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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Geht s denn nicht ein bisschen schneller?
 
Damit die Hase sauber bleibt
 
Das kleine 1x1 zur Parkstraße
Zwischenüberschrift:
Nein, es geht nicht an der Parkstraße: Warum sich Anwohner und Autofahrer weiter ärgern werden
 
Warum Osnabrück auf getrennte Kanäle setzt
Artikel:
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Originaltext:
Geht s denn nicht ein bisschen schneller?

Nein, es geht nicht an der Parkstraße: Warum sich Anwohner und Autofahrer weiter ärgern werden

Von Rainer Lahmann-Lammert

OSNABRÜCK. " Typisch Osnabrück! Typisch SPD-Regierung!", wettert die ältere Dame vor der Bäckerei. Sie findet es katastrophal, dass die Parkstraße schon seit anderthalb Jahren Baustelle ist. Und vor allem, dass das noch ein Jahr so weitergehen soll.

Die Sperrung der Parkstraße ist für viele ein Ärgernis: Für Geschäftsleute, denen die Kundschaft ausbleibt, für Anwohner, die keinen Parkplatz finden, für Autofahrer, die Umwege in Kauf nehmen müssen, es wird geflucht, geschimpft und alles infrage gestellt. Da gerät schnell aus dem Blick, was denn da an der Parkstraße überhaupt gemacht wird.

Es sind ja kaum Bauarbeiter zu sehen, lautet ein Vorwurf. Sabine König lächelt. Die Baustellenkoordinatorin der Stadtwerke zeigt nach unten. Zwei Männer setzen Spundwände, ein dritter mauert ein Verteilerbauwerk, andere bedienen Maschinen. Insgesamt elf Mann arbeiten auf der Baustelle.

Ginge es nicht schneller, wenn es doppelt so viele wären? " Das bringt nichts", erwidert Michael Rombs, Polier bei der Firma Clausing, " die würden sich gegenseitig auf den Füßen stehen." Unter der Erde ist nicht viel Platz. Aber auf viele kleine und große Leitungen muss Rücksicht genommen werden. Sonst hat eine ganze; Häuserzeile auf einmal keinen Strom oder kein Telefon.

" Wir können den Leuten ja nicht sagen, sie dürfen eine Woche nicht duschen", erläutert Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau. Und während der Bauphase müssten alle Grundstücke und Hauseingänge ja weiterhin erreichbar bleiben.

" Wir können den Leuten ja nicht sagen, sie dürfen eine Woche nicht duschen" Jürgen Schmidt.
Fachdienst Straßenbau

Zeitaufwändig sind die Arbeiten schon deshalb, weil die Tiefbauer immer erst ein zweites System installieren müssen, bevor das alte abgeschaltet wird. Also erst auf einem Straßenabschnitt den neuen Schmutzwasserkanal verlegen. Wenn der fertig ist, noch einmal vor jedem Haus ein Loch buddeln und die Anschlüsse installieren.

Dann das Ganze noch einmal für Gas und Wasser. Und für Strom und Telefon natürlich ebenfalls. Leider geht das nicht in einem Abwasch, weil die Leitungen an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Tiefen liegen.

Wenn die Stadtwerke ihre unterirdische Sisyphusarbeit abgeschlossen haben, ist die Stadt an der Reihe und baut die Straße komplett neu auf, mit Fuß- und Radweg, Fahrbahn und Mittelinseln. In einem Jahr soll alles fertig sein. Den Ausbau der Parkstraße haben übrigens alle vier Fraktionen im Rat beschlossen, also CDU, SPD, FDP und Grüne. Gegenstimmen gab es nicht, weil die Angelegenheit von allen als vordringlich angesehen wurde.

Als vordringlich gilt übrigens auch der Ausbau der Meler Straße, der noch in diesem Jahr beginnen soll. Voraussichtliche Bauzeit: drei bis vier Jahre.

Nix los auf der Baustelle: Das sagen nur die, die nicht genau hinschauen. Denn die wesentlichen Arbeiten spielen sich unter der Erde ab, wo neue Kanäle verlegt werden. Fotos: Uwe Lewandowski

Stadt und Stadtwerke an einem Strang: Straßenbau-Chef Jürgen Schmidt und Baustellenkoordinatorin Sabine König.

Aufpassen, dass nichts beschädigt wird. Sonst hat ein ganzer Straßenzug auf einmal keinen Strom oder kein Telefon.

Sisyphusarbeit unter Tage: erst ein neuer Kanal, dann neue Leitungen für Gas, Wasser, Strom und Telefon.

Damit die Hase sauber bleibt

Warum Osnabrück auf getrennte Kanäle setzt

rll OSNABRÜCK. In der Wüste waren die Kanäle für Schmutz- und Regenwasser immer schon separat - im Gegensatz zu anderen Stadtteilen, wo lange Zeit alles in ein Rohr mündete.
Warum wird die Kanalisation in der Parkstraße dann erneuert?
Weil die Rohre von 1912 für den heutigen Bedarf zu klein und zum Teil auch noch marode sind, sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau. Die Entscheidung für ein Trennsystem ist in Osnabrück schon vor mehreren Jahrzehnten gefallen. Mit großem Aufwand wurde das gesamte Stadtgebiet nach und nach umgebaut. Nur am Schölerberg und am Westerberg gibt es noch Nachholbedarf.

