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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Staubhauptstadt knapp unter EU-Grenzwert
Zwischenüberschrift:
Diskussion um die Qualität der Osnabrücker Luft: "Wir sind nicht auf dem Weg zum Luftkurort"
Artikel:
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Originaltext:
Staubhauptstadt knapp unter EU-Grenzwert

Diskussion um die Qualität der Osnabrücker Luft: " Wir sind nicht auf dem Weg zum Luftkurort"

Osnabrück (swa) Die Luftqualitat in Osnabrück ist im Landesvergleich mittelprächtig bis schlecht. Bei der Belastung mit dem Autoschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) hat Osnabrück den zweithöchsten Wert aller 22 Messstellen in Niedersachsen hinter Hannover. Mit 37 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft kann Osnabrück den Titel " Staubhauptstadt" beanspruchen.

Diesen Jahresmittelwert hat das Niedersächsische Landesamt für Ökologie (NLÖ) an der Messstation Ziegenbrink festgestellt. Der Wert darf nach EU-Richtlinie die Grenze von 40 Mikrogramm nicht übersteigen. Feinstaub-Partikel transportieren Schadstoffe in die Lunge. Seit Anfang der 80er Jahre ist die Staubbelastung der Luft rückläufig. Das sei auf die fortschreitende Entstaubungstechnik der Industrie zurückzuführen, urteilt das NLÖ. In den vergangenen drei Jahren allerdings sind die Staubwerte an den meisten niedersächsischen Messstellen gestiegen, in Osnabrück besonders deutlich von 26 auf 37 Mikrogramm.

Beim Verkehrsschadstoff Stickstoffmonoxid und dem Kraftwerksabgas Schwefeldioxid erreichte Osnabrück im Jahr 2003 die im Landesvergleich dritthöchsten Jahresmittelwerte. Hier liegen alle niedersächsischen Messstellen deutlich unter den EU-Grenzwerten.

Trotz der Messergebnisse wird derzeit eine politische Diskussion um die Osnabrücker Luftqualität geführt. Anlass dazu gibt die kürzlich veröffentliche " Pestel-Studie". Der Grünen-Ratsherr Michael Hagedorn kritisiert, dass auf Grund der Darstellung in dieser Studie Osnabrück von der Verwaltung in die Nähe eines Luftkurortes gerückt werde, der gleich nach den Ostfriesischen Inseln die zweitbeste Luft des Landes zu bieten habe. In der Studie werden tatsächlich die Osnabrücker Werte des Jahres 2002 denen der Inseln gegenübergestellt. Weitere Messstellen im Land sind aber nicht genannt.

Die Studie kommt auch zu der Interpretation: " Das Fortzugsmotiv mangelnde Luftgüte in Osnabrück kann nur als subjektiver Eindruck der Fortzugswilligen gewertet werden." Zwar liegen keine Vergleichswerte für das Umland vor, weil das NLÖ nur in der Stadt misst. Dennoch, so die Studie, belasteten zum Beispiel die aus dem Ruhrgebiet vom Wind herangewehten Schadstoffe Stadt und Umland gleichermaßen.

Diese Theorie, so Reinhard Beyer vom NLÖ, sei in den Kommunen beliebt. In der Praxis sei aber eine aufwändige Messmethodik nötig, um hausgemachte von herangewehten Schadstoffen zu unterscheiden.

IN DIESEM KASTEN auf dem Ziegenbrink steckt die Technik, mit der das NLÖ die Luft überwacht.
Foto: Klaus Lindemann

LUFTSCHADSTOFFE: Die Tabelle zeigt die Jahresmittelwerte 2003 für die 22 niedersächsischen Luft-Messstellen in Mikrogramm (Millionstel Gramm) pro Kubikmeter. Neben Ozon und Feinstaub werden unter anderem der Stickstoffdioxid (NO2)-, Stickstoffmonoxid (NO)- und Schwefeldioxid (SO2)- Anteil der Luft gemessen.
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Ökologie
Autor:
swa


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