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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Den Radikalschnitt vermeiden"
Zwischenüberschrift:
"RWE-Zahlen sind veraltet"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Den Radikalschnitt vermeiden"

Zum Bericht über die geplante Freileitung, Neue OZ, 14. Juni.

" Seit Wochen verfolge ich die Beiträge in der Neuen OZ zur geplanten Hochspannungsfreileitung. Die im Bericht vom 14. Juni angegebenen Fotomontagen auf der Homepage der Bürgerinitiative Hochspannung habe ich dann auch am PC aufgerufen und war erschrocken: Mittels Fotografien wird der Ist-Zustand (oder Zustand bei Verlegung eines Erdkabels) und im zweiten Bild dann per Fotomontage die Veränderungen durch eine Freileitung dargestellt. Jeder Bürger sollte sich dieses einmal anschauen, erst dann wird ihm klar, welche Tragweite die geplante Freileitung für Mensch, Natur und Umwelt hat. Da geht es nicht mehr um den Eigentümer oder den Anlieger als direkt Betroffenen, da ist jeder Osnabrücker und Belmer gefragt, alles in seiner Macht Stehende zu tun, diesen Radikalschnitt zu vermeiden.

In neuen Studien soll das Erdkabel bei 110 kV nicht teurer sein. Warum sich die RWE so dagegen sperrt, kann ich nicht verstehen, dies muss wohl mit Politik und anderen Machtinteressen zu tun haben.

Warum es aber die entscheidende Landesbehörde in Oldenburg und sogar unser CDU-Ministerpräsident (der Landesbehörde weisungsbefugt?) Herr Wulff als Osnabrücker Bürger trotz eines klaren parteiübergreifenden Votums zu Gunsten eines Erdkabels geschehen lässt, wird wohl Gründe haben, welche sich nur vermuten lassen."

Monika Ehret
Hunteburger Weg 154
Osnabrück

" RWE-Zahlen sind veraltet"

Auch zur Berichterstattung über die Freileitungsplane.

" Obwohl ich nur mittelbar betroffen bin, unterstütze ich die Forderung der , Bürgerinitiative Hochspannung', die Stromversorgung mit einem Erdkabel zu sichern. Rückenwind erhält die Bürgerinitiative auch durch sämtliche Parteien Osnabrücks, die Stadt Osnabrück und den Oberbürgermeister. Und nicht nur die Vertreter Osnabrücks im Niedersächsischen Landtag sprechen sich für die Erdverkabelung aus, sämtliche Parteien im Landtag, ob SPD, Grüne, CDU oder FDP, unterstützten im Februar dieses Jahres den Ruf einer weiteren Bürgerinitiative nach Erdverkabelung.

Und eben das ist für mich so unverständlich. Wenn sich wirklich sämtliche Volksvertreter, ob Regierung oder Opposition, für die Erdverkabelung aussprechen, wie kann es dann sein, dass es trotzdem immer noch zum Bau von Freileitungen kommt? Muss man sich in einer solcher Debatte dann wirklich damit begnügen, die Diskussion auf Zuständigkeiten zu reduzieren

(SPD und Grüne forderten die Landesregierung auf, Vorgaben zu machen, während CDU/ FDP die Bundesregierung aufforderten zu handeln). Damit ist man zur Bewegungslosigkeit zurückgekehrt.

Meine Tochter besucht den Kinderladen Friesenweg, der bis zu 20 Kinder betreut. Keine 200 Meter entfernt soll nun die geplante Freileitungstrasse verlaufen (siehe Fotomontage). Wer kann mir nun 100-prozentig zusichern, dass meine Tochter durch diese Freileitungen keine gesundheitlichen Schäden durch den Elektrosmog davonträgt? Entsprechendes gilt für die Anwohner. Natürlich werden meist die gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Doch was ist mit den Studien, die wegen gesundheitlicher Auswirkungen wesentlich größere Abstände zwischen Häusern und Freileitungen fordern? Die Stadt Osnabrück hat sich selbst zur Auflage gemacht, dass bis zu einer Entfernung von 200 Metern zu Freileitungen keine Bebauung erfolgen darf. Warum gilt dies nur für nachträgliche Bebauung?

Und dann die Weigerung der RWE, Erdkabel zu verlegen, weil es ja ach so teuer ist! Bereits in den Jahren 1998/ 1999 war dies ein ausschlaggebender Grund, warum die damalige Bezirksregierung die Freileitungen genehmigte, nachdem sie diesen Punkt nochmals überprüfen ließ.

Wie kann die RWE in ihren Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren zu diesem Punkt mit Zahlen arbeiten, die noch aus dem Jahr 2000 stammen und zudem auch noch in D-Mark angegeben sind? Ist dieser Punkt dann doch nicht so ausschlaggebend, dass man sich nicht einmal die Mühe macht, ihn zu aktualisieren? Oder liegt es daran, dass sich in den letzten Jahren gerade hier viel getan hat: U.a. die Aufhebung des , Kabelkartells' und die Globalisierung bei der Materialbeschaffung führten zur drastischen Kostenreduzierung.

So scheint es auch hier wohl ums Prinzip zu gehen: " Wo kämen wir hin, wenn Bürgerinitiativen mit ihren guten Argumenten Recht bekämen?"

Dr. Beate von der Haar
Gevaweg 8
Osnabrück
Autor:
Monika Ehret, Dr. Beate von der Haar


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