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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
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Überschrift:
Treffpunkt Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Vom Marktplatz zur Drehscheibe des Stadtverkehrs
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Treffpunkt Neumarkt

Vom Marktplatz zur Drehscheibe des Stadtverkehrs

OSNABRÜCK. Anfangs belebte der Verkehr den Neumarkt, später überrollte er ihn nur noch: Vom Marktplatz zur Drehscheibe des Stadtverkehrs - der Neumarkt wurde immer wieder den neuen Bedürfnissen angepasst.

Der neue Markt - im Gegensatz zum alten Markt am Rathaus - entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, als Osnabrück mit dem Hannoverschen Bahnhof Anschluss an das Eisenbahnnetz erhielt. Schnell entwickelte sich der Neumarkt zum Zentrum der Stadt: Auf dem rechteckig angelegten Platz fand der Wochenmarkt statt, es gab Einkaufsmöglichkeiten, Kioske und Bänke, hier traf man sich zum kleinen Plausch.

Aus Verkehrsgründen wurde der Markt 1913 an den Ledenhof verlegt: Der zunehmende Fahrzeugstrom und die seit 1906 über den Neumarkt rollende Straßenbahn verdrängten Marktstände und Fußgänger. Auch das Kriegerdenkmal, das ursprünglich die Platzmitte schmückte, musste 1928 dem wachsenden Verkehr weichen. Heute steht es auf dem Straßburger Platz.

Die Ansichtskarte zeigt den Neumarkt, wie er sich Ende der 30er Jahre präsentierte: Hier kreuzten verschiedene Straßenbahnlinien, parkende Automobile reihten sich am Rande der Fahrbahn. Ab 1936 regelte die erste Verkehrsampel auf dem Neumarkt den Verkehr, gab Fußgängern oder Wagenverkehr Vorrang.

Zeitreise

Im Westen begrenzte das Eckhaus der Zigarrenfabrik Schlüter den Platz (linker Bildrand). Gleich daneben befand sich die Drogerie Ludwig Smits. An der Nordseite des Neumarkts, hier von einem ausladenden Baum verdeckt, an der Einmündung zur Großen Straße stand die Lederwarenhandlung Wenner. In dem hoch aufragenden Gebäude (rechter Bildrand) mit verspielten Ecktürmen und Risaliten befanden sich in den 30er Jahren die Geschäftsräume der Kürschnerei, Hut- und Mützenhandlung Dierks und die Konditorei Karl Hinrichs. Diese Gebäude sind alle längst verschwunden. Die Bomben des Zweiten Weltkrieges haben den Neumarkt unwiederbringlich verändert.

Der stark angewachsene Stadtverkehr hatte bereits vor Kriegsausbruch auf dem bis dahin unveränderten Platz immer wieder für Probleme gesorgt. Nach Kriegsende wurden beschädigte Häuser abgerissen und der Verkehrsknotenpunkt der Stadt aufwändig und mehrfach umgebaut.

" Es wird schon wieder gebuddelt", schrieb das Osnabrücker Tageblatt im Juli 1953 über die wiederholten Bauarbeiten am Neumarkt. " Die Stadt hat jetzt das wohl größte Straßen- und Verkehrsproblem in Angriff genommen." Seither umfasst der Neumarkt mehr als das Doppelte seiner früheren Größe, die Straße wurde mehrspurig ausgebaut. Mit der Eröffnung des Neumarkttunnels 1964 wurden die Fußgänger " unter die Erde verbannt".

Heute ist der Neumarkt wieder ein " Problemfall", wie die aktuelle Diskussion zeigt. Zurück zu den Ursprüngen - fordern viele Bürger und Politiker. Der neue Masterplan sieht vor, dass der Neumarkt etwas von seinem alten Platzcharakter zurückbekommt. Künftig soll er wieder zum Verweilen einladen, aber dennoch Raum für den Verkehr lassen.

Freie Fahrt für den Verkehr: Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist der Neumarkt autogerecht ausgebaut worden. Foto: Gert Westdörp

Der Neumarkt vor dem Krieg: Im Westen begrenzte das Eckhaus der Zigarrenfabrik Schlüter den Platz (linker Bildrand). Gleich daneben befand sich die Drogerie Ludwig Smits. Diese Postkarte von 1939 hat uns unser Leser Friedrich-Karl Müller zur Verfügung gestellt.
Autor:
Birte Tost


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