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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
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Überschrift:
Bürgerhaus mit Festsaal und Steinwerk
Zwischenüberschrift:
Marienstraße 17 wird verkauf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bürgerhaus mit Festsaal und Steinwerk

Marienstraße 17 wird verkauft

OSNABRÜCK. Die Adresse lautet Marienstraße 17. Und in der Sprache der Immobilienmakler wird das Haus als ein " charismatisches Osnabrücker Altstadt-Domizil" klassifiziert: Derzeit steht hier das wohl am besten erhaltene Osnabrücker Bürgerhaus des späten Mittelalters zum Verkauf.

1984 haben Dr. Edzard van Delden und sein Compagnon Dr. Ernst Buddemeier das Haus erworben, es aufwendig restauriert und anschließend ihr Antiquitätengeschäft aus der Heger Straße hierher verlegt. Nun wollen sie schließen. " Aus Altersgründen", das sagen sie auch unumwunden - die beiden Herren sind mittlerweile über 70 - und weil man ein solches Metier wie den Handel mit hochwertigen Antiquitäten nur " entweder ganz oder gar nicht" betreiben könne, haben sie sich für den Verkauf entschieden.

Dabei war die Restaurierung des Hauses in der Marienstraße ein Glücksfall für die Osnabrücker Altstadt. Das Bürgerhaus von 1587 mit dem Dielentor und seinen authentischen Kammer- und Treppeneinbauten samt dem dahinter liegenden Steinwerk wurde damals mustergültig restauriert. Der Anbau aus dem Jahr 1616 beispielsweise war zuletzt durch das Schaufenster eines Milchgeschäfts verunstaltet gewesen und bekam damals wieder seine originalen Fenster: " Die Schlagläden dazu hatten sich auf dem Dachboden erhalten", berichtet Dr. Kdzard van Delden, " wie überhaupt das ganze Haus von diversen Einbauten entkernt werden musste."

So wurde zum Beispiel ein sieben Meter tiefer Brunnen im Vorderhaus freigelegt, der heute wieder zu bewundern ist. Damals kam auch hinter abgehängten Decken und Zwischenwänden die wunderbare Deckenausmalung des kleinen Saals im Obergeschoss mit einer allegorischen Darstellung der sechs Sinne wieder zum Vorschein. Eine Sensation nicht nur für den städtischen Denkmalpfleger Bruno Switala: Ein authentisches Beispiel für den gehobenen bürgerlichen Wohnstil im Spätbarock, der in seinen Stilformen und Entlehnungen höfische Vorbilder imitiert.

Einerseits macht der authentische Denkmalwert des Gebäude-Ensembles im Herzen der Altstadt den besonderen Reiz des Hauses aus. Andererseits schränkt der Denkmalschutz denkbare Nutzungsmöglichkeiten ein.

" Es handelt sich um eine wertvolle Rarität in bester Altstadtlage von Osnabrück", sagt Iris Stöter vom Maklerbüro Engel & Völkers dazu.

Sie denkt an eine künftige Nutzung des Hauses unter repräsentativen Gesichtspunkten: " Aber auch Büroräume für Freiberufler, Atelierräume für Künstler oder ein Wohnhaus sind denkbar." Offen ist derzeit auch, ob ein künftiger Eigentümer der hochpreisigen Liebhaberimmobilie (im Gespräch ist ein Kaufpreis von 850.000 Euro) wie bisher das Haus für Besucher öffnen wird. Immerhin diente das Haus Marienstraße in der Vergangenheit immer wieder als Anschauungsobjekt für die halbagrarische Wohnform der Osnabrücker Ackerbürger des späten Mittelalters.

Über zwei Geschosse geht die Diele mit Einbauten.

Vorkragender Giebel und Dielentor: Das Haupthaus (links) ist typisch für das Osnabrücker Bürgerhaus.

Ein eigener Festsaal mit barocker Deckenmalerei verbirgt sich im Obergeschoss des Anbaus von 1616: Die Malerei enthalt eine Allegorie der sechs Sinne. Fotos: Jörn Martens
Autor:
Frank Henrichvark


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