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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Moorgebiet wurde vor 100 Jahren bebaut
Zwischenüberschrift:
Zeitreise in die Wüste: Kreuzung Lange Straße/Rehmstraße mit Blick auf das Ratsgymnasium
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Moorgebiet wurde vor 100 Jahren bebaut

Zeitreise in die Wüste: Kreuzung Lange Straße/ Rehmstraße mit Blick auf das Ratsgymnasium

Wüste

Diese Postkarte von 1911 zeigt den Blick aus dem Bereich der Kreuzung Lange Straße in die Rehmstraße hinein. In jenen Jahren ging es hier noch ruhig und beschaulich zu. Heute säumen weniger Bäume, dafür mehr Autos den linken und rechten Straßenrand der Rehmstraße, die direkt auf den Schlosswall zu läuft.

Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden in diesem Bereich Osnabrücks die ersten Wohnhäuser. Der Stadtteil Wüste, der südwestlich des Stadtkerns direkt an die ehemaligen Wallanlagen grenzt, war früher ein Sumpf- und Moorgebiet und diente ausschließlich als Weideland. Bereits seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bemühte man sich um die Entwässerung des Geländes, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Trockenlegung mit Resten der alten Stadtmauer vorangetrieben.

Mit der Aufteilung der Laischaftsgründe nach 1870 wurde die Wüste parzelliert und mit einem rechtwinkligen Straßenraster überzogen. Es entstanden ersten Ansiedlungen, bis zum Ersten Weltkrieg beschränkte sich die Bebauung jedoch auf die Straßen zwischen Innenstadt, Lange Straße und Parkstraße. Von dem auf der Ansichtskarte zu sehenden Straßenzug konnten wenige Häuser erhalten werden. Ein großer Teil der bis etwa 1914 entstandenen älteren Mietshäuser des Viertels wurde im Luftkrieg zerstört. Die auffälligen Eckhäuser stehen jedoch noch heute an der Kreuzung. Ihr Äußeres hat sich über die Jahre ein wenig verändert: Dem linken Gebäude fehlen die verspielten Fassadenelemente, und der Balkon auf dem Ecktürmchen wurde geschlossen (auf dem Bild von einem Baum verdeckt). Am gelben Eckhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde der geschwungene Giebel durch Mansardenfenster ersetzt.

In der Bildmitte der Postkarte ist das damals frisch errichtete Ratsgymnasium zu erkennen. Der Neo-Renaissancebau verschwindet auf dem aktuellen Foto nicht nur hinter den über die Jahre größer gewordenen Straßenbäumen: Zurzeit ist der eindrucksvolle Bau eingerüstet und in grüne Folie verhüllt, da Sanierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt werden.

MITTEN auf der Rehmstraße muss der Fotograf 1911 Stellung bezogen haben (Foto aus dem Buch Alt Osnabrück, Band l, H. Th. Wenner).

100 JAHRE SPÄTER zieren weniger Bäume, dafür mehr Autos die Seitenstreifen der Rehmstraße. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
tos


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