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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Wer hüpft denn da auf dem Acker herum?
Zwischenüberschrift:
Der Steinschmätzer brütet seit 1959 nicht mehr in Osnabrück, lässt sich aber gelegentlich hier blicken
Artikel:
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Originaltext:
Wer hüpft denn da auf dem Acker herum?

Der Steinschmätzer brütet seit 1959 nicht mehr in Osnabrück, lässt sich aber gelegentlich hier blicken

OSNABRÜCK. Der Steinschmätzer ist in Osnabrück ein relativ unbekannter Vogel. Erschließt sich dem Menschen in der von ihm geschaffenen Kulturlandschaft nicht an. Daher ist er in ganz Mitteleuropa wegen fehlender Brutgebiete selten geworden und in einigen Regionen bereits ausgestorben. In Osnabrück hat der Ödlandbewohner wohl immer nur kurzzeitig große, offen gehaltene Steinbrüche und andere vegetationslose Lebensräume vorgefunden. Gebrütet haben die letzten Steinschmätzer bei uns nachweislich 1959 in Eversburg.

Im Großraum Osnabrück kann man sie jedoch am besten im Mai beobachten. Nordische Vögel ziehen nämlich dann auf ihrem Heimzug in großer Anzahl rasch durch. Sowohl auf Ackerflächen vor den Toren der Stadt als auch auf innerstädtischen Industriebrachen sieht man plötzlich auf unbewachsenen Flächen hüpfende, knicksende und hurtig umherlaufende Steinschmätzer.

Unverhofft huschen sie durch das Blickfeld des Fernglases. Obwohl man sie vorher gar nicht bemerkt hat, stellt man verblüfft fest, dass es fünf, zehn, ja manchmal sogar zwanzig Schmätzer sind, die auf dem Acker herumhüpfen, jäh stehen bleiben, mit dem Schwanz wippen, auf einen Stein oder Sandbrocken springen, um wenig später behände hinter einem Insekt herzulaufen. So schnell, wie sie auf dem Frühjahrszug auftauchen und ihr Maximum erreichen, so schnell sind sie auch wieder verschwunden.

Die Öffnung der Landschaft im 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts mit den zahlreichen Verheidungen und Verwüstungen durch Raubbau am Wald, Schafbeweidung und Plaggenhieb brachte dem Steinschmätzer optimale Lebensräume mit einem positiven Bestandsschub. Im gleichen Maße wie die Wiederbewaldung, Umwandlung von " Ödländern" und die moderne Landwirtschaft Fuß fassten, verschwanden viele geeignete Bruthabitate und mit ihnen auch die Steinschmätzer.

Will man Steinschmätzer während der Brutzeit beobachten, dann muss man inzwischen weite Wege fahren. Der nächste Brutstandort liegt 25 km entfernt im Venner Moor. Hier brüten alljährlich 10 bis 15 Paare.

Die abgetorften, vegetationslosen Hochmoorflächen in Verbindung mit den locker gestapelten Torfstücken, die Nistplätze bieten, erfüllen offensichtlich ihre Lebensraumansprüche.

Ödlandbewohner: Der Steinschmätzer ist nur sporadisch in Osnabrück zu sehen. Foto: B. Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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