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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erdkabel "nur" noch dreimal so teuer
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Hochspannung: Neues Gutachten
Artikel:
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Originaltext:
Erdkabel " nur" noch dreimal so teuer

Hochspannung: Neues Gutachten

OSNABRÜCK. Freileitung oder Erdkabel? Das bleibt weiterhin die Frage im Widukindland. Nach dem neuesten Gutachten der RWE wäre ein Erdkabel dreimal teurer als die Freileitung. Die Gegner der Hochspannungsleitung überzeugt das Gutachten allerdings nicht.

Mit dem neuen Gutachten relativiert der von der RWE beauftragte Gutachter sein eigenes Gutachten von 2003, in dem er die Kosten für eine Erdleitung noch um ein Mehrfaches höher veranschlagt hatte.

Dennoch kommt die RWE auch mit ihrem neuen Gutachten nicht bei den Gegnern der frei stehenden Strommasten an. Eine " Farce" nennt das Helmut Korte, Sprecher der Bürgerinitiative Hochspannung. " Objektivität und Sachlichkeit sind von vornherein ausgeschaltet, wenn ein Gutachter sein eigenes Gutachten überprüft", kritisiert er das Vorgehen.

Auch inhaltlich hat die Initiative Einwände vorzubringen. Denn nach dem nun vorliegenden Ergebnis der RWE ist ein Erdkabel dreimal teurer als eine frei stehende Leitung. Doch dieser Annahme setzt Helmut Korte entgegen: " Natürlich wird es teurer, wenn ein Kabel dort verlegt wird, wo asphaltierte Straßen sind", sagt er. So sei es in dem nun vorliegenden Gutachten vorgesehen.

Anders müsste das nach Korte bei der Alternativtrasse sein, die die Initiative im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Firma GEO aus Schleswig-Hostein vorgeschlagen hatte. Dort wird eine Wegeführung unter Agrarland vorgesehen, was deutlich günstiger sei. Doch die Alternativstrecke für das Erdkabel sei im Gutachten gar nicht weiter diskutiert worden, beanstandet Korte.

Auch die Stadt Osnabrück spricht sich für ein Erdkabel aus. Es dürfe nicht nur um Fragen der Wirtschaftlichkeit gehen, sagt Stadtbaurat Wolfgang Griesert. " Uns geht es auch um die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes", sagt er. Bei der Entscheidung könne es deshalb nicht nur um wirtschaftliche Gründe gehen.

Die Seriosität des Gutachtens zieht Griesert indes nicht in Zweifel. Schließlich habe es vor dem 2. Gutachten geheißen, dass ein Erdkabel um das " 7- bis 10-fache teurer" sei als eine Freileitung, so Griesert. In dem neuen Papier sei nur noch von den 3-fachen Kosten die Rede. Das sei doch ein " immenser Unterschied".

Griesert sieht die Stadt nicht in der Verantwortung, eine alternative Trasse für ein Erdkabel vorzuschlagen. Das sei Aufgabe der Landesbehörde, die für das Planfeststellungsverfahren verantwortlich sei, sagt er und fügt hinzu: " Die Stadt kann RWE nicht zwingen."

Die Firma GEO hält in einem Schreiben die Ergebnisse des Gutachtens für " fragwürdig". Ein weiterer Grund für den Gegner der Freileitung, ein neues Gutachten zu fordern. " Wenn es ein unabhängiges Gutachten gibt, ist die Chance viel größer, dass das Ergebnis auch angenommen wird."

Das Umspannwerk an der Baumstraße ist das Ziel der Hochspannungsleitung durch Widukindland.

Foto: Gert Westdorp
Autor:
rei


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