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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei silber vergoldete Engel fürs Seelenheil
Zwischenüberschrift:
Als das Dominikanerkloster brannte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Unter dem Titel " Gott wende Solches hinfürder Ab" beschäftigt sich die neue Ausstellung im Diözesanmuseum Osnabrück mit Bränden im Osnabrücker Land seit dem Mittelalter und geht vor allem der Frage nach, wie die Einwohner die Folgen von Feuersbrünsten bewältigten. Anlass ist die Gründung der Brandkasse für das Hochstift Osnabrück vor 250 Jahren. Die Neue OZ greift das Thema in einer Serie auf, die in lockerer Folge erscheint.

1372 ging das Osnabrücker Dominikanerkloster samt der Klosterkirche in Flammen auf. Die Anlage wurde nun für mehrere Jahrzehnte zur Baustelle. Auch wenn entsprechende Aufrufe nicht überliefert sind: Die wortgewaltigen Brüder des Predigerordens werden in dieser wirtschaftlich schwierigen Lage sehr wohl an die Wohltätigkeit ihrer Mitbürger appelliert haben. Und solche Appelle verhallten keinesfalls ungehört, konnten die Wohltäter ihre Gaben doch mit dem im Mittelalter so verbreiteten Wunsch nach Gebeten für das Seelenheil verbinden.

Einen Überblick über großzügige finanzielle Hilfen verschafft uns der Totenkalender des Dominikanerklosters, in dem für jeden Tag des Jahres Verstorbene eingetragen sind, für deren Seelenheil die Brüder zu beten hatten. Dabei lassen sich für die Zeit des Wiederaufbaus drei Gruppen von Einträgen unterscheiden: Einige Bürger trugen zum neuen Inventar der Kirche bei und sicherten sich so ein sichtbares Ergebnis ihrer Großzügigkeit, denn die Stifter waren zumeist durch Inschriften, Wappen oder Abbildungen leicht zu identifizieren.

Eine zweite Gruppe von Zuwendungen ging an die Baukasse des Klosters, die von 1372 bis weit in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts als Folge des Wiederaufbaus ohnehin arg strapaziert war.

Schließlich verzeichnet das so genannte Nekrologium auch allgemeine Almosen für die Brüder, die diese Mittel dabei weitgehend ohne konkrete Zweckbindung für fromme Aktivitäten verwenden konnten.

Einer der ersten Wohltäter nach dem Brand war der Ratsherr Floreke van Morsbeke, der für acht Mark die offenbar geborstenen Fenster des klösterlichen Speisesaales ersetzen ließ. Konrad von Köln schenkte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein Ambo, einen Weihwasserkessel, je ein Bild der Gottesmutter und Johannes des Täufers für das Sakramentenfenster sowie zwei Silber vergoldete kerzentragende Engel für die neue Monstranz. Conradus Bisterlant wählte das Kloster als Begräbnisort undüberließ ihm neben weiteren Almosen einen Altartisch.

Neben dem " Verkauf" von Memorabilien und Gedenkmessen finanzierten auch Ablässe den Klosterbau. Dieses war 1432 so weit wieder hergestellt, dass sich das Provinzkapitel der Dominikaner in Osnabrück versammeln konnte. Ein Jahr zuvor - im Schlussspurt der Bautätigkeit - sicherte der Provinzial der sächsischen Ordensregion allen Wohltätern des Klosters einen Ablass zu. Neben anderen ließ sich nun auch der Osnabrücker Bürgermeister Johann Töle noch einmal zu " vielfältigen Wohltaten" motivieren.

Infos und Rückfragen zur Ausstellung und zu Führungen unter Telefon 05 41 / 318-481 oder im Internet unter der Anschrift www.bistum-osnabrueck.de/ s41.html. Eine öffentliche Führung findet mittwochs um 17.30 Uhr statt.

HEUTE ALS KUNSTHALLE BEKANNT: 1372 brannten Kirche und Kloster der Dominikaner in Osnabrück. Der Wiederaufbau dauerte 60 Jahre.Foto: Jörn Martens
Autor:
que


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