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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Niemand weiß. wo Kaiser Wilhelm geblieben ist
Zwischenüberschrift:
Der Stresemannplatz hieß einmal Goetheplatz und gehörte damals zu den ersten Adressen der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zeitreise in der Innenstadt

Niemand weiß, wo Kaiser Wilhelm geblieben ist

Der Stresemannplatz hieß einmal Goetheplatz und gehörte damals zu den ersten Adressen der Stadt

Innenstadt Die historische Ansichtskarte zeigt den Goetheplatz (heute Stresemannplatz) an der ehemaligen Goethestraße. Das abgebildete 20 Tonnen schwere Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist wohl nur noch wenigen Osnabrückern in Erinnerung: Es ist in den späten Jahren des Zweiten Weltkrieges spurlos verschwunden.

Heute flanieren auf dem Platz keine Spaziergänger mehr, aus dem kleinen Park ist ein asphaltierter Parkplatz geworden. Das einst begrünte Dreieck zwischen dem heutigen Goethering, Schlagvorder Straße und Möserstraße lag inmitten einer prachtvollen Umgebung. Um 1900 bestimmten herrschaftliche Häuser und viel Grün diesen Teil Osnabrücks. Das Stadtviertel entstand unmittelbar nach der Errichtung des ersten Osnabrücker Bahnhofs im Jahr 1855 und entwickelte sich schnell zu einer der ersten Adressen der Stadt. Heute sucht man die repräsentativen und aufwändig gestalteten Wohnhäuser vergeblich: Nur wenige Gebäude haben die massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überstanden.

Nach dem Krieg wurden hier mehrstöckige Wohn- und Geschäftshäuser errichtet.

Auch das eindrucksvolle Reiterstandbild hat die Kriegswirren nicht überstanden. Der Verbleib der Bronzeskulptur konnte bis heute nicht geklärt werden.

Die mächtige Statue wurde am 16. Juli 1899 in einer patriotischen Feier enthüllt, an der sogar Prinz Friedrich von Preußen teilnahm. Wann der bronzene Kaiser Wilhelm seinen Platz an der Möserstraße räumen musste, ist nicht mehr genau zu klären. Gerüchte kursierten, dass die tonnenschwere Reiterplastik von Hitlers Rüstungsschmieden eingeschmolzen wurde. 1999 meldeten sich jedoch mehrere Zeitzeugen bei unserer Zeitung, die sich sicher waren, dass der überlebensgroße Wilhelm nicht in den Schmelztiegel der Geschichte gewandert ist. Einige gaben an, ihn auf dem Schrottplatz des Klöckner-Stahlhandels an der Neulandstraße gesehen zu haben, andere behaupteten, das Denkmal nach dem Krieg auf einem offenen Güterwaggon gesehen zu haben.

Der Sockel aus rötlichem Granit, auf dem der wackere Kaiser Wilhelm gestanden hatte, wurde erst in den 50er Jahren demontiert. Überreste davon entdeckte ein Zeitungsleser Ende 1999 unter einem Gebüsch an der Veilchenstraße.

1899 wurde das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm l. feierlich enthüllt. Wenige Jahre später ist diese Ansichtskarte entstanden. Christian Abt hat uns das Motiv zur Verfügung gestellt.

EIN PARKPLATZ, beschirmt von ein paar Bäumen - das ist der Stresemannplatz heute. Immerhin lassen die Häuserfassaden noch eine gewisse Ähnlichkeit erkennen. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


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