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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Von Heimweh keine Spur
Zwischenüberschrift:
Aufenthalt der Tschernobyl-Kinder geht zu Ende
Artikel:
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Originaltext:
Von Heimweh keine Spur

Aufenthalt der Tschernobyl-Kinder geht zu Ende

Osnabrück (nina) Heimweh? " Njet!" Entrüstet schütteln die rund 40 weißrussischen Kinder den Kopf. Sie kommen aus der Nähe von Tschernobyl und waren in den vergangenen vier Wochen in Osnabrücker Gastfamilien zu Besuch. Heute fliegen sie ab Hannover wieder zurück in die Heimat.

Gestern entdeckten die Kinder zum Abschluss den Lernort Nackte Mühle in Haste. Köcherfliegenlarven, Flohkrebse, Strudelwürmer - mit Sieben bewaffnet, kescherten die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren in der Nette. " Die Kinder sind sehr wissbegierig und diszipliniert", sagte Michael Koch, der die Kinder am Fluss betreute.

Organisiert wird der Besuch der Tschernobyl-Kinder seit 14 Jahren vom Evangelischen Kirchenkreis. " Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte die Verständigung in den Familien ganz gut", sagte Pastor Christian Baethge vom Kirchenkreis. Drei Dolmetscherinnen standen den Kindern zur Seite. " Zur Not haben die Kinder gemalt oder mit Händen und Füßen kommuniziert oder ins Wörterbuch geschaut", sagte Dolmetscherin Tamara Bolsam. " Natürlich war es für die Kinder schwierig. Aber die Gasteltern sprechen zum Teil Russisch", sagte ihre Kollegin Raissa Schtscherbina.

Die Zeit in Osnabrück hat den Kindern gut gefallen: " Sehr, sehr, sehr", sprudelte es aus Tanja (11) heraus. " Ich will nicht nach Hause fahren", sagte Nastja (8), die Kleinste in der Gruppe, mit einem Lächeln. Hier war vieles anders als zu Hause: das Essen, das Leben in den Familien ... " Hier essen die die Spaghetti mit Löffel und Gabel. Zu Hause nehmen wir nur eine Gabel", schmunzelte Nastja. " Und der tolle Hund ...". " Die Gasteltern waren sehr nett", fand auch die neunjährige Irina, mit dem Kescher in der Hand.

Die Kinder lernen Deutsch in der Schule, deshalb fiel die Verständigung nicht ganz so schwer. Neben vielen Ausflügen wurden einige von ihnen untersucht und beim Zahnarzt behandelt. " Die Hilfe der Ärzte war natürlich sehr willkommen", sagte Pastor Baethge.

Der Austausch wird über Spenden finanziert und kostet jedes Mal etwa 15000 Euro. " Da muss eine Menge zusammenkommen", so Baethge.

WAS LEBT DENN DA IM BACH? Zum Abschluss ihrer Ferien in Osnabrück gingen die Tschernobyl-Kinder auf Wassererkundung an der Nackten Mühle.
Foto: Elvira Parton
Autor:
nina


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