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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Millionen für Buga-Festival auf dem Marktplatz?
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Streit um Kosten für Gutachten
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Originaltext:
Millionen für Buga-Festival auf dem Marktplatz?

Streit um Kosten für Gutachten

Osnabrück Die geplante Bundesgartenschau sorgt für politischen Zündstoff. Ein Kulturspektakel auf dem Marktplatz soll die Buga-Besucher vom Piesberg in die Stadt locken. Aber kann sich die Stadt das leisten? Die Meinungen gehen auseinander.

Während der jüngsten Sitzung des Buga-Lenkungsausschusses gerieten Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und Kulturdezernent Reinhard Sliwka aneinander. Der Kern des Streits: Wer soll das Gutachten bezahlen, das Aufschluss geben soll, ob ein überregional beachtetes Festival auf dem Marktplatz möglich wäre? Sliwka lehnt strikt ab, dafür Geld aus dem Kulturetat zu nehmen. Das Gutachten soll ein Experte aus Essen erstellen.

Der Vorschlag, die Buga durch ein Rathaus-Festival aufzuwerten, stammt von Mitgliedern des Verkehrsvereins Osnabrück (VVO). Der Verein ist bereit, die Hälfte der Gutachterkosten zu übernehmen, das wären 7500 Euro. Die andere Hälfte soll die Stadt zahlen. Sliwka sagte gestern, der Vorschlag des VVO sei eine " lobenswerte Initiative". Er halte ein großes Spektakel aber finanziell für " kaum darstellbar".

Dem VVO schwebt ein Spektakel nach dem Vorbild der Nibelungen-Festsplele in Worms vor. Vor dem Wormser Kaiserdoms wird seit 2002 jährlich der Nibelungen-Mythos gepflegt. Inszeniert wird " einer der bedeutendsten Kriminalfälle der Weltliteratur" (Wormser Eigenwerbung) von Star-Regisseur Dieter Wedel. Auf der Bühne stand auch Mario Adorf. 25000 Besucher locken die Festspiele in jedem Sommer an. In Osnabrück würde sich der Dreißigjährige Krieg als Thema aufdrängen, so der Vorschlag des VVO.

Sliwka hat dem künftigen Intendanten Holger Schultze die Akte übergeben mit der Bitte, ein Konzept für ein bezahlbares Kulturereignis unter Federführung der Städtischen Bühnen zu entwickeln. Schultze zeigte sich gestern " erstaunt", dass das Theater bislang nicht einbezogen worden Ist. Ein Festival sei nur machbar " unter massivster Beteiligung des Theaters". Zu einem Festival-Konzept wollte sich Schultze nicht äußern: " Ich habe die Papiere gerade erst bekommen."

OB Fip begrüßte ausdrücklich die Idee des VVO. Parallel zur Buga müsse es ein Programm geben, das die Menschen in die Innenstadt hole. Er gehe davon aus, dass die Stadt aus dem Buga-Topf die Hälfte der Gutachterkosten bezahle. Am Dienstag soll sich der Finanzausschuss mit dem Thema befassen.

Heftige Kritik kommt von den Grünen. Sie lehnen weitere Gutachten ab. Vor allem die Ideenwerkstatt im Juli, die 200.000 Euro kosten wird, sei eine " Investition ins Ungewisse". Grünen-Sprecher Michael Hagedorn wörtlich: " Anstatt finanziell die Notbremse zu ziehen, führt Fip seine Lemminge von CDU, FDP und SPD nun umso schneller in den Abgrund der finanziellen Handlungsunfähigkeit."

Rathaus-Festspiele zur Buga

Zuerst das Theater fragen

Von Wilfried Hinrichs

Der Verkehrsverein will der Stadt und ihren Bürgern etwas Gutes tun. Das verdient höchste Anerkennung. Hier zeigt sich bürgerschaftliches Engagement, das die Stadt dankbar annehmen sollte.

Das heißt aber nicht, dass die Stadt sich das Verfahren und den Gutachter diktieren lassen muss. Hier wird der zweite vor dem ersten Schritt gemacht: Natürlich müssen zunächst die eigenen Experten gefragt werden. Natürlich muss zunächst das Stadttheater eigene Möglichkeiten prüfen. Natürlich muss sich der Intendant einbringen können.

Sliwka tut gut daran, Illusionen zu zerstreuen: Für ein Spektakel der Wormser Kategorie fehlt in Osnabrück zurzeit das Geld.

DER MARKTPLATZ soll 2015 Schauplatz eines großen Kultur-Festivals werden, um Buga-Besucher vom Piesberg in die Innenstadt zu locken. Die Frage ist: Kann sich die Stadt das leisten?
Autor:
hin


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