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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tod als Schlaf vor der Auferstehung
Zwischenüberschrift:
Führung: Die Bildsprache auf dem Hasefriedhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Tod als Schlaf vor der Auferstehung

Führung: Die Bildsprache auf dem Hasefriedhof

mgr OSNABRÜCK. Ist der Jüngling tot, oder schläft er nur? Während einer kunsthistorischen Führung über den Hasefriedhof ging es jetzt unter anderem um diese Frage. Das Thema passte in die vorösterliche Zeit, so dass 31 Interessierte teilnahmen.

Der Förderkreis Hasefriedhof-Johannesfriedhof hatte die Führung organisiert, um den Osnabrücker Bürgern das Gelände an der Süntelstraße näher zu bringen. " Wir sind erstaunt, wie viele Leute heute dieses Interesse teilen. Das ist wirklich toll", meinte Elisabeth Harting, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Anhand von neun Grab-und Denkmälern, vornehmlich aus dem 19. Jahrhundert, erläuterte der angehende Kunsthistoriker Axel Burgfeld den Teilnehmern die sich wandelnde Darstellung von Schlaf und Tod auf dem Friedhof. Eine kleine Einführung in der über 150 Jahre alten Kapelle stimmte die Kunstinteressierten auf die kleine Wanderung ein. Und das Wetter war dafür ideal. Mit der Sonne als Rückendeckung ging es am Eingangstor, das mit seinen zwei Pfeilern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt, los. Zu sehen sind zwei so genannte Genien - männliche und weibliche Flügelgestalten -, die symbolisch Tod und Schlaf darstellen sollen. Ausgestattet sind diese Figuren häufig mit einer nach unten gesenkten Fackel, Mohnkapseln und einem Tuch, um sich die Tränen abzuwischen.

Auch das Grabdenkmal des Künstlers G. G. Wessell stellt Schlaf und Tod in Form eines Genius dar. In Anlehnung an die Tätigkeit des Verstorbenen liegen der Figur Stechzirkel, Messwerkzeug, Meißel und Bildhauereisen zu Füßen.

" Wir hatten schon immer Interesse an den Motiven auf dem Friedhof", erklären Dorothea und Detlef During, " es ist hochinteressant zu erfahren, was es damit auf sich hat." Die ursprünglich heidnischen Symbole stellen entweder den Tod als Ende des Lebens dar oder als Schlaf vor der Auferstehung.

Meistens wird dem Genius ein männliches Aussehen verliehen. Auf dem Hasefriedhof gibt es lediglich einen weiblichen Genius. Vor der Grabstätte Wellenkamp steht ein solches Beispiel mit eindeutig weiblichen Zügen. " Interessanterweise stammt diese Statue von der Firma Villeroy & Boch", wirft Axel Burgfeld ein. Damit können natürlich alle etwas anfangen.

Ob Kunststudent oder Rentner, alle waren von dem Rundgang über den fast 200 Jahre alten Hasefriedhof begeistert. Viel Lob erhielt Axel Burgfeld auch für sein umfangreiches Bildmaterial, das er zur Ergänzung des Themas " Die Darstellung von Tod und Schlaf" mitgebracht hatte.

Infos zum Programm:
Förderkreis Hasefriedhof-Johannesfriedhof e. V. www.historische-friedhoefe-osnabrueck.de

Großes Interesse: Gespannt lauschen die Teilnehmer der Führung den Erklärungen von Axel Burgfeld.
Fotos: Thomas Osterfeld

Geheimnisvoll: Dieser Jüngling bewacht den Haupteingang des Hasefriedhofes.

Kunstvoll: Ein Engel ziert diesen Grabstein.
Autor:
mgr


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