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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wiesenblumen von anno dazumal
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Historisches Herbarium für Botanischen Garten
Artikel:
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Originaltext:
Wiesenblumen von anno dazumal

Historisches Herbarium für Botanischen Garten

Von Frank Henrichvark

OSNABRÜCK. Ein vierblättriges Kleeblatt, zwischen Buchseiten gepresst, das ist schon der Anfang dessen, was wissenschaftlich als Herbarium bezeichnet wird. Ein solches historisches Herbarium aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist jetzt im Osnabrücker Staatsarchiv aufgetaucht. Für die Biologin Prof. Barbara Neuffer " eine wertvolle Bereicherung unserer Sammlung im Botanischen Garten".

Drei Sammelmappen mit jeweils einhundert getrockneten und gepressten Pflanzen umfasst die " Sammlung oldenburgischer und osnabrückischer Gräser und anderer Wiesenpflanzen", angelegt zwischen 1852 und 1855. Enthalten sind Pflanzen wie der Augentrost, Arnika und der Ackerschachtelhalm, aber auch das Reitgras und das Deutsche Weidelgras.

Angelegt wurden sie von dem Hilfslehrer und späteren Gymnasialprofessor Karl Otto Christian Hagena sowie Dr. Jakob Ludwig Meyer, Kreisphysikus und Apotheker in Neuenkirchen bei Damme.

Diese Sammlung hat einen verschlungenen Weg zurückgelegt, bis sie nun zum Botanischen Garten der Uni Osnabrück gelangte: Bei der Auflösung der Bezirksregierung in Osnabrück kam das Herbarium zusammen mit ausgesonderten Akten aus dem Dezernat für Landwirtschaft ins Staatsarchiv Osnabrück.

Und weil ein Archiv nur Akten aufnimmt, aber keine Realien, wurden die drei Mappen kurzerhand in die Dienstbibliothek des Staatsarchivs integriert, wie die Bibliothekarin Tilde Schröder herausgefunden hat: " Mit Signatur und Inventarnummer sogar."

Jetzt kam das Herbarium bei Aufräumarbeiten wieder ans Licht. Und es wurde beschlossen, die historische Pflanzensammlung an den Botanischen Garten abzugeben. Sehr zur Freude der Kuratorin Barbara Neuffer, die dort das 1984 begründete und mittlerweile auf 20000 Belege angewachsene Herbarium betreut. " Wir werden es nicht nur konservieren, sondern zuvor auch wissenschaftlich auswerten", kündigte die Biologin an: " Das könnte Erkenntnisse über den Wandel der Flora in den letzten 150 Jahren, über Klimaveränderungen und andere Bewirtschaftungsformen in unserer Region ergeben."

Je nach Erhaltungszustand und den damals verwendeten Konservierungsmethoden könnte es unter Umständen auch noch gelingen, DNA-Moleküle aus den getrockneten Pflanzen zu isolieren und damit Veränderungen im Genpool der Arten aufzudecken.

Als Belegsammlung für alle botanischen Arbeiten und die wissenschaftlichen Veröffentlichungen führt auch der Botanische Garten ein aktuelles Herbarium. Die Belegzahl ist mittlerweile auf über 20000 Pflanzen angewachsen. Nummer eins ist übrigens auch eine Arnica montana, gesammelt von Barbara Neuffer 1984 am Julierpass in den Alpen.

" Arnica montana oder Berg-Wohlverlei" lautet die Beschriftung dieses Blattes aus dem historischen Herbarium, das Prof. Barbara Neuffer hier präsentiert.
Foto: Elvira Parton
Autor:
Frank Henrichvark


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