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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Steinkauzpaare über die Landesgrenze gelockt
Zwischenüberschrift:
Vogelschützer freuen sich über Nestbau einer bedrohten Art
Artikel:
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Originaltext:
Steinkauzpaare über die Landesgrenze gelockt

Vogelschützer freuen sich über Nestbau einer bedrohten Art

Hellern (mlb)
Er steht auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. In Ibbenbüren oder Westerkappeln kommt der Steinkauz aber vor. Jetzt haben Naturschützer ihn über die Landesgrenze nach Osnabrück gelockt: Drei Steinkauz-Pärchen brüten im Stadtgebiet.

Das lässt Vincent sich nicht entgehen. Wenn sein Vater Dr. Gerhard Kooiker zu den Steinkäuzen fährt, will der Neunjährige unbedingt mit. Und er hat Glück: Beim Pressetermin lässt sich ein Vogel kurz in der Öffnung seiner Niströhre blicken.

50 Röhren hat Friedhelm Scheel im Frühling des letzten Jahres am Stadtrand aufgehängt. Für den Schutz der Vögel macht der engagierte Landschaftswart des Kreises Steinfurt nicht vor Landesgrenzen Halt. Schon im vergangenen Jahr hat es sich ein Steinkauz-Pärchen in den Röhren gemütlich gemacht. Jetzt sind es drei. Ein erster Vorgeschmack auf eine weiter wachsende Population.

" Die Vögel wandern nicht weit, um einen Nistplatz zu finden", weiß Vogelexperte Gerhard Kooiker. Haben sie einen passenden Brutplatz, bleiben sie ihm zumeist ein Leben lang treu. Bis zu 15 Jahre können die etwa 22 Zentimeter großen Tiere alt werden.

Um Nahrung zu finden, brauchen die kleinen Kerle Grünland. Am besten Streuobstwiesen, die beweidet werden. Hier finden Steinkäuze Käfer, Mäuse und Regenwürmer, um sich und ihren Nachwuchs zu ernähren. " Sie fangen auch Ratten, die so viel wie sie selbst wiegen", staunt Scheel.

Solche Wiesen gibt es jedoch immer weniger. Für die Experten ein Grund dafür, dass der Steinkauz vom Aussterben bedroht ist. Ein anderer ist die Ordnung, die moderne Landwirte auf ihren Höfen halten. Hier finden die Kleineulen keinen ungestörten Schlupfwinkel. " Wo es aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, da halten die Käuze sich gern auf", lacht Friedhelm Scheel. Er betont aber, dass es immer mehr Landwirte gibt, die ihn bei der Ansiedlung des Steinkauzes unterstützen. Wie Hendrik Lindlage, der stolzer Herbergsvater eines Steinkauz-Pärchens ist.

Die künstlichen Nisthilfen nähmen Steinkäuze gern an, sagt Scheel: " Manche ziehen von ihren natürlichen Brutröhren in die von uns aufgehängten Röhren um." Über Hilfe bei der Steinkauz-Ansiedlung braucht der Vogelschützer sich keine Gedanken zu machen. Er selbst wird von Cedrik Munsberg und Ramona Amme unterstützt. Die 13-jährigen Schüler aus Mettingen bauen Niströhren, hängen sie auf und machen, " was sonst noch so anfällt", wie Cedric meint. Und Vincent will seinem Vater im nächsten Jahr bei der Kontrolle der Niströhren helfen.

DER STEINKAUZ ist ihnen jede Mühe wert (v. I.): Hendrik Lindlage, Ramona Amme, Gerhard und Vincent Kooiker, Friedhelm Scheel und Cedrik Munsberg. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
mlb


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