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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Diese Dohle zieht es zu den Menschen
Zwischenüberschrift:
Ein Rabenvogel, der allerlei Verwirrung und sogar Freundschaften stiftet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Diese Dohle zieht es zu den Menschen

Ein Rabenvogel, der allerlei Verwirrung und sogar Freundschaften stiftet

Von Nancy Gorylla

OSNABRÜCK. Eine kleine Dohle sorgte in den vergangenen Wochen für große Aufregung: Sie war die Attraktion auf verschiedenen Gartenfesten, veranstaltete Chaos In einer Bäckerei und einem Textilgeschäft und stiftete sogar Freundschaften.

Am Dienstag stand es in unserer Zeitung: Till berichtete von Claus Koschmieder aus der Dodesheide, dem am Sonntag eine handzahme Dohle zugeflogen war. Daraufhin meldete sich Eckhardt Gerlach in der Redaktion. Zwei Wochen vorher hatte er beobachtet, wie das Federvieh für Chaos in einer Bäckerei sorgte. Der Vogel machte es sich auf den Torten gemütlich und flog den Kunden auf den Kopf. Gerlach, der in seinem Haus einen halben Zoo beherbergt, hatte schließlich Mitleid mit den Verkäuferinnen, die verzweifelt versuchten, die Dohle aus der Bäckerei zu bekommen, und nahm sie mit nach Hause.

Am vergangenen Sonntag versuchte er schließlich, den Vogel auszuwildern. Doch das anhängliche Tier suchte sofort menschlichen Kontakt bei Familie Koschmieder. Der Kreis schien geschlossen, doch gestern bekamen wir noch einen weiteren interessanten Anruf.

Beate Hartkämper vom Kalkhügel erzählte uns folgende Geschichte: Im Mai fand ein Schornsteinfeger drei Küken, die noch keine Federn hatten, im Schornstein von Alois und Beate Hartkämper. Da beide schon öfter Vögel zu Hause aufgezogen hatten, entschieden sie sich sofort dafür, die kleinen Dohlen in ihre Obhut zu nehmen.

Wie sich herausstellte, war das keine einfache Aufgabe: In den ersten vier Wochen verlangten die Dohlen alle 20 Minuten nach Futter. So blieb der Adoptivmama Beate Hartkämper nichts anderes übrig, als auf einer Matratze neben der Kiste mit den Vögeln zu kampieren, und sich um die Kleinen zu kümmern, während sich ihr Mann Alois um die Beschaffung der Lebensrnittel kümmerte.

Lediglich von 22 bis 5 Uhr hatten beide etwas Ruhe, da die Küken dann schliefen. Als die gegenüber Menschen sehr zutraulichen Vögel etwas größer geworden waren, zogen sie in ihre eigens für sie gebaute Voliere um. Dort fühlten Oskar, Anton und Markus sich wohl und unternahmen ihre ersteh Flugversuche.

Mitte Juni war es dann soweit: Die drei unternahmen ihre ersten Ausflüge, die mit der Zeit immer länger wurden. Spätestens morgens um fünf saßen sie jedoch wieder in ihrem Käfig und krähten lauthals nach Futter. Familie Hartkämper gewöhnte sich mit der Zeit an die gewitzten Dohlen. Auf einer Gartenparty waren die drei wegen ihrer Zutraulichkeit die Attraktion und sorgten für Partystimmung der besonderen Art.

Ende Juli machten die Hartkämpers Urlaub in Verona und beauftragten eine Bekannte mit der Vogelpflege. Als sie im August zurückkamen, mussten sie bestürzt feststellen, dass die Voliere leer war.

Da lag es nahe, dass es sich bei der gefundenen Dohle um eines der drei früheren Küken aus dem Schornstein handelte. Und so wurde ein Treffen zwischen allen drei Familien vereinbart, um die Geschichte zu klären. Als Beate Hartkämper schließlich das schwarze Federvieh erblickte, war sie sich sofort sicher: " Das ist unser Oskar." Die Welt war wieder in Ordnung.

Eine Dohle und ihre Pflegeeltern: Beate Hartkämper. Eckhardt Gerlach und Claus Koschmieder hatten nacheinander einen Vogel. Foto: Nancy Gorylla
Autor:
Nancy Gorylla


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