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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die dritte Bombe hatte es in sich
Zwischenüberschrift:
Entschärfung am Sonnenhügel
Artikel:
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Originaltext:
Die dritte Bombe hatte es in sich

Entschärfung am Sonnenhügel

Von Beate Dammermann

OSNABRÜCK. Nicht drei, sondern nur eine Bombe musste gestern am Sonnenhügel entschärft werden. Aber die eine hatte es in sich: Sie hatte einen gefährlichen Säurezünder, konnte allerdings am Fundort entschärft werden. Kurz vor 13 Uhr war alles vorbei, und die Anwohner konnten in Ihre Häuser zurückkehren.

Drei Verdachtspunkte hatte es rings um die Knollstraße gegeben. Der auf dem Schulhof Sebastopol erwies sich im Laufe des Vormittags als alte Brechstange. In einem Garten am Reinhold-Tiling-Weg lag zwar unter dem Rasen ein Bombenrest, der aber zerschellt und damit ungefährlich war.

Blieb Nummer 3 in einer Garagenzufahrt an der Dr-Pelz-Straße: Als die Männer des Kampfmittelräumdienstes am späten Vormittag vorsichtig den letzten Meter Erde über dem Blindgänger entfernt hatten, stellte sich heraus: Die britische Bombe hatte einen gefährlichen Langzeitzünder.

" Genau diese Bomben sind der Grund, warum wir nicht am Tag vor der Evakuierung vieler Bürger den Blindgänger untersuchen können. Einmal freigelegt, muss bei einem Säurezünder sofort entschärft werden", erklärt Heiko Riemer, Chef des Kampfmittelräumdienstes. Für eine langfristige Vorwarnung der Anwohner bliebe dann keine Zeit, alle müssten sofort weg. Deshalb nehmen Bombenexperten und Stadt lieber in Kauf, dip Bürger zu erst zu evakuieren, selbst wenn dann keine Bombe gefunden wird.

Bereits am Samstag waren Patienten der Gerontopsychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses vorübergehend ins Marienhospital verlegt worden, auch die Luhmann-Heime wurden am Vormittag geräumt. Die Anwohner rings um die Knollstraße sind Evakuierungen gewohnt: Sie waren meist schon am frühen Sonntagvormittag zu Ausflügen oder zu Freunden gefahren. In der Gesamtschule Schinkel, dem Evakuierungszentrum, suchten nur 42 Zuflucht.

470 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Stadt waren im Einsatz, um sich um die Evakuierten zu kümmern und die Straßen zu räumen. Vorsichtshalber waren so viele Helfer alarmiert worden: Wenn Sprengmeister Olli Harms die Bombe nicht hätte entschärfen können, hätte man sie zu einem Sprengplatz transportieren müssen.

Weitere Bürger entlang der Strecke hätten evakuiert werden müssen.

Aber alles ging gut. Mit Hilfe einer so genannten " Raketenklemme" wurde aus sicherer Entfernung der mechanische Zünder herausgeschossen und dann der Detonator herausgedreht und unschädlich gemacht. Um 12.55 Uhr war alles vorbei.

Weitere Fotos von der Entschärfung unter www.neue-oz.de

Abtransport: Die Bombe mit dem Langzeitzünder hatte seit dem 2. Weltkrieg in der Erde neben einem Haus an der Dr.-Pelz-Straße gelegen. Fotos: Jörn Martens

Den mechanischen Zünder schoss Sprengmeister Olli Harms mit einer Raketenklemme aus der Bombe.
Autor:
Beate Dammermann


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