 171, darüber, was die Eröffnung der Bahn für die weitere Entwicklung der Stadt bedeutete. Eintritt frei.

Nach den Gesprächen mit zahlreichen alten Eisenbahnern kommt Susanne Haring zu dem Schluss: " Die Gemeinschaft der Eisenbahner war etwas Besonderes." Infolge der schweren Arbeit und hervorgerufen durch die Institutionen der Bahn, die soziale Kontakte förderten, entstand ein Zusammenhalt zwischen Kolleginnen und Kollegen, der über den Dienst hinausging.

Die Malergruppe Osnabrück/ Münster des Bundesbahn-Sozialwerks (BSW) zum Beispiel bot den Eisenbahnern seit ihrer Gründung 1952 einen Ausgleich zur täglichen Arbeit. Das BSW versuchte unter anderem in künstlerisch aktiven Gruppen schöpferische Fähigkeiten zu fördern. Johannes Müller, seit 1947 bei der Bahn, erinnert sich an die internationalen Begegnungen und Ausstellungen, an denen die Osnabrücker Gruppe teilnahm: " Wir hatten fast keine Ausstellung ausgelassen." Helsinki, Budapest, Schweiz, Frankreich - 1957 bekam Müller in Wien eine Bronzemedaille für ein Werk.

Eisenbahner aus 18 Ländern hatten sich in der FISAIC zusammengetan, einer Vereinigung von Eisenbahnern, die die Kunst förderte und die Ausstellungen organisierte. Zum Programm der Osnabrücker Gruppe gehörte auch Malunterricht. Das Honorar für den Lehrer, den Osnabrücker Kunstmaler Franz-Josef Langer, übernahm die Bahn.

Noch weiter zurück geht die Tradition der Chöre. Am 20. Januar 1895 gründeten 40 Mitglieder des Osnabrücker Lokomotiv-Beamtenvcreins eine Gesangsabteilung. In den letzten Jahren litt der Chor unter Sängerschwund. Der letzte Vorsitzende Siegfried Ulbricht: " Bei Aufgabe des Chores im Jahr 2000 waren es noch zwei Sänger."

Ziel der Eisenbahnersportvereine war es vor allem, den im Wechseldienst arbeitenden Eisenbahnern Sportmöglichkeiten auch außerhalb der in den Vereinen sonst üblichen Trainingszelten zu bieten. Im Herbst 1926 wurde der RTSV, später dann der TSV Osnabrück gegründet. Friedhelm Wilhelm Helmich, 30 Jahre lang Vorsitzender des TSV, hebt die ganz besondere kollegiale Verbundenheit der Eisenbahnsportler hervor.

ERINNERUNGEN eines Eisenbahners, 1985, Öl auf Karton. Maler: Johannes Müller
Autor:
Michael Schwager


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