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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Gebirgsvogel, den es ins Gewerbegebiet zieht
Zwischenüberschrift:
Der Hausrotschwanz hat sich in der Stadt eingerichtet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Fledder

Der Fledder ist das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet in Osnabrück mit einem Versiegelungsgrad von über 80 Prozent. Hier brüten nur wenige Vogelarten. Einer von ihnen ist der Hausrotschwanz, eigentlich ein Gebirgsvogel.

Der Hausrotschwanz ist ein echter Großstädter geworden. Im Häusermeer der Großstädte fand er einen willkommenen Ersatz für seine felsige Heimat. In Osnabrück kommt er nirgendwo häufig vor, sondern taucht immer nur in kleiner Anzahl, vereinzelt oder paarweise, auf. Industrie- und Gewerbegebiete mit Lagerhallen, wie es sie im Fledder, im Güterbahnhof, bei KME oder im Hafen gibt, weisen die höchsten Bestände auf. Auch die Altstadt und die City, Kernbereiche von Lüstringen und Voxtrup sowie die Felswände des Piesbergs sind bevorzugte Lebensräume für den Hausrotschwanz. Dagegen meidet er geschlossene Waldgebiete, offenes Grün- und Ackerland, große Parks und Friedhöfe.

Im Fledder braucht man den Hausrotschwanz während der Brutzeit nicht lange zu suchen. Auf den zahlreichen Flachdächern, zwischen den Industrieruinen des ehemaligen Klöcknergeländes und des Güterbahnhofes sowie auf Lagerhäusern und auf Baustellen wird man rasch fündig. Hier überall fühlt sich der Felsbewohner recht wohl.

Meist sitzt er in aufrechter Körperhaltung auf einer hohen Warte eines Daches, einer Antenne oder eines Schornsteins, trägt seinen kratzenden Gesang vor oder hüpft knicksend auf einem First oder Flachdach umher, um Insekten und Spinnen zu jagen.

Wenn man bedenkt, dass diese Vögel reine Insektenfresser sind und pro Tag etwa 500 bis 700 Beutetiere fangen müssen, erscheint es unvorstellbar, wie sie in einer nahezu vegetationslosen " Steinwüste" überleben und sogar erfolgreich Nachwuchs großziehen können.

ZUM GROSSSTADTBEWOHNER GEMAUSERT: Der Hausrotschwanz fühlt sich vor allem in alten Lagerhallen und Fabrikgebäuden wohl. Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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