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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Luftballons gegen Lückenschluss
Zwischenüberschrift:
Protest-Aktion gegen geplanten Autobahnbau
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
balx BELM/ WALLENHORST.
Weithin sichtbar schwebten die gelben Ballons an der Grenze zwischen Icker und Rulle über den Äckern. Mit ihrer gut besuchten Luftballon-Aktion am Samstagnachmittag wollten die Autobahngegner einmal mehr die Ausmaße des A-33-Lückenschlusses demonstrieren.

Eisvogel, Kiebitz, Hirschkäfer - alles schön und gut, aber für den Schutz der lieben Tierchen ein lange geplantes verkehrspolitisches Großprojekt kippen? " An der FFH-Gebietsausweisung wird der Lückenschluss A 33 nicht scheitern", hatte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander erst im Mai ins Belmer Gästebuch geschrieben. Die Autobahn-Gegner sehen das naturgemäß anders. " Die Frage muss doch lauten: Ist es gerechtfertigt, für eine Abkürzung, die gerade einmal neun Minuten Zeitersparnis bringt, einen derartigen Eingriff in die Natur, aber auch in den Lebensraum des Menschen vorzunehmen?", sagte Thomas Langhorst, Kreistagsabgeordneter der Grünen und Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt von Kohkamp und Ruller Esch.

Diese hatte am Samstag gemeinsam mit den Bürgervereinen Icker und Wallenhorst, örtlichen Landwirten sowie der KJG und den Pfadfindern aus Rulle eben einen solchen Eingriff zu veranschaulichen versucht: An der Ruller Flut markierten sie mithilfe von etwa hundert gelben Luftballons eine der diskutierten Trassen.

Bernhard Langewand, Vorsitzender des Bürgervereins Icker: " Wenn die Autobahn über den Berg geführt wird, ragen die Brückenpfeiler allerdings noch erheblich höher heraus." Alles in allem sei ein solches Bauwerk eine " Katastrophe für das Landschaftsbild", hinzu komme die Lärm- und Schmutzbelästigung. Deshalb gebe es keine gute Trasse, so der Tenor der Aktivisten. Sie sind zuversichtlich, den Lückenschluss verhindern zu können. " Mit der Meldung des FFH-Gebietes nördlich von Icker und Rulle gelten sehr strenge Auflagen, nach denen Projekte, die dieses Gebiet gefährden, unzulässig sind", erklärte Langhorst. Und wenn die zurzeit beim Landkreis laufende Umweltverträglichkeitsprüfung dennoch den Lückenschluss als zulässig bescheinigt? Langhorst: " Dann müssen die Gerichte entscheiden, wir haben für den Fall der Fälle einen Klagefonds eingerichtet."

Die Veranstaltung besuchten auch Wallenhorsts Bürgermeister Ulrich Belde (SPD) und Doris Fritz, Bürgermeisterkandidatin der Belmer SPD. Fritz: " Wir sind strikt gegen den Lückenschluss. Punkt." Und Beide: " Bei der Kommunalwahl wird der Lückenschluss ein Glaubwürdigkeitsthema sein - die Wallenhorster SPD ist von jeher dagegen, der Wähler muss ausloten, was er von den Lippenbekenntnissen der anderen hält."

Protest kann auch Spaß machen: Das zeigen Marena Schliehe und Mareike Wiggers von der KJG Rulle. Gelbe Luftballons markieren an der Ruller Flut den Verlauf einer der diskutierten A-33-Nord-Trassen.
Fotos: Jörn Martens
Autor:
balx


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