Warum eigentlich zwei Rohre, wenn es ein größeres doch auch tun würde? Fachdienstleiter Schmidt sieht die Vorteile des Trennsystems im Gewässerschutz: Da das Schmutzwasser getrennt abgeleitet wird, belasten Regenschauer nicht das Klärwerk. Das Regenwasser fließt nämlich auf direktem Weg in die Hase. Beim Mischsystem hingegen gelangt alles zum Klärwerk, so dass dort wesentlich größere Wassermassen anfallen. Bei starken Regenfällen kommt es vor, dass die Kanalisation die Mengen nicht verkraftet. Dann gelangen auch Fäkalien ungeklärt in den nächsten Fluss. Um das zu vermeiden, setzen die meisten Städte heute auf getrennte Kanäle.

In der Kanalisation tummeln sich die Ratten. Warum? Das geschieht unabhängig davon, ob es sich um ein Trenn- oder Mischsystem handelt. Der Grund: Viele Zeitgenossen werfen Speisereste in die Toilette. " Für die Ratten ein ideales Futter", bedauert Jürgen Schmidt. Also besser in die Mülltonne damit!

Getrennt verlaufen die Kanäle für Schmutz-und Regenwasser

Das kleine 1x1 zur Parkstraße

Wie sieht der weitere Zeitplan aus? In spätestens einer Woche sollen die Kanalbauarbeiten an der Kreuzung Wiesen-bachstraße/ Limberger Straße abgeschlossen sein.
Anschließend müssen noch neue Gas- und Wasserleitungen installiert werden, parallel dazu neue Hausanschlüsse. Wenn die Stadtwerke das Feld räumen, schickt die Stadt die Straßenbauer, damit die Parkstraße zeitnah eine neue Fahrbahn und neue Seitenstreifen bekommt.

Währenddessen nehmen sich die Kanalbauer der Stadtwerke den Abschnitt zwischen Wiesenbachstraße und Kokscher Straße vor. Also auch hier: Vollsperrung. Anfang 2007 wiederholt sich dieses Spiel zwischen Jahnstraße und Schnatgang, ab April ist der Abschnitt zwischen Schnatgang und Rehmstraße an der Reihe. Noch mal zum Mitschreiben: Vollsperrung, Kanalbau, neue Versorgungsleitungen und schließlich Straßenbau. Im September 2007 soll die Parkstraße komplett fertig und wieder durchgängig befahrbar sein.

Was kostet der Ausbau?
Die Stadtwerke kalkulieren 940000 Euro für den Kanalbau und für neue Gas- und Wasserleitungen. Da es sich um eine Bestandserneuerung handelt, werden für den Kanalbau keine Anliegerbeiträge erhoben. Abgerechnet werden allerdings die neuen Hausanschlüsse. Für den Straßenbau veranschlagt die Stadt rund 900 000 Euro. Ein Teil davon wird auf die Anwohner umgelegt

Welche Umleitung?
Zurzeit ist der Abschnitt zwischen der Laischaftsstraße bis einschließlich des Kreuzungsbereichs Limberger Straße/ Wiesenbachstraße gesperrt. Die Umleitung führt über die Laischaftsstraße, die Lange Straße und die Wiesenbachstraße. beim nächsten Bauabschnitt über die Koksche Straße.

Die Baustelle: Die Parkstraße bekommt auf einer Länge von 700 m ein neues Kanalsystem. Auf dem 800 m langen Abschnitt zwischen Schnatgang und Gustav-Tweer-Straße werden Fahrbahn. Rad- und Gehwege erneuert. Bei der politischen Weichenstellung gab es heftigen Streit: Die Ratsmehrheit setzte durch, dass weniger Überquerungshilfen für Fußgänger gebaut werden und dass die Radwege entgegen der ursprünglichen Planung auf dem Hochbord statt am Fahrbahnrand verlaufen sollen.

Wie kommt die Parkstraße zu ihrem Namen?
Die Parkstraße führt durch ein Grundstück, das der Stadt seinerzeit mit der Maßgabe geschenkt wurde, dass darauf ein Park angelegt wird. Daraus wurde der Hoffmeyerplatz.

Und was kommt nach der Parkstraße?
Der Ausbau der Meller Straße beginnt noch im Herbst. Geschätzte Dauer: drei bis vier Jahre.

Noch Fragen?

www.stadtwerke-osnabrueck.de Sabine König.
Telefon 0541/ 344191 sabine.koenig@ stw-os.de

Maribel Kreyer: Da kann man nichts dran ändern. Wenn die Leute bei uns im Friseursalon anrufen, fragen sie schon: Wo geht' s denn jetzt lang? Das erklaren wir dann. Verständnis habe ich schon.

Willi Braun: Das dauert Jahre! Mein Verständnis hört da auf. Wie schnell wurden die maroden DDR-Straßen nach der Wiedervereinigung erneuert! Hier sehe ich nur anderthalb Leute auf der Baustelle.

Walter Krause: Dass die Straße gemacht werden muss, ist klar. Es macht aber keinen Sinn, Fuß- und Radwege zusammenzulegen. Schwierig finde ich die angespannte Parksituation.

Britta Bockemühl: Das dauert sehr lange und ist sehr hinderlich. Man hat das Gefühl, sie reißen die Straße immer wieder auf. Ich bin keine Straßenbauerin, aber man müsste das besser koordinieren.

Konrad Kanzler: Man kann nicht sagen, dass die langsam arbeiten, ich sehe das von meinem Arbeitszimmer aus. Dass es lange dauert, kenne ich aus anderen Stadtteilen. Mich stört es nicht großartig.

Murat Akbulak: Ein Jahr noch? Oho! Das muss gemacht werden, aber das dauert zu lange. Für uns ist das schlecht, weil weniger Kunden in unseren Döner-lmbiss kommen.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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