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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Baden im Kanal ist herrlich - aber Abstand halten
Zwischenüberschrift:
Die ruhige Alternative zum Freibad - Ruderer klagen über leichtsinnige Schwimmer, die von den Brücken springen
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Originaltext:
Baden im Kanal ist herrlich - aber Abstand halten

Die ruhige Alternative zum Freibad - Ruderer klagen über leichtsinnige Schwimmer, die von den Brücken springen

Osnabrück

Sommer, Sonne und übervolle Freibäder. Da ist eine Erfrischung im Kanal die beste Alternative. Der Sprung ins kühle Nass ist allerdings nicht ganz ungefährlich, erst recht von einer Brücke und in der Nähe von Schiffen oder Ruderbooten.

Ob Mutprobe oder purer Übermut, die Sportler des Osnabrücker Rudervereins sind nach Auskunft von Markus Heineking bei schönem Wetter oft das Ziel von leichtsinnigen jugendlichen Schwimmern. " Die springen von der Brücke oder von der Seite direkt vor, hinter oder neben die Boote", klagt der stellvertretende Vorsitzende Sport.

Ziel sei es wohl, die Ruderer nass zu spritzen, was bei hochsommerlichen Temperaturen durchaus angenehm sei. Viele der Springer seien sich aber nicht der Gefahr bewusst, in die sie sich mit dem vermeintlichen Jux begeben. Ein Schlag mit den Skulls (ein Ruder in jeder Hand) oder dem Riemen (zwei Hände an einem Ruder) kann schlimmstenfalls tödlich enden.

Zudem dürften die Schwimmer nicht die Reichweite der Ruder unterschätzen: Ein Skull ragt etwa zwei Meter aus dem Boot, ein Riemen sogar drei Meter, so dass ein Sicherheitsabstand unabdingbar ist. Und bei bis zu 15 Stundenkilometern sei das Ruderboot, das anfangs so weit entfernt erscheine, " ratz, fatzda".

" Die Ruderer haben zusätzlich das Problem, dass sie mit dem Rücken in Fahrtrichtung sitzen", bestätigt Ramon van der Maat. Der Pressesprecher der Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen kennt das Problem mit den Brückenspringern aber mehr von Seiten der Schifffahrt. " Es gibt eine Übereinkunft zwischen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der Wasserschutzpolizei, das Baden im Kanal zu dulden", sagt von der Maat. Grundsätzlich sei das auch okay, " wenn sich die Schwimmer nur aus dem Weg der Schifffahrt heraushalten."

Dort lauern die größten Risiken, weil Badende nach Auskunft der Wasserschutzpolizei nicht einmal ahnen, wie groß der Sog der Schiffe ist, wenn sich Schwimmer zu nahe heranwagen. Noch gefährlicher sei der Sprung von der Brücke kurz vor oder hinter ein Schiff. Im vergangenen Jahr sei ein Schwimmer ertrunken, in diesem Jahr habe einer falsch kalkuliert: Er landete auf dem Deck und liegt jetzt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Ein Sprung von der Brücke ist für den Nachwuchs der Familie Decker absolut tabu, berichtet Mutter Heike. Der Kanal sei das Ziel, weil Sohn Jan (7) gerne angelt. Natürlich nur unter Aufsicht von Vater Michael, der Mitglied in der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung ist. Beim sonntäglichen Baden hat nun auch Tochter Ava (9) geschwärmt, wie " schön ruhig" es am Kanal im Gegensatz zum Freibad ist. Und der Kanal hat noch einem gewichtigen Vorteil: Terrier Lisa darf mitkommen.

JAN UND AVA wissen von ihren Eltern Michael und Heike Decker (von links), dass sie Ruderern nicht zu nahe kommen und nicht von einer der Brücken wie der an der Stiestraße in Pye springen dürfen. Der Familienausflug mit Hund Lisa ging an den Kanal, weil Jan so gerne angelt. Foto: Gert Westdörp
Autor:
Ulrike Schmidt


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