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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Statt Schnaps nun viele Autos
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Neuer Graben: Wo früher Korn gebrannt wurde, staht heute ein modernes Kaufhaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Statt Schnaps nun viele Autos

Neuer Graben: Wo früher Korn gebrannt wurde, steht heute ein modernes Kaufhaus

OSNABRÜCK. Im Jahr 1929, als diese Ansicht des Neuen Grabens aufgenommen wurde, war die heutige Verkehrsader in der Stadtmitte noch eine schmale Straße. Längst ist das kleinteilige Kopfsteinpflaster einer asphaltierten, mehrspurigen Fahrbahn gewichen.

Zeitreise

Der markante Schornstein der Dampfmühle und Kornbrennerei Carl Goslings ist auf der Fotografie zwar nicht zu erkennen, das Fabrikgebäude mit den hoch aufragenden Giebeln und den vorspringenden Lastenaufzügen präsentiert sich jedoch auf der rechten Straßenseite des Neuen Grabens (sechstes Gebäude von rechts).

Der Kaufmann Bernhard Gosling erhielt 1821 die Erlaubnis zur Einrichtung einer Brennerei in Osnabrück. Zu diesem Zweck erwarb er im selben Jahr in der Großen Straße ein Gebäude und richtete dort seine Brennerei ein, die noch im selben Jahr in Betrieb genommen wurde.

Carl Gosling, Sohn des Begründers, erwarb Jahre später den von Schele' schen Hof am Neuen Graben, ließ ihn abreißen und verlegte die Brennerei auf dieses Grundstück. 1845 erhielt er die Erlaubnis, seine Brennerei mit einer Dampfmühle zu verbinden, die das erforderliche Korn für die Herstellung des Branntweins mahlen sollte.

Auf Höhe des früheren Gosling' schen Fabrikgcbäudes steht heute ein modernes, mehrstöckiges Kaufhaus am Neuen Graben. Überhaupt hat sich der Straßenzug im Laufe der Jahre stark verändert. Früher reihten sich hier kleine Wohn- und Geschäftshäuser verschiedener Architektur aneinander. Die Schienen der ab 1906 in Osnabrück eingesetzten Straßenbahn durchschnitten das Kopfsteinpflaster.

In dem Gebäude mit den Kundbogenfenstern und der bogenförmigen Tür (rechter Bildrand) hatte sich in jenen Jahren die " Van den Bergh' s Margarine Gesellschaft" eingerichtet. Gleich daneben bot die Konditorei Wilhelm Menke ihre Backwaren an.

Die von dem Fotografen festgehaltene Ansicht des Neuen Grabens zu Beginn der 30er Jahre ist heute kaum nachvollziehbar: Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten Stadtplaner für eine grundlegende verkehrsgerechte Veränderung der Straße. Der ehemals schmale Neue Graben wurde großzügig verbreitert und mit einer mehrspurigen Fahrbahn ausgestattet, die Ruinen des Zweiten Weltkrieges verschwanden und wurden durch nüchterne Neubauten ersetzt. Der Neumarkttunnel wurde errichtet. Dieser verband unterirdisch die beiden Kaufhäuser Horten und Hertie. Letzteres wurde auf dem Grundstück der früheren Brennerei Carl Goslings in die Höhe gezogen.

Heute steht hier ein Gebäude mit auffälliger Glasfront, das sich von der übrigen Bebauung, die größtenteils aus den 60er Jahren stammt, abhebt.

Wohn- und Geschäftshäuser und kleinteiliges Kopfsteinpflaster charakterisierten zu Beginn der 30er Jahre die schmale Straße " Neuer Graben". Die Ansicht wurde von Helmut Schwarz aufgenommen. Das Foto ist dem Buch " Alt-Osnabrück", Band 2, entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Verkehrsader: Anfang der 60er Jahre bauten Stadtplaner den Neuen Graben mehrspurig aus. Foto Gert Westdorp
Autor:
Birte Tost


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