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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Streit um Sprengungen im Piesberg ist beigelegt
Zwischenüberschrift:
Vertrag zwischen Steinindustrie und 47 Anwohnern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück

Der vierjährige Streit zwischen Anwohnern des Piesberges und der Steinindustrie ist friedlich beigelegt. Ein Nachbarschaftsvertrag regelt Art und Umfang der Sprengungen.

Die Vereinbarung ist für die Steinindustrie mit höherem Aufwand und höheren Kosten verbunden. Sie verpflichtet sich, in Zukunft in kleineren Portionen zu sprengen. Darüber hinaus sollen die Sprengsätze so gelegt werden, dass die Erschütterungen durch das einstürzende Gestein auf ein Minimum reduziert werden. Messgeräte bleiben in zwei Privathäusern in Betrieb. Im Gegenzug ziehen die Anwohner ihre Widersprüche gegen die Genehmigung der neuen Brecheranlage und Änderungen der Abbaugrenzen zurück. Die Gerichtskosten in Höhe von 5300 Euro teilen sich beide Seiten. Die Kosten der Gutachter trägt jeder selbst.

Der Geschäftsführer der Piesberger Steinindustrie, Peter Graf von Spee, sagte während der Vertragsunterzeichnung, sein Unternehmen sehe sich verpflichtet, die Belästigungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen weiter zu reduzieren. Ihm sei an einer guten Nachbarschaft gelegen, damit sich das Unternehmen mit voller Kraft den wirtschaftlich wichtigeren Aufgaben widmen könne.

Uwe König, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, zeigte sich " dankbar und hocherfreut", dass es nach zähem Ringen zu einer versöhnlichen Lösung gekommen ist. Schon in den vergangenen drei Monaten sei es in den betroffenen Wohngebieten nördlich des Piesberges deutlich ruhiger geworden. König wertete es als besonderen Erfolg, dass die Anwohner " ohne Unterstützung der Politik und des Bürgermeisters in Wallenhorst" ihre Ansprüche geltend machen und zum Teil durchsetzen konnten. " Sich zu wehren lohnt sich", warf Marianne Kotier ein, eine Mitbegründerin der Bürgerinitiative.

Langen Rechtsstreit abgewendet

Dem Vertragsabschluss war eine fast vierjährige Auseinandersetzung vorausgegangen. Vor allem Hausbesitzer in Lechtingen machten sich Sorgen um ihre Häuser. Putz fiel von Kellerdecken, Wände und Bodenfliesen bekamen Risse. Die Ursache sahen sie in den Sprengungen im nördlichen Abschnitt des Piesberges. Zu der Zeit bewegte sich der Gesteinsabbau nach Norden auf die Wohnsiedlung zu.

In dem Beweissicherungsverfahren konnte allerdings kein ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen werden, wie der Anwalt der Anwohner, Hermann Roling, erläuterte. Messungen in den Häusern ergaben, dass die Steinindustrie die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhielt. Aber auch die Einhaltung der Grenzwerte befreie einen Verursacher nicht von der Pflicht, Schäden zu ersetzen, erklärte der Rechtsanwalt. Die Anwohner hätten etwaige Ansprüche aber in einem vermutlich jahrelangen Rechtsstreit geltend machen müssen.

AUF GUTE NACHBARSCHAFT: Den Vertrag zwischen Anwohnern und Steinindustrie besiegelten jetzt (von links) Marianne Klötter, Dagmar Danapel, Anwalt Hermann Roling, Uwe König, Angelika Twellmeyer und Peter Graf von Spee. Foto: Elvira Parton
Autor:
hin


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