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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Sicherheit geht vor
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Altlast Wüste: Wie gefährlich ist der Boden?
Artikel:
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Originaltext:
Sicherheit geht vor

Altlast Wüste: Wie gefährlich ist der Boden?

Von Rainer Lahmann-Lammert

OSNABRÜCK. Wie giftig ist eigentlich die kontaminierte Erde aus der Altlast Wüste, die jetzt auf dem Piesberg eingelagert wird? Sehr gefährlich, mutmaßt unser Leser Johannes Michels aus Voxtrup, schließlich müssten die Männer ja Schutzanzüge tragen. Wir haben nachgehakt und geben Entwarnung.

Aberwitzig findet Johannes Michels, dass der verseuchte Boden auf die Deponie gefahren wird. " Ist das nicht kontraproduktiv für die Bundesgartenschau?", fragt der besorgte Voxtruper. Überhaupt nicht, lautet die Antwort von Detlef Gerdts, dem Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt. Das Material sei jedenfalls nicht giftiger als der Müll, der jahrzehntelang im Piesberg eingelagert wurde: " Dieser Boden eignet sich hervorragend, um die Oberfläche der Deponie zu profilieren."

Mit dem Boden aus den Wüsten-Gärten decken die Müllwerker die Deponie ab, bevor die dicke Folie aufgetragen wird. Dann kommt noch einmal sauberer Mutterboden drauf, und erst der wird eingesät oder bepflanzt.

Die kontaminierte Erde aus der Wüste ist sehr gründlich untersucht worden. Sie enthält Blei und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Kleinkinder, die schon mal einen Klumpen in den Mund nehmen, sollten damit besser nicht in Kontakt kommen, sagen die Fachleute. Um diese Gefährdung auszuschließen, hat sich die Stadt zur Sanierung der größten bewohnten Altlast in Deutschland entschlossen.

Erwachsene gelten jedoch nicht als gefährdet. Und das wiederum findet Johannes Michels aus Voxtrup widersprüchlich: Warum, so fragt er, müssen die Arbeiter dann die Schutzanzüge tragen? Weil es die Baustellenverordnung so vorschreibt, antwortet Karsten Timmermann, der im Fachbereich Grün und Umwelt für die Untersuchung von Altlasten zuständig ist.

Wer sich nicht dran hält, bekommt Ärger mit der Berufsgenossenschaft. Der Schutzanzug gehört so selbstverständlich dazu wie der Schutzhelm für den Feuerwehrmann oder die Sicherheitsschuhe für den Betriebsschlosser.

Doch es geht nicht um sinnlose Routine, sondern um eine konkrete Abwägung: Manche Bauarbeiter müssten ein ganzes Berufsleben lang mit kontaminierten Böden umgehen, gibt Altlasten-Spezialist Bernd Früchel zu bedenken.
Da sei es unabdingbar, besondere Vorsicht walten zu lassen. Zumal ja selbst bei gründlichen Voruntersuchungen unerwartete Substanzen ans Tageslicht kommen könnten.

Nachgehakt 05 41/ 310-631

Natürlich mit Schutzanzug: John Hunter (links) bei der Altlastensanierung eines Grundstücks an der Kromschröderstraße, hier mit seinem Kollegen Siegfried Nakat.
Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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