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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schon vor 700 Jahren klapperte die Neue Mühle
Zwischenüberschrift:
Zeitreise in der Neustadt
 
Zuerst gehörte die Wassermühle der Kirche, 1850 ging sie in den Besitz der Stadt über - Heute ein Restaurant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Innenstadt Die Neue Mühle klapperte schon vor 700 Jahren. Heute könnte sie mit Wasserkraft Strom erzeugen. Aber dafür müssten einige Hindernisse aus dem Weg geschafft werden.

Das Foto auf der Ansichtskarte, das um 1908 aufgenommen wurde, zeigt sie als eine der drei historischen Mühlen der Stadt Osnabrück. Seit 1253 hatte die Neue Mühle die Versorgung der Neustadt-Bevölkerung mit Mehl für das tägliche Brot gesichert. Heute trägt sie auf andere Weise zur " Versorgung" der Bevölkerung bei: Das Restaurant " Neue Mühle" am Kollegienwall bietet seinen Gästen frische, saisonale Küche und einen direkten Blick auf die Stauanlage der Hase.

Die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete Neue Mühle wurde im Laufe der Jahrhunderte wiederholt erneuert und verändert. Im großen Umfang wurde sie zu Beginn des 18. Jahrhundert umgebaut und wiederhergestellt.

1802 wurde sie, wie die beiden anderen Hasemühlen, aus dem geistlichen Besitz herausgelöst. 1850 ging sie in den Besitz der Stadt Osnabrück über. Nur wenig später, 1883, eröffnete das Stadtbad Pottgraben. Die Badeanstalt diente damals nicht nur der Gesundheitsförderung und Hygiene, sondern war auch Teil der Freizeitgestaltung der städtischen Besucher. In jenen Jahren floss das Hasewasser noch direkt durch die Becken des Schwimmbads.

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand das erste Osnabrücker Hallenbad am Pottgraben (im Hintergrund links).

Seit 1998 ist das Pottgrabenbad Geschichte: Nach aufwändigen Umbauarbeiten ist in das Gebäude mit der gelben Fassade das Alando-Palais, eine Diskothek mit Restaurant, eingezogen.

Die Ansichtskarte zeigt die Neue Mühle, wie sie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat. Im Zweiten Weltkrieg wurden Mühle und Wehranlage fast vollständig zerstört. Das Mühlenhaus erhielt seine heutige Gestalt durch den Wiederaufbau 1948/ 49, bei dem Teile des Vorgängerbaus einbezogen wurden.

Auch das Mühlenwehr wurde wieder aufgebaut, nach heutiger Kenntnis wohl mit minderwertigem Material: Im Februar 1999 sackte der denkmalgeschützte Pfeiler der Haseberücke ab und beschädigte die Brücke mit dem Wehr so stark, dass sie neu aufgebaut werden musste.

Die Folge war eine zweieinhalbjährige Sperrung der Brücke. Nicht nur langwierige Baumaßnahmen und technische Probleme, sondern auch Diskussionen um Staurecht und Fischwanderungen verzögerten die Öffnung der Hasebrücke an der Heinrich-Heine-Straße.

Solange es keine Einigung gibt, darf die Neue Mühle keinen Strom erzeugen. Bevor das Wasser aufgestaut wird, muss ein Durchgang für Fische gebaut werden. Sie würden sonst in der Turbine gehäckselt.

Bilduntertitel:

DIE NEUE MÜHLE VOR 100 JAHREN: Das Foto haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück", Band 3, entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

AUCH HEUTE EIN EINDRUCKSVOLLES BAUWERK: Die Neue Mühle mit der reparierten Brücke und dem Alando-Palais im Hintergrund. Foto: Jörn Martens
Autor:
tos


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